Syfo-Forschung & Bewegung – Jahrbuch 2019 erschienen

Für diese Ausgabe des Syfo-Jahrbuchs konnten wir fundierte Gastbeiträge gewinnen. Dabei setzen wir den Schwerpunkt mit Doris Ensinger auf den Anarcho-Syndikalismus in Spanien. Sie lebt seit über 40 Jahren in Spanien und geht insbesondere der Geschichte der „Mujeres libres“ nach, einer 1936 gegründeten anarcho-syndikalistischen Frauenorganisaton mit bis zu 20.000 Mitgliedern.

Einen spannenden Teil jüngster Geschichte der Reorganisation des Syndikalismus in Russland nach 1991 streift Ewgeniy Kasakow in einem Nachruf auf Vasilij Starostin. Und zum wiederholten freudigen Male bietet uns Wolfgang Haug einen historischen Beitrag, diesmal zu Emma Goldmans Kontakten nach Deutschland. Rund um den Globus geht die Reise bis nach Bangladesh, wo wir aktive Anarcho-Syndikalisten interviewten.

Von uns gibt’s mal wieder einige Besprechungen, sowohl mit dem Schwerpunkt Russland zu den Personen Nestor Machno und Maria Nikiforova als auch mit regionaler Geschichte aus Deutschland zu den FAUD-Persönlichkeiten Wilhelm Schroers (Delmenhorst) und Richard Thiede (Leipzig). Weitere Gedenknotizen betreffen Berthold Cahn (Berlin), Willi und Erna Paul (Kassel), Fritz Oerter (Fürth) und Dieter Gebauer. Letzterer fuhr den Spanischen Historiker Abel Paz für zahlreiche internationale Vorträge mit dem Auto quer durch Europa. Der Toten leider nicht genug, verstarb jung an Jahren mit „Schmutz“ ein schillernder Aktivist der frühen FAU im Stuttgarter Raum.

An die noch Lebenden wandten wir uns im vergangenen Jahr mit einigen Veranstaltungen, u.a. in Bielefeld, Bremen, Jena, Kaiserslautern und in Wien. Vielleicht sehen und hören wir uns künftig in weiteren Städten, kontaktiert uns. Die Themenvielfalt könnt ihr den Veranstaltungsberichten in diesem Jahrbuch entnehmen.

Syfo – Forschung & Bewegung Nr.9-2019

124 Seiten, 10 Euro.

ISBN: 978-3-86841-243-7

Zu beziehen in jeder Buchhandlung oder direkt über den Verlag Edition AV.

Inhaltsverzeichnis

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Rezension „Anarcho-Syndikalismus“ Einführung

Rezension im Anarchistischen Radio Berlin Januar 2018 (Min. 43,07 – 48,54)

Hier

ISBN 978-3-86841-143-0 – 228 Seiten – 16 €

„Und jetzt noch eine Rezension zu Helge Döhrings Buch „Anarcho-Syndikalismus“. Wir wollen euch jetzt eine Neuerscheinung aus dem Bereich des politisch-historischen Sachbuchs vorstellen. Helge Döhring veröffentliche Ende letzten Jahres ein Buch mit dem Titel Anarcho-Syndikalismus und dem Untertitel „Einführung in die Theorie und Geschichte einer internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung“.

Helge Döhring ist ein Autor und Mitbegründer des Instituts für Syndikalismusforschung und hat bereits eine beträchtliche Anzahl von Werken zur syndikalistischen Bewegung publiziert. Widmeten sich seine früheren Werke spezifischen Aspekten, Strömungen oder Epochen der Bewegung, so hat er mit „Anarcho-Syndikalismus“ eine umfassende historische Analyse erarbeitet. Wer sich jedoch denkt: Toll, eine Einführung! Das schenke ich einer Kollegin oder einem Kollegen zum Geburtstag, damit sie endlich mal über ihren Klassenstandpunkt nachdenkt, der sollte vielleicht besser zu einer anderen Lektüre greifen. Das Werk kommt nicht glänzend und propagandistisch daher, wie etwa die Publikationen vom Crimethink-Kollektiv, sondern ist der Form nach eine nüchterne, wissenschaftliche Abhandlung.

