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Thomas Müntzer, Sonderseite zum „Reformationsjahr“ 2017 (2016-2019)

Rudolf Rocker, Sonderseite „Rudolf Rocker soll verschwinden“ (2011-2019)

 

Thomas Müntzer (bis 17. April 2019)

Sonderseite des Instituts für Syndikalismusforschung zum „Reformationsjahr“ 2017

Radio: Helge Döhring über Thomas Müntzer

„Radio Blau“ aus Leizpzig brachte am 12.12.2017 eine Sendung zum Thema „Thomas Müntzer, der Sozialrevolutionär“ und interviewte dafür Helge Döhring vom Institut für Syndikalismusforschung.

Beitrag hören

Thomas Müntzer500 Jahre Reformation – 500 Jahre Martin Luther?

So wollen es die staats- und kapitaltreuen Propagandisten von heute. Und sie werden dieses Ereignis mit Pomp und Gloria inszenieren, als habe es keine andere Geschichte gegeben. Luther, der Vernunftmensch, der auch mal derb sein durfte, Luther, der die Welt veränderte und sich für die sozialen Belange der Armen einsetzte – sein eiserner Besen wird peinlich verschwiegen. Luther, der in seinen Predigten und Taten Maß hielt, im Sinne eines heuchlerischen Klassenfriedens aller Menschen – arm und reich. Luther, der Prototyp des modernen Sozialdemokraten.

Doch zu allen Zeiten gab es Menschen, die es ehrlich meinten mit sozialen Umwälzungen und dafür ihr Leben gaben:

500 Jahre Reformation – 500 Jahre Thomas Müntzer!

Eine Broschüre des Instituts für Syndikalismusforschung mit dem Titel

„500 Jahre Thomas Müntzer! Gedenken an Thomas Müntzer und seine Mitstreiter der Deutschen Bauernkriege 1524-1526“

kann bestellt werden beim Medienvertrieb Syndikat-A

Nr. 7 der Edition Syfo/Herausgegeben vom Institut für Syndikalismusforschung/Postfach 140470, D-28094 Bremen, Email: institut@syndikalismusforschung.info

  1. Auflage: Juni 2016

Präsentiert und Besprochen wurde die Broschüre in:

Gaidao„, Nr. 68, September 2016

Graswurzelrevolution„, Nr. 413, November 2016

 

Hintergründe über die „Lutherverehrung“ 2017  inklusive Extrafeiertag gibt es hier

gottlosinbremen

03. August 2016:

564_0Martin Luther: Von den Juden und ihren Lügen
Erstmals in heutigem Deutsch mit Originaltext und Begriffserläuterungen Luthers judenfeindliche Schriften, Band 1
Herausgegeben von Karl-Heinz Büchner, Bernd P. Kammermeier, Reinhold Schlotz und Robert Zwilling

Zweite, korrigierte Auflage

 

347 Seiten, kartoniert, Euro 20.-,ISBN 978-3-86569-196-5,erschienen 2016

Mit Martin Luther hat die Evangelische Kirche ein erhebliches Problem: der Reformator war ein wirkmächtiger Judenhasser. Unter seinen judenfeindlichen Hetzschriften sticht sein Buch Von den Juden und ihren Lügen von 1543 in makabrer Weise hervor. Darin entwickelt er sein berüchtigtes Sieben-Punkte-Programm zur Beseitigung des Judentums in Deutschland:

• Verbrennen ihrer Synagogen
• Zerstörung ihrer Häuser und Zwangsunterbringung
• Wegnahme ihrer religiösen Bücher
• Lehrverbot für Rabbiner bei Androhung der Todesstrafe
• Aufhebung der Wegefreiheit
• Zwangsenteignung
• Zwangsarbeit

Hatte der Philosoph Karl Jaspers also Recht, als er bemerkte: „Was Hitler getan, hat Luther geraten, mit Ausnahme der direkten Tötung durch Gaskammern“?

Diese Ausgabe stellt erstmals Luthers Originaltext einer werkgetreuen Übertragung in heutiges Deutsch gegenüber – ergänzt durch eine Einführung und 200 Begriffserläuterungen. Dies ermöglicht es, die fatale Wirkung des Reformators zur Verbreitung der Judenfeindschaft in Europa zu erkennen.

 

08.10.2016

Thomas Müntzer – Festspiele in Bad Frankenhausen am Kyffhäuser [1931]

An den Säulen prangen Plakate mit obiger Angabe und Einladung. Beim Lesen des Plakates taucht urplötzlich die Frage auf: Seit wann veranstaltet die bestehende herrschende Gesellschaft Festspiele für revolutionäre, rebellische Gestalten der Geschichte? Während das gesamte kulturelle Leben in eine der bestehenden Gesellschaft genehme Zwangsform gepresst wird, wo kein freies Wort, keine freie Meinung, geschweige eine sozialistische, revolutionäre Gesinnung gesagt, propagiert oder vertreten werden darf, veranstalten namhafte Badeorte Festspiele für eben diese freiheitlichen Ideen, welche unterdrückt werden. Es ist ein Hohn, der seinesgleichen sucht. Jeder, der gegen die bestehenden Ungerechtigkeiten, gegen die großen Betrügereien unter staatlicher Duldung und gegen die Vergewaltigung des ausgebeuteten, notleidenden Volkes auftritt, läuft Gefahr, auf lange Zeit hinter Gittern unschädlich gemacht zu werden. Wer aber gar das geknebelte Volk aufruft zur Erhebung, die Despoten und Pfaffen davon zu jagen und die Geschicke selbst in die Hand zu nehmen, wie Thomas Münzer tat, der hat die Henker der Staatsgewalt im Nacken.

Thomas Münzer starb als aufrechter Rebell, als Führer der aufständischen Bauern um 1525. Die Junker und Pfaffen der damaligen Zeit ruhten nicht eher, als bis daß der Kopf dieses Freiheitskämpfers zu ihren Füßen lag. Und dasselbe machen heute noch die Vertreter der herrschenden Gesellschaft, die Schergen des Staates. Es ist ganz klar, dass kein Arbeiter und Fürsorgeempfänger nach Frankenhausen zu den Festspielen und zur Badekur fahren kann. Der Zweck ist zu durchsichtig. Den Hütern von „Ruhe und Ordnung“ ist jedes Mittel recht, wenn sie ein Geschäft damit machen können. In diesem Falle wollen sie mit Thomas Münzer die bankrotte Badewirtschaft ankurbeln. Kurios ist, dass der Appell sich gerade an jene Kreise wendet, deren grimmigster Feind Thomas Münzer war. Für uns ist dieser Missbrauch eine unverschämte Beschmutzung revolutionären Geistes und Schaffens. – Gerade heute, bei den Auseinandersetzungen des spanischen Proletariats mit Pfaffen, Militär und Kapitalisten ist ein Rückblick in die damalige Zeit sehr lohnend. Im Brennpunkt der Ereignisse, wo brennende Klöster erneut Wege der Ausrottung aller Unterdrücker und Tyrannen zeigen, ist das Gedenken Thomas Münzers eine Notwendigkeit, denn besonders den Pfaffen galt sein Kampf! B.

