Vor 100 Jahren

September 1922 – Aus dem Syfo-Archiv

Fr.(itz) K.(ater)

Die Organisation der FAUD (Syndikalisten)

I.

Mit dem Wort Organisation ist ausgedrückt eine planmäßige Gestaltung resp. Zusammenfassung von Kräften zur Durchführung einer Unternehmung, resp. zur Verwirklichung eines Zieles. Je mehr also die Organisation dem vorgestreckten Ziele entspricht, um so größer ist die Aussicht auf seine Erreichung. Nun gibt es freilich mancherlei Organisationsgebilde, die alle besondere Zweckbestimmung haben; sie hier alle aufzuzeigen, kann unsere Aufgabe nicht sein. Hier kommt es lediglich auf die Organisationen an, die für die Arbeiterklasse geschaffen worden sind zu dem Zweck, der Klasse der Ausbeuter, Herrschenden und Unterdrücker eine Macht entgegenzusetzen, die einmal – wie dies die zentralverbändlerischen Gewerkschaften lediglich tun! – die Lage der Arbeiterklasse erträglich gestalten wollen, und weiter, – wie es die FAUD sich zur Aufgabe gestellt hat: Den Klassenkampf bis zur endgültigen Beseitigung aller Herrschaft und Ausbeutung zu führen und gleichzeitig die organischen Unterlagen für eine freie sozialistische Gesellschaftsordnung zu schaffen.



Die zentralverbändlerischen Gewerkschaften – von den übrigen Gewerkschaftsgebilden, wie den bürgerlich-demokratischen und den religiösen aller Schattierungen soll hier nicht geredet werden – beschränken sich lediglich auf den Tageskampf um die Erträglichmachung der Lebenslage der Arbeiter innerhalb des kapitalistischen Staates, während sie alles Übrige den politischen Parteien und resp. Parlamenten zu tun überlassen. Demgegenüber betont die FAUD – ausgehend von dem Fundamentalsatz: „Die Befreiung der Arbeiterklasse muß das Werk der Arbeiter selbst sein!“ Der Parlamentarismus ist eine bürgerliche Einrichtung; Parteien sind keine Klassenorganisationen und können daher auch den Klassenkampf nicht führen; soll der Befreiungskampf der Arbeiterkasse ihr Werk selbst sein, dann muß diese Klasse den Kampf auf dem Boden führen, auf dem sie den Wirkungen der Ausbeutung und Unterdrückung am deutlichsten ausgesetzt ist, und das ist der ökonomische, der wirtschaftliche Boden. Der politische Überbau (der Staat), wie auch jede politische Macht finden ihre Unterlagen lediglich im wirtschaftlichen Besitztum. Ist den herrschenden und ausbeutenden Klassen diese Grundlage entzogen, dann ist es mit ihrer politischen Macht vorbei, und der Weg zur Etablierung der sozialistischen Gesellschaft ist frei.

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Neu: Europareise durch die Freiheit, Podcast und Broschüre

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Erster Teil vom 29. Mai 2022

Helge Döhring vom Institut für Syndikalismusforschung beleuchtete zusammen mit Marian und Joshua vom „Übertage-Podcast“ über ein Dutzend historische Stationen der Geschichte, in denen freie Gesellschaften bzw. emanzipatorisches Aufbegehren von teils weltgeschichtlicher Bedeutung bestanden. Von der Gegenwart im kurdischen Rojava (Nordsyrien) ausgehend, streiften sie bekanntere Ereignisse, wie die Spanische Revolution von 1936 und die Machnobewegung um 1920. Über die Pariser Kommune von 1871, die Märzrevolution von 1848 und die Bauernkriege in Deutschland von 1525 und 1234 (Stedinger) gelangten sie zu einigen Germanenstämmen diesseits und jenseits Christi Geburt. Spartacus und seine Mannen der Antike der Jahre 73-71 v. Chr. stellte der Referent in ihren hehren Absichten dar. Bei aller Kritik an der Exklusivität der athenischen Demokratie im 5. Jahrhundert v. Chr., fand auch diese ihre Würdigung in der Veranschaulichung basisdemokratischer Elemente. Schließlich ging es über den ersten weltgeschichtlich überlieferten Streik im Agypten des Jahres 1159 v. Chr. (Regierungszeit von Ramses III) zurück Richtung Kurdistan: Dort fanden Archäologen Städte aus der Jungsteinzeit, die seit 7.300 v. Chr. über mehrere Tausend Jahre hinweg ohne Zentralgewalten friedlich existierten. Exemplarisch betrachteten Helge, Joshua und Marian die Stadt Catal Hüyük.

