Vortrag in Wien: Stefan Gheorghiu und der Anarchismus und Syndikalismus in Rumänien

Militant! Anarchismus und Syndikalismus in Rumänien und die Rolle Ștefan Gheorghius.

Vortrag von Martin Veith

Am Freitag, 2. November 2018 im Anarchistischen Archiv/Anarchistische Bibliothek Wien, Lerchenfelder Straße 124-126, 1080 Wien im Hof 3 Tür 1a. Beginn 20:00 Uhr. Zuvor Vokü. Eintritt frei.

Die Existenz und Geschichte der revolutionären Arbeiterbewegung Rumäniens und ihrer anarchistischen und syndikalistischen Strömung ist heute recht unbekannt. Dabei gehörten Syndikalisten und Anarchisten mit ihren Methoden der direkten Aktion zu den bekanntesten Köpfen im Land. Der revolutionäre Syndikalist und Anarchist Ștefan Gheorghiu (1879-1914) war schon zu Lebzeiten eine Ikone der Arbeiterbewegung Rumä-niens. Im Ausland nahezu unbekannt und von den Sozialdemokraten und Parteikommunisten Rumäniens entstellt und vereinnahmt, geht es im Vortrag um ein unverfälschtes Bild des rastlosen Agitators und Arbeiters, den der repressive Staat ermorden wollte. An seinem Leben und Kampf können beispielhaft die Unterschiede zwischen föderalistischer und zentralistischer Organisierung, zwischen politisch-ideologischer Taktiererei sozialdemokratischer und marxistischer Kräfte und revolutionärem Wollen und Kampf aufgezeigt werden – sowohl bei Streiks, bei Solidaritätsaktionen und Kampagnen gegen Kriege und den Nationalismus.

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Neu: Syfo-Jahrbuch 2018

Im Jahrbuch von 2018 des Instituts für Syndikalismusforschung nehmen wir Abschied von zwei Themenschwerpunkten der letzten Jahre. Es waren Ereignisse, die Weltgeschichte schrieben, und die wir aus anarcho-syndikalistischer Sicht intensiv beleuchteten: Der Erste Weltkrieg und die „Reformation“. Zur letzteren erscheint ein ausführlicher Aufsatz zur Einschätzung durch die damaligen Protagonisten der Bewegung Rudolf Rocker und Fritz Oerter – nebst Erkenntniswert für heute. Zudem sprach Helge Döhring in einem Radiointerview über die Person des sozialistischen Reformators Thomas Müntzer. Zum 500jährigen Jubiläum der Deutschen Bauernkriege der Jahre um 1525 wird uns das Thema sicherlich erneut zum Schreiben anregen. Der Erste Weltkrieg kommt zum Ende mit dem Aufsatz „Romanischsprachige Syndikalisten und Anarchisten gegen den Ersten Weltkrieg. Ein transatlantischer Überblick“, nachdem der syndikalistische Widerstand in Deutschland die letzten Jahre über hinreichend gewürdigt wurde. Einen Ausblick auf die sich anschließende „Novemberrevolution“ in Deutschland gibt ein Veranstaltungsbericht mit Syfo aus Kiel. Und als zeitgenössische Betrachtung der Kriegsjahre gruben wir für unsere „Dokumente“ einen Text der Geschäftskommission der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) aus dem Jahre 1924 aus.

Außer dieser Reihe bringt uns Vicki Spindler Rudolf Rockers literarische Fähigkeiten in dessen Klassiker „Die Sechs“ näher und setzte damit in der Rubrik „Literarisches“ einen eigenen Schwerpunkt. Diskussionsanregend ist ein grundlegender Beitrag von Marcel Faust zum Thema Klassenbewusstsein, der in seiner Dynamik aus den sonst eher historisch orientierten Beiträgen heraussticht. Ein ähnliches Feuer entfacht hoffentlich eine Kritik an einer geschichtsentstellenden Betrachtung über die französische Anarchistin Rirette Maîtrejean.