Aus: Der Syndikalist, Nr. 28/1931.

3. November 2016

Wolfgang Haug schreibt in der „Graswurzelrevolution“, Nummer 413, November 2016: „[…] Klein, aber ehrenwert, erscheint dagegen der Versuch von Helge Döhring, eine 30-seitige Broschüre dem Spektakel der EKD ‚500 Jahre Thomas Müntzer!‘ entgegenzustellen […] Deshalb stellt die Broschüre eine kurze Biografie Müntzers und Informationen zu seiner Rolle im Bauernkrieg zusammen und versucht so, die ins historische Abseits geratene Teilgeschichte der Reformation und des aus ihr folgenden Bauernkrieges in die aktuelle Erinnerungskultur zurückzuholen […]“

05. Dezember 2016

Fritz Oerter: Besprechung von „Redner der Revolution. Band VI. Thomas Münzer. Neuer deutscher Verlag, Berlin 1926

Thomas Müntzer

Syfo-Broschüre

„Ich finde, dass es sehr notwendig ist, von Zeit zu Zeit dem deutschen Volke durch Beispiele vor Augen zu halten, dass es nicht immer jenes schafgeduldige Volk war, das sich unter tausend Lasten beugt und sich von weltlichen und geistlichen Führern einpauken lässt, dass es immer so gewesen sei und auch fernerhin so bleiben würde, sondern dass es auch revolutionäre Epochen hinter sich, ja dass sogar vor der sogenannten großen französischen Revolution und selbst vor der englischen schon eine wirkliche deutsche Revolution stattgefunden hat. Die zünftigen Historiker sprechen schamvoll von Bauernkriegen und wollen nicht wahrhaben, dass der deutsche Michel auch einmal aufbrauste und zornbebend sich wider die weltlichen und geistlichen Autoritäten erhob, aber es war doch eine Revolution. Gewiß, die Herren haben sie im Blut erstickt und die revolutionären Bauern sind an ihrer Uneinigkeit und ihrer Gutmütigkeit zugrunde gegangen; dazu sind sie von den jetzt als große Helden gefeierten Reformationshäuptlingen Luther und Melanchton schmählich verraten worden. Wie heute der Sozialismus durch die Parteisozialisten kaputtgemacht wird, so ist damals auch der ursprüngliche revolutionäre Geist der Reformation durch die Führer derselben unterdrückt, ja nicht nur unterdrückt, sondern direkt in reaktionäre Bahnen geleitet worden.

Wer sich über die Vorgänge um das Jahr 1525 herum orientieren will, der findet keine bessere Gelegenheit als die Reden von Thomas Münzer. Die ausführliche Biographie, die von Dr. Paul Friedländer geschrieben, den Reden vorausgeht, gibt ein vortreffliches Bild von jener Zeit und von dem  kühnen Allstedter Rebellen, wenn auch die Darstellung manchmal ein wenig zu einseitig marxistisch-materialistisch erscheint. Gar zu gerne möchte Friedländer den Thomas Münzer zu einem Vorläufer des modernen Kommunismus stempeln und vergißt ganz, dass dieser große Revolutionär aus der religiösen Sphäre herkam und einem christlichen Kommunismus das Wort redete. Dennoch ist die Biographie sehr lesenswert. Die Reden selbst in ihrer fast naiv anmutenden aber doch so markigen Sprache gewähren einen tiefen Einblick in die Verhältnisse und in die blutigen Freiheitskämpfe des unglücklichen Volkes in damaliger Zeit. F.O.“

Aus: Der freie Arbeiter, Nr. 49/1926.

22. Februar 2017:

Fritz Oerter: Die große deutsche Revolution 1525

Zum Andenken an die gewaltige Erhebung des deutschen Volkes vor 400 Jahren

Man spricht zwar sonst nur von der großen französischen Revolution, die mit der Erstürmung der Bastille (1789) begann, aber man kann auch ebenso gut und mit dem gleichen Recht von der großen deutschen Revolution reden, wenngleich dienerische Historiker nur schamhaft von einem „Bauernkrieg“ reden. Wenn Angehörige des gleichen Landes sich gegen ihre Unterdrücker, die ebenfalls demselben Lande angehören, empören, so wird das von Jedermann als Revolution bezeichnet. Und das war im Jahre 1525 der Fall. Weshalb also die Vermummung der Bauernrevolution in einem Bauernkrieg? Der deutsche Staatsbürger, in Sonderheit der schaffende, d.h. der Angehörige des Arbeiter- und Bauernstandes soll um keinen Preis der Welt auf den Gedanken kommen, dass eventuell auch er wie alle Unterdrückten und Enterbten auf der Erde revolutionärer Gedanken und eine revolutionären Erhebung fähig sei. Während in England Mitte des siebzehnten Jahrhunderts ein großes Revolutionsgewitter seine Blitze umherschleuderte und in Frankreich am Ende des achtzehnten Jahrhunderts furchtbare Revolutionsstürme alles ins Wanken brachten, soll der Anschein erweckt werden, als ob in Deutschland seit dem Beginn seiner Geschichte dergleichen Empörungen niemals möglich gewesen wären, weil der  Deutsche seiner ganzen Charakterveranlagung nach, ein braver „frumber“ und geduldiger Lastesel sei, der sich alle Demütigungen und Ungerechtigkeiten seiner eigenen Bedrücker ergeben und resigniert gefallen lasse, dagegen außerordentlich empfindlich sei, wenn fremde Mächte sein Nationalgefühl verletzen und seine ihm „von Gott vorgesetzte“ Obrigkeit angreifen.

Und derweil hat gerade Deutschland schon vor den revolutionären Erhebungen in den andern europäischen „Kulturländern“ seine große Revolution gehabt, die zwar schon sehr bald in Blut erstickt wurde, die aber dennoch als die Mutter der folgenden Revolutionen in den anderen Ländern bezeichnet werden muß. Die Fähigkeit, sich in dieser oder jener Form gegen Druck und Ungerechtigkeit auszulehnen und zu empören, steckt in allen Menschen, ganz gleich welchem Stamme, welcher Rasse oder welchem Lande sie angehören. Sie aus Gründen der Staatsraison und der Politik dem deutschen Volke einfach abzusprechen, mag sehr schlau sein, ist aber dennoch unsinnig.