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Vor 100 Jahren

August 1922 – Dokumente aus dem Syfo-Archiv

Aus der Bewegung

Dresden

[Für die Abbildung danke an die Anarchistische Bibliothek Wien]

Der im November 1921 gegründete Frauenbund wächst und gedeiht. Die in ihm organisieren, mit glühender Begeisterung für die große, ideale Sache der Menschheitsbefreiung erfüllten Frauen, sind mit heiligem Eifer dabei, den Bund weiter auszubauen und den Worten die Tat folgen zu lassen.

So wird z.B. die „Gegenseitige Hilfe“ praktisch angewandt. Man hilft einander in jeder Lebenslage. Man unterstützt sich gegenseitig in materieller, ideeller, geistiger, seelischer und wirtschaftlicher Hinsicht.

Es sind bereits Verhandlungen im Gange zum Ankauf eines „Gemeinschaftshauses“ (Einküchensystem). Einige Genossinnen haben sich bereit erklärt, ihre Wohnungen dem Wohnungsamt zur Verfügung zu stellen, um sich bereits heute dem Gemeinschaftswesen einzugliedern. Die Genossinnen und auch die Genossen, besonders die Jugend, bemüht sich ständig, ein Stück Land ausfindig zu machen, um daraus eine „Siedlung für das Gemeinschaftsleben“ einzurichten.

In der letzten Sitzung, am 2. August 1922, hatte der Frauenbund die Jugend eingeladen. Sie war zahlreich erschienen. Man verständigte sich über die Gründung von „Kindergruppen“ und Zusammenarbeit in allen anderen Zweigen. Die Jugendgenossen und -genossinnen erklärten sich mit Begeisterung bereit, dem Bund mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Viele gute und anregende Vorschläge wurden von ihrer Seite gemacht und von allen Frauen mit vollem Verständnis aufgenommen.

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Die erste Ausgabe der Kampfgeister online

Die erste Ausgabe der Kampfgeister – dem neuen Mitteilungsblatt des Instituts für Syndikalismusforschung – findet sich ab sofort als digitale Ausgabe kostenlos auf unserem Blog zum lesen. Für das erste Heft führten wir Gespräche mit der Malerin und Anarchistin Johanna Teske und dem Regisseur Kevin Rittberger, der in Berlin das antifaschistische Theaterstück „Schwarze Scharen“ entwickelte und aufführte. Für dieses stand der historische anarcho-syndikalistische Kampfverband der 1920er/30er Jahre als Motivation und Alternative zu den hierarchisch organisierten sonstigen Kampfformationen aus der Arbeiter:innenbewegung Pate. Johanna Teske gibt in ihrer Kunst der menschlichen Sehnsucht nach Freiheit und Gerechtigkeit Ausdruck. Im Heft können wir einige ihrer Bilder bewundern, die zudem Ereignisse und Menschen der historischen und aktuellen anarchistischen Bewegung thematisieren.

Im einleitenden Beitrag ruft Martin Veith zur Solidarität mit der vom russischen Angriffskrieg betroffenen Bevölkerung der Ukraine auf und informiert über anarchistische Solidaritäts- und Kampfverbände der Ukrainischen Territorialverteidigung, sowie mögliche Formen der praktischen Solidarität mit den Menschen in der Ukraine.