Syfo sucht den Dialog, diesmal gleich mit drei Interviewpartnerinnen, nämlich mit Jule Ehms, die zu syndikalistischer Betriebsarbeit in Deutschland der 1920/30 er Jahre forscht, mit Friederike Dreyer, die über die Zusammenhänge zwischen Kritischer Psychologie und Anarcho-Syndikalismus spricht und schließlich mit den Betreiberinnen und Betreibern des FAU-Ladenlokals in Jena, welches den Namen „Milly Witkop“ trägt.

Wenig Geld und Zeit zum Trotz waren wir wieder viel unterwegs und berichten von vielfältigen Veranstaltungen aus Bern, Cluj, Frankfurt/M., Freiburg, Kiel, Jena, Potsdam, Sömmerda und Trier.

Bezug über Verlag Edition AV

ISBN 978-3-86841-206-2, 120 Seiten, 10 Euro

Inhaltsverzeichnis:

„Nachgefragt“ – Menschen, Projekte und Veranstaltungen

„Kritische Psychologie und Anarcho-Syndikalismus“. Interview mit der Psychologin Friederike Dreyer.

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Rezension zum Buch „Anarcho-Syndikalismus“

Madalton: Rezension des Buchs „Anarcho-Syndikalismus. Eine Einführung in Theorie und Geschichte einer internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung“

Aus: Gaidao, Nr. 82/Oktober 2017.

In der deutschsprachigen anarcho-syndikalistischen Publikationslandschaft gehört Helge Döhring aktuell zu den aktivsten Autor*innen: In den letzten Jahren kommt er auf eine sehr beachtliche Anzahl an Buch- und Textveröffentlichungen. Die Bandbreite seiner bisherigen anarcho-syndikalistischen Veröffentlichungen umfasst Lokal- und Regionalgeschichte, geschichtliche Darstellung einzelner Zeiträume anarcho-syndikalistischer Bewegungen und Organisationen, Einzelbiographien sowie die Darstellung von Streiktheorien und wichtigen anarcho-syndikalistischen Klassikern. Einen Schwerpunkt seiner Forschung legt Döhring dabei auf die Zeit zwischen 1918 und 1933.

In seiner neuesten Veröffentlichung „Anarcho-Syndikalismus. Eine Einführung in Theorie und Geschichte einer internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung“ im Verlag Edition AV betrachtet er die anarcho-syndikalistische Bewegung aus einer internationalen Perspektive. Die Vorstellung des Begriffs „Anarcho-Syndikalismus“ und seiner Ziele sowie der geschichtliche Überblick über die Entwicklung des internationalen Syndikalismus machten etwa ein Drittel des Buchinhalts aus. Die folgenden zwei Buchtitel befassen sich mit Konzepten, Theorien und organisatorischer Praxis in den Bereichen Wirtschaft, Politik sowie Kultur und außergewerkschaftlicher Aktivitäten. Dabei bezieht sich Döhring in diesem zweiten Teil fast ausschließlich auf die Mitgliedsföderationen der „Internationalen Arbeiter-Assoziation“ (IAA) im Zeitraum von 1918 bis in die 1950er Jahre. Im Schlusskapitel gibt Döhring eine knappe Analyse der heutigen Situation des Syndikalismus innerhalb gesellschaftlich veränderter Rahmenbedingungen und skizziert Möglichkeiten und Perspektiven für die gegenwärtige syndikalistische Bewegung.

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Neu: Wissenschaft gegen den Zentralismus

Lesetipp:

Wissenschaftstheoretischer Beitrag von Ricardo Kaufer/Helge Döhring:

Wissenschaft gegen den Zentralismus – Anarchismus- und Anarchosyndikalismusforschung im deutschsprachigen Raum. Erschien in:

„Forschungsjournal Soziale Bewegungen“, Heft 1-2/2018.