Aber das Studium der Erhebung von 1525 zeigt uns noch einen anderen landläufigen Irrtum. Die Erfahrungen, welche wir während dem Weltkriege und nach demselben gemacht haben, bestärkten uns alle in der Ansicht, dass bittere und bitterste Not kein Hebel zur Entfachung der Revolution sind, sondern dass gerade dadurch der Geist des Zwiespaltes und der Rachgier mächtig gefördert wird. Schlimmer als vor der Bauernrevolution wurde das schaffende deutsche Volk von seinen weltlichen und geistlichen Herrschaften niemals ausgesogen. So schlecht als wie damals ist es ihm wirtschaftlich selbst während und nach dem Weltkrieg nicht ergangen, und dennoch hat es sich damals aus furchtbarer Not empört. Wir können uns den Gegensatz zwischen der damaligen revolutionären Aktivität und der gegenwärtigen Passivität, trotzdem, dass zu jener Zeit wie auch heute das Volk in größten Nöten sich befand bzw. sich befindet, nur so erklären, dass damals ein starker verbindender Gedanke von großer religiöser Kraft bei den Revolutionären vorwaltete, während bei den heutigen Revolutionären ein solcher verbindender Geist nicht anzutreffen und stattdessen nur der zersetzende Einfluß des einseitigsten Materialismus vorhanden ist.

Wie standen die Dinge vor dem Bauernaufstand? Nachdem die lange Jahrhunderte währenden Wirren und Kämpfe der Völkerwanderung, in deren Strudel das weströmische Weltreich zugrunde gegangen war, langsam zu verebben begann und die Völker wieder sesshaft wurden, keimte in ganz Westeuropa neues gesellschaftliches Leben auf. Man gab sich wieder friedlicher Bebauung des Bodens hin, gründete freie Dorfgemeinschaften und späterhin freie Städte. Da jedoch besonders kriegerische Elemente immer noch eine Ruhe gaben und die Aufbautätigkeit der Schaffenden häufig störten, organisierten sich die letzteren einen Schirm und Schutz, indem sie bestimmte Persönlichkeiten beauftragten, während sie ihrer friedlichen Arbeit oblagen, die Gemeinschaft vor Überfällen und Räubereien zu schützen. Dafür übernahm dann die Gemeinschaft die Sorge für den Lebensunterhalt der Beschützer. Anfangs war dies ein freies, auf Gegenseitigkeit beruhendes Verhältnis, aber im Laufe der Zeiten änderte es sich gewaltig. Die Schutz- und Schirmherren wurden die ärgsten und gemeinsten Bedrücker ihrer Schützlinge. Die Klerisei stand natürlich auf der Seite der sauberen Patrone und beteiligte sich an dem großen Raubzug. Der ehemals freie Bauer wurde allmählich völlig rechtlos und zum Leibeigenen gemacht. Alle nur erdenklichen Abgaben und Fronarbeiten für seine weltlichen und geistlichen Herren wurden ihm auferlegt, kurz er ward jeder Menschenwürde völlig entblößt.

Auch in denfreien Städten obwaltete nicht mehr jener Geist, der auf Gerechtigkeit und Gleichheit basiert. Man hat verschiedenen Zünften, die ursprüngliche alle gleich waren, besondere Privilegien verliehen und überall hatten sich Patriziergeschlechter eingenistet, welche die dauernde Herrschaft an sich rissen.

Da kam die Refrmation. Nachdem viele große Geister an der Aufgabe, die unheimliche Macht des Papsttums zu brechen, zerschellt waren, gelang es endlich einem glücklicheren Reformatoren, gelang es Luther, die inzwischen reif gewordene Frucht zu pflücken und in das fest gefügte Gebäude der römisch-katholischen Kirche eine Bresche zu legen. Die revolutionäre Periode Luthers dauerte nur kurze Zeit. Kluge Fürsten erkannten sofort, dass ihnen die Lehre Luthers großen Vorteil bringen könnte, sie nahmen ihn in Schutz und so verwandelte sich Luther aus einem Revolutionär in einen bloßen Reformator, der sich übrigens auf die Reformation reingeistiger Probleme verlegte, vor jeder wirtschaftlichen Veränderung aber den größten Widerwillen hegte.

Die deutschn Land- und Stadt-Proletarier hatten aber für reingeistige Dinge kein rechtes Verständnis; ihnen saß die Not im Rücken und sie wollten mit den Heilswahrheiten des Evangeliums, wo von Gleichheit und Gerechtigkeit geredet wurde, ernst machen. Predigte Luther von der Rechtfertigung allein durch den Glauben, so predigten Thomas Müntzer, Heinrich Pfeifer, Nikolaus Storch und viele andere Prädikanten, dass nur wahre, christliche Betätigung, Gerechtigkeit und Liebe zu den Menschen rechtfertigen können. Thomas Münzer durchzog fast ganz Deutschland und predigte mit zündenden Worten die Revolution. Und er fand viele offene Herzen. Es fing allerorts in Südwest- und Mitteldeutschland unter den Bauern zu rodeln und zu gären an, bis endlich der gewaltige Sturm losbrach. Furchtbar und grausam war die Behandlung der Bauern durch ihre Bedrücker gewesen. Furchtbar und grausam wirkte sich auch die Revolution der Bauern aus. Im ersten Ansturm zerstörten sie an die tausend Burgen und Klöster. So wenig fein man mit ihnen umgegangen war, so wenig fein behandelten sie ihre überraschten und gefangenen Feinde. Aber sie waren nur schlecht bewaffnet, hatten keinen Rüstungsschutz wie die Ritter und verstanden es nicht recht, sich richtig zu organisieren und die vereinzelten Bauernhaufen zu einheitlichem Handeln zu bewegen. Zudem waren sie der Waffenführung unkundig und besaßen darin keine Übung. Zwar hatten sich ihnen auch einige Leute vom niederen Adel zur Verfügung gestellt, wie Götz von Berlichingen und Florian Geyer, der Führer des gefürchteten schwarzen Haufens, aber diese vermochten es auch nicht, einen einheitlichen Zug in die revolutionäre Bauernbewegung zu bringen. So gelang es dem Truchseß von Waldeck [Waldburg] und anderen, die alsbald ein Heer von Rittern und Landsknechten zusammengerafft hatten, die einzelnen Bauernhaufen zu besiegen und die dabei Gefangenen in furchtbarster Weise zu töten. In oder nach der Schlacht von Frankenhausen ist auch Thomas Münzer, einer der kühnsten und konsequentesten Revolutionsgestalten die jemals gelebt haben, gefangen genommen und zu Tode gefoltert worden. Gewiß, man hat nach dem Rezepte Luthers, der den Fürsten den Rat ab, die Bauern wie tolle Hunde zu erschlagen, ein furchtbares Blutbad angerichtet, hat hunderttausende von Bauern umgebracht, aber den Geist der Revolution hat man dadurch nicht ausrotten können. Das beweist schon der Umstand, dass sich in vielen Städten gleichzeitig und kurz darauf die zurückgesetzten und entrechteten Handwerkerzünfte empörten und dass es diesen auch gelang, hier und dort gewisse Erfolge zu erzielen. Mehr noch aber wie dies, zeugt die Auflehnung der Wiedertäufer in Münster, die sich im Jahre 1534 erhoben, für die Unausrottbarkeit des Revolutionsgedanken. Dass das, was die Sozialrevolutionäre des 16. Jahrhunderts und besonders die Wiedertäufer gewollt haben, sozialistische und anarchistische Tendenzen hatte, ist allgemein bekannt. Wir herrschaftslosen Sozialisten sind zwar mit dem, was man heutzutage Religion nennt, fertig, sofern man darunter nicht das elementarste Gefühl der Liebe, Wahrheit der Solidarität und Rechtlichkeit versteht, sondern das, als was sie gewöhnlich betrachtet wird, nämlich als ein Mittel, das Volk in Abhängigkeit und Unterwürfigkeit zu halten. Aber was Opferfreudigkeit und Heldenmut der Überzeugung anbelangt, dürften wir von den Sozialrevolutionären des 16. Jahrhunderts viel hinzulernen. Hoffen wir, dass ein neuer großer und verbindender Gedanke den zersplitterten Volksmassen der Gegenwart die Kraft zu einer neuen sozialen Erhebung verleihen wird und dass sie sich diesmal, besser fundiert und organisiert wie dazumal, endlich zum Wohle der Gesamtheit durchsetzen möge. F.O.