Der junge Blog „Anarchismus.de“ führte ein Interview mit uns und fragte nach unseren Einschätzungen zu bestimmten Themen und Ereignissen. Fragen richteten sich weiterhin nach unserem Selbstverständnis. Das gesamte Gespräch mit den sehr engagierten und vielseitigen Menschen von anarchismus.de findet ihr im Heft.

2022 feiern wir 125 Jahre Anarcho-Syndikalismus in Deutschland. Helge Döhring geht auf die Gründungsgeschichte unserer Bewegung ein und zieht einen Bogen bis heute. In einem weiteren Beitrag nimmt er sich des Themas Theater aus anarcho-syndikalistischer Sicht an. Sein Beitrag „Theaterbörse bzw. Theaterrat“ ist absolut lesenswert und legt den Fokus auf selbstbestimmte, basis-demokratische Strukturen.

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Vergriffenes Syfo-Jahrbuch von 2011 online

Einige unserer Jahrbücher „Syfo – Forschung & Bewegung“ sind mittlerweile vergriffen. Der Verlag Edition AV und das Institut für Syndikalismusforschung haben sich daher dafür entschieden, diese vergriffenen Ausgaben kostenlos im Original-Layout auf dem Syfo-Blog allen Interessierten zugänglich zu machen. Unsere Jahrbücher behandeln die oft wenig bekannte „Geschichte von unten“, historische Ereignisse, bringen neue Studien, lassen interessante Menschen und ihre Themen zu Wort kommen und stellen neue Veröffentlichungen vor. Das alles und noch viel mehr findet sich verbunden mit den Prinzipien von Selbstorganisation, solidarischer Zusammenarbeit und einem anarcho-syndikalistischen Standpunkt. In der ersten Ausgabe berichten wir zudem Umfassend über die Unterlassungsklage und die Hintergründe und Konsequenzen eines „Rechteinhabers“ an den „Werken von Rudolf Rocker“. Weil das Institut für Syndikalismusforschung Texte dieses herausragenden Akteurs und Theoretikers des internationalen Anarcho-Syndikalismus auf seiner Homepage kostenlos für jeden und jede zur Verfügung stellte, wurde das Institut durch eine Unterlassungsklage zu einer vierstelligen Summe verurteilt.

Nach den Jahrbüchern von 2014 und 2016 folgt hier die erste Ausgabe von Syfo-Forschung & Bewegung Nr.1 von 2011. Hier als PDF (9,17 mb)

In dem 120 Seiten umfassenden Buch finden sich neben Beiträgen aus der Arbeit des Instituts zahlreiche Erstveröffentlichungen – so ein Interview mit Walter Ruge über Zensl Mühsam, eine Erstübersetzung von Kropotkin über das Scheitern von Kommune-Projekten, historische und aktuelle Ansichten aus Rumänien und Beiträge zur Gegenwart und Zukunft des von Horst Stowasser gegründeten Anarchivs. Auch Personen wie Max Hoelz und Otto Wolf finden eine Würdigung. Das reichhaltig illustrierte Buch birgt eine große Themenvielfalt, veranschaulicht Geschichte von unten, dient zur Eigenbildung und sollte in keiner syndikalistischen Sammlung fehlen.

Inhaltsverzeichnis

Rudolf Rocker soll verschwinden. Erklärung des Instituts für Syndikalismusforschung – Seite 5
Der diskrete Charme der Bibliothek Thélème oder das Gespenst des Urheberrechts – Seite 6

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Vor 100 Jahren

Juli 1922 – Dokumente aus dem Syfo-Archiv

[Agitation im Westerwald]

Von der Agitation

Das Lokal nach der Versammlung

Wer bisher der Annahme war, dass die Schwerindustrie in der Hauptsache unser Arbeitsfeld ist, der dürfte in absehbarer Zeit sehr angenehm enttäuscht werden. Sind wir in den großen Industriezentren heute schon ein nicht mehr zu unterschätzender Faktor, so geht es auch in den ländlichen Bezirken, dort, wo der Mensch noch nicht vollständig dem Boden entwurzelt, wo er noch einige Morgen Land sein eigen nennt, vorwärts und aufwärts.