Im Gegensatz zu Publikationen, die eine reine historische Spurensuche nach syndikalistischen Kämpfen antreten, verbindet Helge eine historische Betrachtung mit theoretischen Diskursen und einer Analyse von Erfolgen und Misserfolgen anarcho-syndikalistischer Organisation. Dafür beschränkt sich der Fokus fast ausschließlich auf die Geschehnisse aus dem Umfeld der Ersten Internationalen und dann der anarcho-syndikalistischen Internationale IAA. Die Zielgruppe sind LeserInnen aus dem deutschsprachigen Raum. Für eine außereuropäische Perspektive verweist Helge zum Beispiel auf das Werk „Black Flame“ von Lucien van der Walt. Wirft man einen Blick in die übersichtliche Gliederung des Buches, finden sich neben einem einleitenden Kapitel zu Begriff und Zielvorstellungen ein historischer Überblick, der die Theorie und Praxis der Gewerkschaftsbewegung folgen. Die politische Dimension findet sich davon getrennt im folgenden Abschnitt, in dem einige Schlüsselfragen besprochen werden, etwa das Verhältnis zum Staat, aber auch zu anderen sozialistischen Strömungen wie dem Marxismus.

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Neustadt/Weinstraße: 100 Jahre Freie Arbeiter-Union Deutschlands

Montag, 09.09.2019; 19:00 Uhr
In der Bibliothek des Anarchiv; Friedrichstraße 36/Ökohof, 67433 Neustadt an der Weinstraße:

Im Kampf für eine freie Gesellschaft, gegen die Ausbeutung von Menschen durch Menschen, gründete sich 1919 die erste anarcho-syndikalistische Gewerkschaft in Deutschland. Schon bald entwickelte sich die Freie Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) zur größten und einflussreichsten freiheitlich-sozialistischen Arbeiterorganisationen der 1920er Jahre. Mit unzähligen Arbeitskämpfen, kulturellen Institutionen, einer breit aufgestellten Presse und Kampfgruppen gegen den Faschismus prägten die SyndikalistInnen der FAUD die Weimarer Zeit und sind Orientierungspunkt und Vorläufer der heutigen syndikalistischen Bewegung.

Syndikalismus-Experte Helge Döhring vom Institut für Syndikalismusforschung gibt Einblicke in Vorgeschichte, Entwicklung, Höhepunkte und Scheitern der FAUD.

Veranstalterin: FAU-Kaiserslautern

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Klasse: FANAL digitalisiert!

FANAL ist eine der gehaltvollsten deutschsprachigen anarchistischen Zeitschriften aller Zeiten. In den Jahren 1926 bis 1931 wurde sie von Erich Mühsam herausgegeben. Und das aktuell schönste: Die anarchistische Bibliothek in Wien macht alles online zugänglich! Das FANAL ist unerläßlich für die Forschung und auch für die Schulung und Schärfung des eigenen Geistes. Danke an die fleißigen Aktivisten der Anarchistischen Bibliothek in Wien. Hier die bisherigen Jahrgänge:

1. Jahrgang

2. Jahrgang

4. Jahrgang

3. Jahrgang

5. Jahrgang

In dieser Sache wichtig: Die Anarchistische Bibliothek BRAUCHT RAUM! ~

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Anarchie und Selbstbestimmung – Erinnerungen an Joachim Domann „Schmutz“