Aus: „Der freie Arbeiter“, Nr. 28/1925.

 

Zitate:

„Die Grundsuppe der Dieberei sind unsere Fürsten und Herren, nehmen alle Creaturen zu ihrem Eigenthum, die Fisch im Wasser, die Vögel in der Luft, das Gewächs auf Erden muß alles ihre seyn. Aber den Armen sagen sie: Gott hat geboten, du sollst nicht stehlen. Sie selber schinden und schaben alles, was da lebt; so aber ein Armer sich vergreift am Allergeringsten, muß er henken. Dazu sagt denn der Doctor Lügner [Luther] Amen.“ (Thomas Müntzer)

„Monumentalfigur der deutschen Geschichte“ (Rudolf Rocker)

„Gerade heute [1931] bei den Auseinandersetzungen des spanischen Proletariats mit Pfaffen, Militär und Kapitalisten ist ein Rückblick in die damalige Zeit sehr lohnend. Im Brennpunkt der Ereignisse, wo brennende Klöster erneut Wege der Ausrottung aller Unterdrücker und Tyrannen zeigen, ist das Gedenken Thomas Münzers eine Notwendigkeit, denn besonders den Pfaffen galt sein Kampf!“ (Aus: „Der Syndikalist“, Nr. 28/1931)

„Laßt euer Schwert nicht kalt werden!“ (Thomas Müntzer)

Sonderseite Rudolf Rocker (bis 17. April 2019)

Was kann ich konkret tun?

Uns erreichen zur Zeit immer mehr Anfragen, was denn konkret getan werden kann, um dabei zu helfen, Rudolf Rocker aus seiner misslichen Lage zu befreien. Wir haben eine Rudolf Rocker-Sonderseite eingerichtet, die stets aktualisiert wird.

Was das Institut für Syndikalismusforschung betrifft:

1. Verbreitet die Erklärung des Institutes für Syndikalismusforschung und klärt eure Bekannten über die aktuellen Vorkommnisse auf.

2. Bietet euch für Übersetzungen an, denn wir werden auf der Rudolf Rocker-Sonderseite weiterhin Bericht erstatten.

3. Stellt Kontakte zu Zeitungen her, schreibt Artikel und vermittelt uns Interviews.

4. Wir bereiten eine internationale öffentliche Erklärung vor, die sich dafür ausspricht, dass die Texte Rudolf Rockers frei zugänglich sein müssen. Überlegt euch, ob ihr eine solche Erklärung mitunterzeichnen möchtet.

5. Teilt uns Eure Ideen mit

Folgendes darüber hinaus bedarf Eurer eigenen Initiative:

1. Hütet Euch bitte vor den Weiten des Internets, es sollen noch Rocker-Texte frei zugängig sein!

2. Rudolf Rocker in angemessenem Rahmen zu zitieren ist erlaubt. Macht davon Gebrauch!

3. Denkt euch viele schöne Dinge aus. Sicherlich gibt es weitere Möglichkeiten, als die hier angesprochenen. Selbständige Initiativen können das ihrige tun.

What can I do?

Till now a great number of requests have been sent to us regarding the way in which something could be done to help liberating Rudolf Rocker out of his undesirable situation. We have built a Rudolf Rocker special page which gets permanently actualised.

What the Institute for Syndicalism Research can advise is to:

1. Publish the declaration of the Institute for Syndicalism Research and inform your friends and mates about the actual facts of the matter

2. Offer to translate our statement into other languages so that we can make the statement available in other languages on the Rudolf Rocker special-site.

3. Get in contact with newspapers, write articles and forward the statement to publications which may be interested in interviews with us.

4. We prepare an international resolution which will state that the texts of Rudolf Rocker must be free for publishing. Consider if you want to sign such a resolution.

5. Tell us your ideas!

These next points needs your own initiative:

1. Beware of the endless space of the Internet, there may be texts from Rudolf Rocker still free out there!

2. It is legal to quote from Rudolf Rocker´s texts in an adequate way. Do it!

3. Come up with many beautiful ideas. Certainly there are more possibilities than we came up with. Your independent initiative can do the right thing.