Diesmal war es der Westerwald – Wirges – wo man dringend nach der öffentlichen Versammlung verlangte. Neuwied desgleichen, außerdem noch einige Ortschaften in der Eifel. In Wirges, wo ein alter Kämpe unserer Idee im Verein mit guten Kameraden den Boden beackert, konnte ich zum Tage meiner Ankunft in einer öffentlichen Belegschaftsversammlung, Arbeitsgemeinschaft, Schlichtungsordnung und sonstigen Zentralunfug gebührend kennzeichnen; um am nächsten Abend in gut besuchter Versammlung über die Aufgaben der Gewerkschaften zu referieren: Der überaus gute Verlauf konnte nicht einmal durch einen angeheiterten kommunistischen Gewerkschaftler gestört werden. Über derartiges darf man sich dort nicht wundern, hat doch die dortige Glasfabrik innerhalb der Fabrikanlage eine Kantine, die nicht allein Bier ausschenkt, sondern auch Branntwein, und dies auch noch auf Kredit (Pump, Latte).

Auch soll dort die Polizeistunde eine unbekannte Einrichtung sein. Es würde sich schon lohnen, wollten die Verantwortlichen der Behörde und Gewerkschaften sich dafür einmal interessieren. Oder gilt hier das Sprichwort: Wer gut schmiert, der gut fährt?

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Vor 100 Jahren

Juni 1922 – Dokumente aus dem Syfo-Archiv

Die nationalistische Pest [Kritik am Kino]

Um den Geist des Militarismus am Leben zu erhalten, wird von den „königstreuen Republikanern“ alles unternommen. Die von den Steuern der Arbeiterschaft bezahlte Reichswehr dient dazu, um militaristische Filme herzustellen, die dann den Arbeitern als geistige Nahrung dargeboten werden. Nicht nur der Film Fredericus Rex soll das Hohenzollerntum in Deutschland wieder populär machen, sondern auch folgende andere Filme, die von der dem sozialdemokratischen Innenminister Köster unterstehenden Behörde genehmigt wurden. Diese Filme sind: „Die siegreichen Heere Deutschlands und Oesterreichs und die Heere unserer Feinde“, 1. Teil, „Bei einer Artillerie-Flieger-Abteilung während der großen Frühjahrsoffensive 1917“, „Herstellung der Minenwerferrohre“, „Pionierwerkstätten an der Westfront“, „Hinter der Front in Wolhynien“, „Bei den Feldluftschiffern“.

Das Unternehmen, von dem alle diese Filme finanziert werden, heißt „Deutsche Lichtbildgesellschaft“. Dieser Gesellschaft gehören folgende Männer der Politik und „deutschen“ Wissenschaft an: Stresemann, Hugenberg, Stinnes usw.

Die Arbeiter und die Teile des Volkes, die sich diese Filme ansehen, tragen nicht nur dazu bei, den Geist des Monarchismus in Deutschland wieder zu stärken, sondern sie unterstützen auch die Großkapitalisten. Sie machen Stinnes noch reicher als er ist; denn die Profite kommen der „Deutschen Lichtbild-Gesellschaft“ zugute.

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Ukraine: Für die Solidarität mit der um Freiheit und Überleben kämpfenden Bevölkerung und den Anarchistinnen und Anarchisten

Der folgende Beitrag ist in den Kampfgeistern Nr. 1/2022 – Mitteilungen aus dem Institut für Syndikalismusforschung erschienen.