Hier als pdf

Inhaltsbeschreibung:

Wissenschaft oder Forschung finde in Deutschland und im deutschsprachigen Raum, so eine weit verbreitete Annahme, vorwiegend in Universitäten und staatlich finanzierten Forschungseinrichtungen statt. Dort werde belastbare und relevante Wissenschaft betrieben. In diesem Beitrag zeigen Kaufer und Döhring auf, dass diese Annahme, trotz der quantitativen Dominanz staatlich geförderter respektive staatlich organisierter Wissenschaft, zumindest ergänzt werden muss. Jenseits zentralistisch organisierter Forschung in staatlichen Wissenschaftsapparaten gibt es im deutschsprachigen Raum eine Forschung, welche den Interessen der Forschenden als Lohnabhängige unmittelbar entspringt und auf die Überwindung gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse
abzielt.

Ricardo Kaufer/Helge Döhring: Science vs. centralism – research of anarchism and anarcho-syndicalism in the German-speaking territory (FJ SB 1-2/2018, Online Supplement FJSBplus) It is a commonplace, that university research is the only way to produce knowledge progress and innovation. Only publicly financed research would encourage new insights into the organization of societies. Kaufer und Döhring can complement this perspective on science and knowledge progress by showing that besides publicly financed research institutions self-organized research takes place. This form of citizen science we analyzed arises from the interests of working class people and aims at changing societal power and dominance relationships.

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9. Juni in Kiel: Zwei Vorträge zur Rätebewegung 1918 und zum Matrosenaufstand und der Räterepublik

Wir laden euch ein zu zwei Veranstaltungen am 9. Juni in Kiel. Es geht um die Revolution von 1918 und die Rätebewegung.

Die Rätebewegung während des revolutionären Aufstands der Matrosen und Arbeiter in Kiel (1918-1919) im ONspace um 17 Uhr:

Der Historiker Klaus Kuhl beschreibt, warum und wie sich die Aufständischen in Kiel in Räten organisierten. Die Räte eroberten die militärische und politische Macht und schufen die Grundlagen für durchgreifende Reformen. Doch die Soldatenräte konnten schließlich – insbesondere auf Betreiben Noskes – wieder abgeschafft werden. Die Ursachen dafür erläutert Kuhl in einem durch Fotos und Filmausschnitte illustrierten Vortrag.

Im Anschluss:

Vortrag von Helge Döhring im ONspace im Anschluss: 1918: Revolution ohne Revolutionäre
Ein Staatssystem bricht zusammen, und ein anderes System übernimmt das alte. Ist das eine soziale Revolution?

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Solidarität mit syndikalistischem Betriebsrat nötig

Ein Freund und Genosse benötigt solidarische Unterstützung. Die Firma, für die er seit vielen Jahren arbeitet, möchte ihn loswerden. Er ist ein sehr kritischer, unbequemer Betriebsrat, der sich seit vielen Jahren konsequent für die Interessen der Lohnabhängigen einsetzt. Deshalb gilt es jetzt großen Druck auf den Betrieb auszuüben und die Firma aufzufordern, die Kündigung zurückzunehmen.

Um ihn zu unterstützen gibt es eine Solidaritätskampagne. Wenn ihr den Genossen unterstützen möchtet, wendet euch bitte an uns. Ihr bekommt dann weitere Informationen und einen „Vordruck“ für einen Protestbrief/Protestemail.

Bitte schreibt uns an: soli@syndikalismusforschung.info

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Syfo am 1. Mai in Bremen

Traditionell beteiligt sich das Institut für Syndikalismusforschung am 1. Mai am Straßenfest des Naturfreundehauses in der Buchtstraße in der Bremer Innenstadt. (Straßenbahnlinien 2,3 und 10, Haltestelle Domsheide). Wir sind ab 10 Uhr mit einem Infotisch vor Ort und freuen uns auf nette Gespräche mit bekannten und unbekannten Gesichtern.

Das nebenstehende Bild zeigt übrigens das Denkmal zu Ehren der ermordeten anarchistischen Haymarket-Arbeiter auf einem Friedhof in Chicago. Am 1. Mai gedenken die geschichtsbewussten Arbeiterinnen und Arbeiter der ganzen Welt an diese Märtyrer der arbeitenden Klasse, die im Kampf für den 8-Stunden Tag und eine von Kapital und Staat befreite Gesellschaft hingerichtet worden sind.

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