Aktueller Stand: Rudolf Rocker soll verschwinden

Oktober 2011: Aktualisierung zu Berichten über das „Verschwinden von Rudolf Rocker

1. Rudolf Rocker Shall Disappear

Atlanta Independent Media Center

http://atlanta.indymedia.org/other-media/rudolf-rocker-shall-disappearstatement-institut-f%C3%BCr-syndikalismusforschung-institute-syn?showcomments#comment-nid-1878

YAAQUI Puerto Rico (link zu Atlanta Independent Media Center – s.o.)

http://pr.yaaqui.com/big+japan+dschinghis+khan_pag21.html

Unter „Review“ bei archive.org – Yiddish Book Center’s Spielberg Digital Yiddish Library – Rudolf Rocker, Di yugnt. fun a rebel (1965)

http://www.archive.org/details/nybc210135

RA.forum (link zum Bulletin der Kate Sharpley Library)

http://raforum.info/spip.php?page=sedna&id_syndic=272&age=365&lang=fr

2. Rudolf Rocker doit-il disparaître ?

probe.20minutes-blogs (6. 6. 2011 – französisch – dort auch einige Kommentare)

http://probe.20minutes-blogs.fr/archive/2011/06/06/rudolf-rocker-doit-il-disparaitre.html

LE JURA LIBERTAIRE  « Affaire Rudolf Rocker » en Allemagne (Posted on 6 juin 2011 – französisch – 2 Kommentare)

http://juralib.noblogs.org/2011/06/06/affaire-rudolf-rocker-en-allemagne/

Zum 17. Juni 2011

Neben weiteren lokalen FAU-Gruppen und anderen Initiativen im In- und Ausland, welche teils mit eigenen Kommentaren die Erklärung des Instituts für Syndikalismusforschung veröffentlichten:

Schwarze Katze Hemer

FAU-Stuttgart

FAU-Bremen

A-Bibliothek, Wien

A- Bibliothek, Halle

Centrum Informacji Anarchistycznej-Media, Polen

gibt es jetzt eine Kongreßresolution der

Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter Union (FAU),

welche auch auf der offiziellen Seite der

Internationalen Arbeiter-Assoziation“ (IAA)

Anklang gefunden hat.

Espace contre ciment titelt erneut: „Rocker horrorpicture Show

09. Juni 2011

Rudolf Rocker geht uns alle an!

Die FAU Düsseldorf berichtet über die Auseinandersetzung und dokumentiert die Erklärung des Instituts sowie die Berichte unserer Sonderseite. Der Genosse Rudolf Mühland schreibt im einleitenden Kommentar dazu: „Heiner Becker aus Nordwalde hat vor etlichen Jahren von Fermin Rocker die Rechte an den Schriften von Rudolf Rocker übertragen bekommen. Wie Fermin wohl gesagt haben soll, hatte sich sein Vater Rudolf über nichtautorisierte Nachdrucke seiner Schriften und dadurch entgangene Tantiemen beschwert. Heiner Becker ist also nun tatsächlich der Sachwalter der Rockerschen Schriften. Allerdings kann davon ausgegangen werden das sowohl Rudolf als auch Fermin nichts dagegen gehabt hätten wenn sie in unkommerziellen Verlagen, zum Wohle und zum Fortschreiten der anarcho-syndikalistischen Bewegung wieder veröffentlicht werden würden. Die anarcho-syndikalistische Bewegung ihrerseits hätte sicher nichts dagegen das Heiner Becker so auf sein „Eigentum“ erpicht ist, wenn er die Schriften Rudolf Rockers wenigstens kontinuierlich veröffentlichen würde. Leider tut er das nicht – viel schlimmer: Er läßt Anarcho-SyndikalistInnen polizeilich und juristisch verfolgen die Schriften von Rudolf Rocker zugänglich machen wollen. Gleichzeitig läßt er sozialpartnerschaftliche Einrichtungen (wie SPD/DGB-nahe Stiftungen) völlig „ungestraft“ Rockertexte publizieren. Ein Schelm wer böses dabei denkt,…. Nachdem vor einigen Monaten die Seite syndikalismus.tk von Heiner Becker wegen der Veröffentlichung eines Rocker-Textes juristisch angegangen wurde, hat es nun auch die Seite syndikalismusforschung.info erwischt. Spätestens jetzt aber hat sich dieser „Herr Becker“ das falsche Opfer ausgesucht. Helge Döhring, Valentin Tschepego und Martin Veith haben den Fall an die weltweite Öffentlichkeit gebracht und die Anarcho-Syndikalistische-Bewegung reagiert. An dieser Stelle geben wir Artikel von syndikalismusforschung.info wieder und verlinken ihre Sonderseite: RUDOLF ROCKER GEHT UNS ALLE AN!“

Siehe die Seite der FAU Düsseldorf hier http://fau-duesseldorf.org/nachrichten/rudolf-rocker-geht-uns-alle-an

08. Juni 2011

Auf 7h3linguists Blog findet sich die Erklärung des Instituts (Danke dafür) und eigene Überlegungen des Blogbetreibers wieder. In „Meine Gedanken zu Rudolf Rockers drohendem Verschwinden“ führt er die Anti-Utopie des Buches „Fahrenheit 451“ vor Augen. An das dort beschriebene Auswendig lernen von Büchern, damit diese die „dunkle Zeit“ überstehen in der Bücher verbrannt und deren Besitzer ermordet werden, schreibt er: “ […] Es stimmt mich nachdenklich bis *fuchsteufelswildsauerarghhhhh*, wenn Einzelpersonen als (juristische) Rechteinhaber dafür sorgen können, dass das gesamte Werk eines Menschen verschwindet. Das fühlt sich doch falsch an, oder?“ Die Schlussfolgerungen sind ebenso der Kenntnisnahme wert. Zum Artikel geht es hier

Auch die Anarcho-Syndikalistische Jugend Berlin hat sich solidarisch erklärt und die Erklärung des Institutes auf ihrem Blog veröffentlicht – siehe hier

Die Erklärung wurde auch in die türkische Sprache übertragen und findet sich in einer Extra-Rubrik hier auf dem Blog

In Englisch findet sie sich seit dem 4. Juni bei anarchosyndicalism.net – Class struggle online – Hier

In Französisch findet sich die Stellungnahme auf der kanadischen Antifa-Seite Antifa.ca. Hier

07. Juni 2011

Das internationale Interesse an dem Fall wächst an, und so gibt es bereits einige Übersetzungen der Erklärung des Instituts

In Rumänien von der „Initiativa Anarho Sindicalista“ (IASR)

Eine weitere Reaktion aus Italien

Die Datenbank “Entdinglichung” titelt “Rocker für alle!”

Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU) – Aachen

Anarcho-Syndikalistische Jugend (ASJ) – Leipzig

06. Juni 2011

USA: Von der „Workers Solidarity Alliance“ (WSA) erreichte uns diese Solidaritätsnote: „The Workers Solidarity Alliance (WSA) is shocked to learn about the actions against the free use of Rudolph Rocker’s writings. This is insane and goes against everything Rudolph Rocker, the anarchist, stood for.  Yours in solidarity, W.S.A.“

Schottland: Unter dem Titel „Rock(er) and Roll“ dokumentiert „The Miserablist Speaks“ die Erklärung des Instituts, einleitend mit diesen Worten: „It seems a German gentleman, Heiner M. Becker, is claiming to have the rights to the entire body of work of Rudolf Rocker and is threatening legal action against German language syndicalist website syndikalismus.tk and the Institut für Syndikalismusforschung (Institute for syndicalism research) forcing them to remove a vast collection of his writings.“

Ein anderes Beispiel direkter Hilfe kam von der stets informativen deutsch-französischen Seite Espace contre ciment, die unsere Erklärung zügig ins französische übersetzte und veröffentlichte

hier

04./05. Juni 2011

Die schnellste Solidaritätsbekundung im deutschsprachigen Raum kam von Radio Chiflado mit dem Titel „Rudolf Rocker soll leben!!!“ Darin heißt es u.a.: „Wir hier als Anarchist*innen haben es eigentlich nicht so gerne, wenn die niedergeschriebenen Ideen und Handlungen von Menschen zensiert, eingemauert oder gar gelöscht werden – das ist so, als würde der entsprechende Mensch selber eingemauert oder gar ausgelöscht – was in der Geschichte oft genug von herrschenden Systemen ja auch gemacht wurde. Besonders verärgert sind wir, wenn es Menschen betrifft, die zu einem wichtigen Teil der libertären bzw. anarchosyndikalistischen Geschichte gehören – wie in diesem Fall “ Der vollständige Text nebst einiger Ideen befindet sich

hier

Auch im Ausland schlägt die Angelegenheit bereits Wellen.

Ukraine: Die „Revolutionäre Konföderation der Anarcho-Syndikalisten“ (RKAS) hat die Übersetzung der Erklärung des Instituts für Syndikalismusforschung bereits auf ihre Hauptseite gestellt und diskutiert in ihrem Forum.

Bulgarien: Solidaritätserklärung der Bulgarischen Zeitung „Swobodna mysl“ (der freie Gedanke)

World: Forum einer der zentralen internationalen libertären Seiten: libcom.org

hier

hier

Rudolf Rocker darf nicht verschwinden!

Die Erklärung des Instituts für Syndikalismusforschung

RUDOLF ROCKER SOLL VERSCHWINDEN

Erklärung des Instituts für Syndikalismusforschung

Das Institut für Syndikalismusforschung legt seinen Schwerpunkt auf die Erforschung und Begleitung der syndikalistischen Bewegung im deutschsprachigen Raum. Durch eigene ehrenamtliche Fleißarbeit und die Zuarbeit von solidarischen Historikern und Forschern, haben wir seit 2007 eine umfangreiche und stets wachsende Datenbank zur Geschichte der deutschsprachigen syndikalistischen Bewegung aufgebaut –

www.syndikalismusforschung.info.

Das Institut unterhält dabei weltweit fruchtbare Korrespondenzen mit zahlreichen Historikern, Publizisten und Forschungseinrichtungen. Jedoch gibt es nicht nur solidarische Forscher. Am 1. Juni 2011 sind alle Texte des bedeutendsten anarcho-syndikalistischen Denkers Rudolf Rocker (1873-1958) aus unserer Datenbank entfernt worden.

Ein gewisser Heiner Becker erhebt ausschließlichen Anspruch auf alle Rechte am literarischen Werk Rudolf Rockers. Leider hat er sich nicht selbst mit uns in Verbindung gesetzt, sondern dies der Staatsanwaltschaft Münster und einem Rechtsanwaltsbüro übertragen.

Wir sind der Unterlassungsaufforderung nachgekommen, denn es liegt nicht in unserer Absicht den Geldbeutel eines Kleingeistes zu bedienen – wozu wir anderenfalls gezwungen wären.

Allerdings halten wir Heiner Beckers Vorgehen für unwürdig und inakzeptabel. Wir haben kein Verständnis dafür, dass das literarische Werk Rudolf Rockers durch Besitzansprüche eines Einzelnen der Öffentlichkeit vorenthalten werden soll. Wir halten es für einen Skandal, dass dieser sgn. „Rechteinhaber“ es seit 1999 nicht fertig bringt, auch nur ein einziges Buch Rudolf Rockers herauszubringen, geschweige denn sein Gesamtwerk der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei ist er offenbar durchaus befähigt andere daran zu hindern.

Wir hoffen, dass dieses Vorgehen, welches einem Vergessen Rudolf Rockers Vorschub leistet, allen mit dem Thema vertrauten Einzelpersonen, Forschungseinrichtungen und auch den Nachkommen Rockers zu Gehör kommt und diese daraus entsprechende Konsequenzen ziehen werden. Wir erklären uns ausdrücklich mit allen solidarisch, die aufgrund von Rocker-Publikationen durch Klagen betroffen sind.  Rudolf Rocker gehört der progressiven Menschheit und keinem Privatkläger.

Institut für Syndikalismusforschung,

Bremen, Juni 2011

RUDOLF ROCKER SHALL DISAPPEAR 

Statement of the Institut für Syndikalismusforschung (Institute for syndicalism research) 

The institute for syndicalism research keeps his main focus on the research and monitoring of the (anarcho)-syndicalist movement in the German speaking area. Through own unpaid intensive and hard work and the solidarity legwork from historians and researchers we have built up since 2007 a voluminous and steady growing database to the history of the German language speaking (anarcho)-syndicalist movement – http://www.syndikalismusforschung.info.

Thereby the Institute holds a worldwide fruitful correspondence with numerous historians, publishers and research institutions. However, there are not only supportive researchers. On the 1st June 2011 all texts of the most outstanding anarcho-syndicalist thinker Rudolf Rocker (1873-1958) got erased from our database.

A certain Heiner Becker demands the exclusive ownership rights to all literary works of Rudolf Rocker. Unfortunately, he didn’t get in contact with us by himself; instead of this, he has delegated it to the department of public prosecution Münster and to a lawyer office. We met the demands of the injunctive relief cause it is not in our wish to fill the pockets of a small-mind – to what we would have been forced otherwise.

However, we think Heiner Becker´s approach is dishonourable and not to accept. We have no understanding that the literary work of Rudolf Rocker got detain for the public through the tenure of a single person. We consider it a scandal that since 1999 this so called „holder of rights“ is not able to publish even one single book of Rudolf Rocker, not at all to speak about publishing the complete works and making them reachable for the public. However, he seems quite able to prevent others from doing it.

We hope that this approach which brings about the oblivion of Rudolf Rocker comes to the ear of all people familiar with this topic, as well as to research-institutions and also to the offsprings of Rocker and that they take the adequate measures.

We declare us explicitly in solidarity with all those who got affected by complains because of the publishing of Rocker-texts. Rudolf Rocker belongs to the progressive humankind and not to a private complainer.

Institut für Syndikalismusforschung, Bremen, June 2011

РУДОЛЬФ РОКЕР ДОЛЖЕН ИСЧЕЗНУТЬ [Russisch]

Заявление Института Исследований Синдикализма

Институт Исследований Синдикализма (Institut für Syndikalismusforschung) главным образом занимается изучением и сопровождением синдикалистского движения в немецкоязычном пространстве. Собственными бесплатными усилиями и с помощью солидарных историков и исследователей мы с 2007 года создали объемную и постоянно растущую базу данных истории немецкоязычного синдикалистского движения – www.syndikalismusforschung.info. Институт при этом ведет постоянную переписку с многочисленными историками, публицистами и научными учреждениями во всем мире.