Von Martin Veith

„Tod dem Imperialismus.
Kampf jedem Diktator“

Seit dem 24. Februar 2022 führt die Russische Staatsführung einen groß angelegten Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die russische Armee geht dabei mit größter Brutalität vor und hält sich nicht an die international ausgehandelten Vereinbarungen über den Schutz der Zivilbevölkerung. Russische Soldaten greifen Städte, Siedlungen und Dörfer an, zerstören Städte wie Mariupol, verhindern Evakuierungen und begehen Massaker an der Zivilbevölkerung wie in Butscha und Irpin. Zehntausende von Toten sind bis jetzt das Resultat des Überfalls Russlands und Millionen von Menschen wurden und werden zur Flucht gezwungen. Gegenüber der russischen und weltweiten Öffentlichkeit erklärte der Machthaber im Kreml, Wladimir Putin, es handele sich bei dem Krieg, der in Russland unter Androhung von langjährigen Gefängnisstrafen nicht als Krieg benannt werden darf, um einen „antifaschistischen Einsatz“ zur „Entnazifizierung und Entmilitarisierung“ der Ukraine. Er benutzt diese historischen Begriffe, die ihre Rechtfertigung gegenüber Nazi-Deutschland hatten, um die Ukraine und ihre Bevölkerung mit den deutschen Faschisten gleichzustellen. Die Nazis, unterstützt von großen Teilen des deutschen Kapitals, praktizierten einen strukturierten und industrialisierten Massenmord an Juden, Roma und Sinti in Konzentrationslagern sowie an der von ihnen als „Untermenschen“ bezeichneten slawischen Bevölkerung Europas. Die Verfolgung und Vernichtung richtete sich seit Beginn ebenfalls gegen die emanzipatorischen Bewegungen, wie die ArbeiterInnen- , anarchistische und antifaschistische Bewegung.

Die Gleichsetzung der Ukraine und ihrer Bevölkerung mit den Nazis ist eine Widerlichkeit und entschieden zurückzuweisen, auch wenn es dort, wie auch in Russland, organisierte Neonazi-Gruppen und rechtsextreme paramilitärische Verbände gibt.11 Der tatsächliche Hintergrund des russischen Angriffs besteht aus dem Großmachtstreben der russischen Nationalisten, zu deren Sprachrohr, Akteur und Haupt sich Wladimir Putin konsequent entwickelt hat. Er träumt von einem Großrussischen Reich und sieht seine historischen Vorbilder dafür bei den russischen Zaren und bei Stalin, die allesamt eine Unabhängigkeit der Ukraine verhinderten und die ukrainische Sprache verboten.

Groß-Russischer Nationalismus, Autoritarismus und Verachtung für Freiheit und Individualismus

Bereits im Juli 2021 veröffentlichte Putin einen Aufsatz auf der Homepage des Kreml, in dem er der Ukraine und der ukrainischen Bevölkerung jedes Existenzrecht bestreitet. Konsequent spricht er von den Ukrainern als „Klein-Russen“ und rechtfertigt territoriale Ansprüche Russlands „ebenso, wie ein Eingreifen jeglicher Art“. Denn, so Putin: „Die Ukraine könne es nur zusammen mit Russland geben“. Den Zusammenbruch der freiheitsfeindlichen Sowjetunion 1991 bezeichnet er als „Schande von 1991“. Seine „Mission sei die Wiedervereinigung des dreieinigen Volkes aus Russen, Kleinrussen und Weissrussen“.22

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Schwarze Scharen im Podcast

Hier bei „Aktion & Alltag“ anhören, Sendung vom 31. Mai 2022

Wir freuen uns, dass das Buch „Schwarze Scharen. Anarcho-Syndikalistische Arbeiterwehr 1929-1933“ gut gefallen hat und der Inhalt im Podcast „Aktion & Alltag“ so anschaulich referiert wurde, danke. Der Ankündigungstext dort lautet:

„Alles Antifa? – In den letzten Jahren der Weimarer Republik war die Notwendigkeit, sich aktiv gegen den Faschismus zu stellen, drängender als je zuvor. Gleichzeitig war der Antifaschismus in Deutschland sehr divers. Obwohl man über alle ideologischen Grenzen hinweg Zweckbündnisse eingegangen ist, hat man dabei nicht vergessen, wofür man eigentlich kämpfte. Für Anarchosyndikalist:innen war das die soziale Revolution und das gute Leben für alle. Dieses Video soll eine kurze Einführung in die anarchosyndikalistische Arbeiterwehr „Schwarze Scharen“ geben, die ca von 1929 – 1933 bestanden hat.“

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Syfo in Mannheim 2022

Ende Mai 2022 war das Institut für Syndikalismusforschung mit einem Büchertisch zu Gast auf der Anarchistischen Buchmesse in Mannheim. Dort frischten wir alte Bekanntschaften auf und schlossen neue. Liebe Grüße an euch. Danken möchten wir auch den Veranstaltern. Es war ein großartiger Kongressort und eine optimale Betreuung. Es hat uns Spaß gemacht bei euch.

Geld und Döner

Interview des Radio-A aus Karlsruhe auf der Buchmesse mit dem Institut für Syndikalismusforschung, ab Minute 47.10

Interview mit Helge Döhring vom Institut für Syndikalismusforschung auf der Anarchistischen Buchmesse Mannheim im Mai 2022, ausgestrahlt beim A-Radio im Querfunk Karlsruhe am 12. Juni 2022, ab Minute 47.10.

A-Radio: Ich bin weitergezogen und angekommen beim Stand des Instituts für Syndikalismusforschung. Und wieder gibt’s keine richtige Frage. Institut für Syndikalismusforschung auf der anarchistischen Buchmesse in Mannheim.

Helge Döhring: Wenn es so keine Fragen gibt, dann ist es mit den Antworten zwar schwierig, aber wir als Institut, wir stellen ja zum Beispiel viele Fragen. Inhaltliche Fragen zum Thema Wissenschaft und Anarchismus, Wissenschaft und Syndikalismus. Und wir erforschen die Geschichte, um sie für heutige Aktivisten nutzbar zu machen. […] Wir machen wissenschaftliche Arbeit. Die machen wir allerdings ehrenamtlich. Also genau so, wie die Organisatoren hier diese wunderschöne Buchmesse organisiert haben. Genau so ehrenamtlich wahrscheinlich, wie derjenige, von dem wir hier gerade interviewt werden. Hier stellen wir gerade ein paar Bücher aus. Wir stehen für Nachfragen zur Verfügung und freuen uns immer, wenn Menschen Ideen entwickeln, Projekte machen und mit uns in Kooperation treten. Wir sind glücklich hier zu sein. Es ist bestens organisiert. Und wir haben uns tierisch gefreut, hier dabeisein zu können.

A-Radio: Sehr schön. Gibt’s irgendetwas, das ihr der anarchistischen Hörerinnenschaft mit auf den Weg geben wollt in Bezug auf euer Projekt?

Helge Döhring: Das ist ja doch eine Frage jetzt.

A-Radio: Die ist mir gerade eingefallen, rein zufällig.

[Gelächter]

Helge Döhring: Man darf ja mal fragen, ne? Wir erforschen die syndikalistische und die anarchistische Geschichte vor allem im deutschsprachigen Raum. Das heißt, kommt ihr aus einer bestimmten Region, dann fragt einfach bei uns nach. Falls ihr Informationen haben wollt; wir machen auch regionale Studien zum Thema Syndikalismus und Anarchismus. Und wir haben auch eine kleine Sparte zum Thema Syndikalismus und Anarchismus in Rumänien.

A-Radio: [zu den Hörern] Also, wenn ihr euch interessiert für Syndikalismusforschung: Das Institut für Syndikalismusforschung ist für euch da.

Helge Döhring: Herzlich willkommen! Wir sind immer kontaktierbar. Das wird sicherlich nachher noch eingeblendet. [lachen] Viel Spaß noch, und wir freuen uns, von euch zu hören. Dankeschön.

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