Ein Selbstbildnis von Schmutz 2018

In der Nacht vom 18. auf den 19. Mai 2019 ist im Alter von 50 Jahren Joachim Domann, besser bekannt unter seinem Spitznamen Schmutz, in Stuttgart gestorben. In der Stadt am Neckar war er vielen Menschen durch sein extravagantes Äußeres bekannt. Man traf ihn auf Punk- und Indykonzerten, im „Schlesinger“, bei nicht-kommerziellen Festivals wie dem Umsonst und Draußen und zuletzt auch bei Kunstausstellungen und Vernissagen. Ein gefühlvoller Nachruf von Uwe Bogen in der Stuttgarter Zeitung vom 1. Juni 2019 würdigt ihn als „Paradiesvogel“ und lässt den Wirt und Kunstfreund Bernd Heidelbauer zu Wort kommen, der einst in New York lebte und Schmutz in High Heels und Strapsen in der Stuttgarter Straßenbahn kennenlernte. Beide Männer freundeten sich an. „Solche Typen wie ihn habe ich selbst in New York nicht gesehen“ sagt er. Zuletzt arbeitete Schmutz mit einer Stuttgarter Fotografin an einem Projekt zum Thema Fetisch. Sie dürfte damit der Mensch sein, der die letzten Bilder von Schmutz angefertigt hat. Auf seinem Facebook-Profil zeigte er sich selbst gerne in den unterschiedlichsten erotischen Outfits und Posen.

Doch Schmutz war nicht nur ein Zerstörer von bürgerlichen Konventionen im Interesse eines freien und selbstbestimmten Lebens. In den frühen 1990er Jahren gehörte er zu den aktivsten anarchistischen und anarcho-syndikalistischen Genossen Stuttgarts. Aufgewachsen in einem Heim kam er durch die Buchempfehlung eines Erziehers zum Anarchismus und schloss sich 1990 der damals kleinen Gruppe der anarcho-syndikalistischen Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter Union (FAU) an. Hier lernten wir uns kennen und schätzen und in den nächsten Jahren verging keine Woche ohne gemeinsame Aktivitäten. Am Aufstieg des Anarchismus in Stuttgart zu dieser Zeit hat Schmutz durch seine offene, bestimmte und freundliche Art seinen Anteil. Schmutz gehörte zu den zuverlässigsten Genossen und war Gründungsmitglied der 1990 gebildeten Anarcho-Syndikalistischen Jugend (ASJ) Stuttgart, die wenig später mehrere dutzend Angehörige in der Stadt und dem Umland umfasste und in den sozialen und politischen Auseinandersetzungen wirkte.

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Neu: Anarchisten auf Sinnsuche, FKAD 2. Band

Helge Döhring: Anarchisten auf Sinnsuche
Die Föderation kommunistischer Anarchisten Deutschlands (FKAD) 1919-1933, Band 2

ISBN 978-3-86841-191-1
286 Seiten, 20 €

Die Föderation kommunistischer Anarchisten Deutschlands (FKAD) war in den Jahren 1919 bis 1933 mit bis zu 500 Mitgliedern die größte anarchistische Organisation des Landes. In dieser Zeit hielt sie acht Reichskongresse ab. Die Anfänge gestalteten sich noch weitgehend einträchtig mit der syndikalistischen Arbeiterbewegung. Seit 1923 isolierte sie sich zunehmend und verbiß sich in Zänkereien. Ihr stärkster Gegner war sie selbst.
Dieses Buch enthält die Kongressberichte und essenzielle Grundlagentexte dieser Organisation. Es ist der zweite Band zum Titel

Organisierter Anarchismus in Deutschland1919 bis 1933. Die Föderation kommunistischerAnarchisten Deutschlands (FKAD)“.

Bestellungen über den Verlag Edition AV

Inhaltsverzeichnis

Vorwort S. 9

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Syfo am 1. Mai 2019

1er-mai-2019Zum internationalen Kampftag der arbeitenden Klasse ist auch das Institut für Syndikalismusforschung wieder auf der Straße. In Bremen und Kaiserslautern könnt ihr uns jeweils an einem Infostand treffen, kennenlernen und mit uns diskutieren. Wir freuen uns auf neue Menschen und bekannte Gesichter.

The workers united will never be defeated!

Bremen: Syfo-Infotisch auf dem traditionellen Buchtstraßen-Fest, Buchtstraße, Bremen (nahe Domsheide), ab 10:00 Uhr

Kaiserslautern: Syfo-Infotisch auf dem 1. Mai-Fest auf dem Platz vor dem Libertären Infoladen und Kulturtreff „Eselsohr“, Pirmasenser Straße 48, Kaiserslautern, ab 14:00 Uhr.

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