Но встречаются не только солидарные исследователи. Первого июня 2011 года все тексты важнейшего анархо-синдикалистского мыслителя Рудольфа Рокера (1873-1958 гг) были удалены из нашей базы данных.

Некто Хайнер Бекер заявил свои исключительные права на литературное творчество Рудольфа Рокера. На связь с нами он к сожалению вышел не сам, а предоставил это адвокатному бюро и прокуратуре города Мюнстер.

Мы выполнили указание об удалении текстов, ибо набивать денежные карманы ничтожеств мы не собираемся – к чему мы были бы вынуждены в ином случае. Но мы считаем поведение Хайнера Бекера недостойным и непозволительным. У нас отсутствует понятие того, что литературное творчество Рудольфа Рокера должно из-за требований одного человека исчезнуть из общественной доступности. Мы считаем скандалом, что этот т.н. „правообладатель“ с 1999 года не сумел издать ни одной книги Рудольфа Рокера, не говоря уже о полном издании его трудов. Однако при этом он явно обладает умением предотвращать издание Рокера другими.

Мы надеемся что это действие, которое служит забвению Рудольфа Рокера станет известным всем знакомым с тематикой отдельным личностям, научным заведениям а также потомкам Рокера – и что они сделают надлежащие выводы.

Мы открыто солидаризуемся со всеми, которых из-за публикаций Рокера коснулся судебный иск. Рудольф Рокер принадлежит прогрессивному человечеству, а не частникам.

Институт Исследований Синдикализма, Бремен, июнь 2011 г.

Übersetzung der Erklärung und Solidaritätserklärung von Swobodna Mysl (Das freie Wort) aus Bulgarien

РОКЕР ТРЯБВА ДА ИЗЧЕЗНЕ

Бременският институт за изследване на синдикализма (Institut für Syndikalismusforschung) работи върху изучаването на синдикалното движение в немскоезичното пространство.

На обществени начала и с помощта на солидарни историци и учени, Институтът от 2007-а е създал голяма, постоянно растяща база данни по историята на работническото движение в Германия и немскоговорящите страни – www.syndikalismusforschung.info. Колективът на Института води кореспонденция с историци, публицисти и научни организации от цял свят.

Но на 1 юни 2011 година Институтът понесе тежка загуба. На този ден от базата данни бяха премахнати всички текстове на един от най-важните теоретици на анархосиндикализма – Рудолф Рокер (1873–1958). Причината за това станаха претенциите на лицето Хайнер Бекер, който твърди, че бил праводържател на литературното творчество на Рудолф Рокер.

Опитът за контакт на Института с лицето не се увенчал с успех, на срещата пристигнали адвокати и служители на прокуратурата от град Мюнстер. Институтът е бил принуден да заличи текстовете на анархосиндикалисткия теоретик от своята библиотека, за да, по думите на сътрудниците на Института, “не пълнят гушите на нищожества”, тъй като държавата ревностно защитава интересите на праводържателите. Така по прищявката и заради алчността на една отрепка обществото е лишено от достъп до литературното наследство на един изтъкнат мислител с анархически убеждения.

В друга статия ще се спрем на абсурдите в законите за “интелектуалната собственост”. Засега само ще споменем, че този вид “собственост” минимално облагодетелства самите автори, ощетява читателите и дава възможност на търговци да печелят от чужд интелектуален труд.

Специално за лицето Хайнер Бекер в качеството му на държател на “авторски права”, Институтът подчертава скандалността на претенциите, понеже същият “праводържател” от 1999-а насам не е публикувал нито една книга на Рокер. Активността му се състои в това да предотвратява публикуването на тези трудове от други. По този начин творческото наследство на Рокер се саботира, предава се на забвение.

Дали заради елементарна алчност или поради други подбуди?

Оригиналният текстът на декларацията на Института четете наhttps://syndikalismusforschung.wordpress.com/2011/06/03/rudolf-rocker-soll-verschwinden/

—–

Ние, редколегията на „Свободна мисъл“, изразяваме своята солидарност с възмущението на сътрудниците на Института за изследване на синдикализма в Бремен, Германия от недостойната постъпка както на лицето Бекер, така и от действията на държавата.

Чувстваме се напълно свободни да публикуваме всяка изказана от Рудолф Рокер мисъл, пък “праводържателят” нека заповяда да ни съди. Ще го обезщетим подобаващо!

екипът на “Седмичник Свободна мисъл”

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7 Antworten zu Sonderseite Rudolf Rocker

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RUDOLF ROCKER SHALL DISAPPEAR 

Statement of the Institut für Syndikalismusforschung (Institute for syndicalism research) 

The institute for syndicalism research keeps his main focus on the research and monitoring of the (anarcho)-syndicalist movement in the German speaking area. Through own unpaid intensive and hard work and the solidarity legwork from historians and researchers we have built up since 2007 a voluminous and steady growing database to the history of the German language speaking (anarcho)-syndicalist movement –www.syndikalismusforschung.info.

Thereby the Institute holds a worldwide fruitful correspondence with numerous historians, publishers and research institutions. However, there are not only supportive researchers. On the 1st June 2011 all texts of the most outstanding anarcho-syndicalist thinker Rudolf Rocker (1873-1958) got erased from our database.

A certain Heiner Becker demands the exclusive ownership rights to all literary works of Rudolf Rocker. Unfortunately, he didn’t get in contact with us by himself; instead of this, he has delegated it to the department of public prosecution Münster and to a lawyer office. We met the demands of the injunctive relief cause it is not in our wish to fill the pockets of a small-mind – to what we would have been forced otherwise.

However, we think Heiner Becker´s approach is dishonourable and not to accept. We have no understanding that the literary work of Rudolf Rocker got detain for the public through the tenure of a single person. We consider it a scandal that since 1999 this so called „holder of rights“ is not able to publish even one single book of Rudolf Rocker, not at all to speak about publishing the complete works and making them reachable for the public. However, he seems quite able to prevent others from doing it.

We hope that this approach which brings about the oblivion of Rudolf Rocker comes to the ear of all people familiar with this topic, as well as to research-institutions and also to the offsprings of Rocker and that they take the adequate measures.

We declare us explicitly in solidarity with all those who got affected by complains because of the publishing of Rocker-texts. Rudolf Rocker belongs to the progressive humankind and not to a private complainer.

Institut für Syndikalismusforschung, Bremen, June 2011

Español

RUDOLF ROCKER VA A DESAPARECER

Comunicado del Instituto de Investigación del Sindicalismo

El Instituto de Investigación del Sindicalismo enfoca su actividad hacia la investigación y el acompañamiento del movimiento sindicalista comprendido en el ámbito de la lengua alemana. Desde el año 2007 venimos construyendo una vasta base de datos de la historia de dichos movimientos sindicalistas, gracias al intenso trabajo voluntario y a la labor solidaria de investigadores e historiadores. www.syndikalismusforschung.info

Asimismo, el Instituto mantiene una fructífera correspondencia a nivel mundial con numerosos historiadores, publicistas e institutos de investigación. Aunque no contamos únicamente con investigadores solidarios. El 1 de Junio de 2011 fueron eliminados de nuestra base de datos todos los textos del pensador anarco-sindicalista más relevante: Rudolf Rocker (1873-1958).

Un tal Heiner Becker reivindica de forma exclusiva los derechos sobre la obra de Rudolf Rocker. Una lástima que no se haya puesto directamente en contacto con nosotros, sino que lo hayan tramitado la fiscalía de Münster y un despacho de abogados.

Hemos cumplido con la exhortación a omitir dichos textos, dado que no tenemos intención alguna de engrosar las arcas de un pobre de espíritu, cosa a la que, de lo contrario, estaríamos obligados. Evidentemente, la forma de obrar de Heiner Becker nos parece inaceptable e indigna. No comprendemos que deba privarse al público de la obra de Rudolf Rocker por las reclamaciones que haga un particular de la propiedad. Nos parece escandaloso que ese denominado “titular de los derechos” desde 1999, no haya publicado ni un libro de Rudolf Rocker, que silencie así su obra completa y que la haga inaccesible para el público. Por otro lado, parece estar absolutamente habilitado para impedir que otros lo hagan.

Esperamos que dicho comportamiento, que favorece el olvido de Rudolf Rocker, llegue a oídos de todas aquellas personas dignas de confianza, de institutos de investigación, así como a los seguidores de Rocker y que dé lugar a las consecuencias que de ello se deriven. Declaramos expresamente nuestra solidaridad con todos aquellos que se hayan visto afectados por la denuncia en virtud de las publicaciones de Rudolf Rocker, pues éste le pertenece a la humanidad progresista y no a una “colección privada”.

Instituto de Investigación del Sindicalismo

Bremen, Junio 2011.

Français

Rudolf Rocker doit-il disparaître ?

Déclaration de l’Institut für Syndikalismusforschung (Institut de recherche sur le syndicalisme révolutionnaire)

L’Institut für Syndikalismusforschung a pour vocation principale d’étudier et de suivre les mouvements syndicalistes révolutionnaires dans le monde germanophone. Depuis 2007, grâce à un travail assidu et désintéressé, et grâce à la collaboration d’historiens et de chercheurs solidaires du projet, nous avons constitué une importante base de données – et en constante progression – concernant l’histoire du mouvement syndicaliste de langue allemande : www.syndikalismusforschung.info

L’Institut entretient, pour cette raison, des correspondances fructueuses avec de nombreux historiens, écrivains et institutions de recherche. Mais tous les chercheurs ne sont pas solidaires de notre projet. Le 1er juin 2011, tous les textes d’un des plus grands penseurs anarcho-syndicalistes, Rudolf Rocker (1873-1958), ont été supprimés de notre base de données. Un certain Heiner Becker se dit, en effet, investi de tous les droits sur l’œuvre littéraire de Rudolf Rocker. Il est malheureux qu’au lieu de nous contacter directement, il ait laissé au procureur de Münster et à un bureau d’avocats le soin de le faire à sa place. Nous avons donc cédé à la mise en demeure qui nous a été adressée, car nous n’avons pas voulu remplir les poches d’un esprit borné – ce que nous aurions été, alors, obligés de faire.

Quoi qu’il en soit, nous estimons que le procédé employé par Heiner Becker est indigne et inacceptable. Nous ne comprenons pas comment il est possible que, en raison des droits qu’une seule et unique personne aurait sur l’œuvre littéraire de Rudolf Rocker, celle-ci doive rester hors de la connaissance du public. Pour nous, il est scandaleux que ce soi-disant « ayant droit » n’ait même pas été capable, depuis 1999, d’éditer un seul livre de Rocker – et donc encore moins de faire connaître l’intégralité de ses œuvres. Par contre, il semble bien qu’il soit tout à fait en mesure d’empêcher celles et ceux qui seraient tentés d’y remédier.

Nous espérons que toutes les personnes qui ont une certaine connaissance de ce thème, les institutions de recherche et les descendants de Rudolf Rocker seront informés de cette action qui contribue à reléguer dans l’oubli le souvenir de Rocker et qu’ils en tireront les conséquences qui s’imposent. Nous nous déclarons solidaires de toutes celles et de tous ceux qui sont sous le coup d’une plainte en lien avec la publication de textes de Rocker.

Rudolf Rocker appartient à l’humanité progressiste et non pas à quelque plaignant privé.

Institut für Syndikalismusforschung,

Bremen, June 2011

Mit Dank für die Übersetzung an/with thanks for the translation to: Raum gegen Zement

לקבור את רודולף רוקר

הצהרת המכון למחקר האנרכו סנדיקליזם

מכון למחקר אנרכו–סינדיקליזם(Institut für Syndikalismusforschung) , עוסק בעיקר במחקר ותמיכה של התנועה האנרכו–סינדיקליסטית ברחבי גרמניה.

משנת 2007, בכוחותינו ההתנדבותיים ובעזרתם של סטודנטים וחוקרים סולידריים הוקם מאגר נתונים נרחב אודות ההסטוריה של התנועה האנרכו–סינדיקליסטית הגרמנית– http://www.syndikalismusforschung.info.. בנוסף המכון מנהל התכתבות מתמדת עם סטודנטים רבים, פובליציסטים, אנשי יחסי ציבור ומוסדות מדעיים מכול העולם.

למרות הכול, לא רק סולידריות ואחווה שוררת בין החוקרים. בראשון לינואר 2011, כל כתבי העט של הוגה הדעות האנרכו–סינדיקליסטי רוקולף רוקר (1873-1958) הוסרו מארכיון המידע שלנו עקב תצהיר בעלות של היינר בקר על כתבי העט הנ„ל.

לצערינו היינר בקר נמנע מליצור קשר ישיר אלא פנה אלינו דרך עורכי הדין של העיר מיונסטר.

בליית ברירה נאלצנו לקיים את הדרישה ולהסיר את כתבי העט מהארכיון, מאחר ואין ברצונינו להגדיל ממונם של חלאות, מה שהיינו נאלצים לעשות במקרה ההפוך.

אנו רואים את דרישתו של היינר בקר כניבזית ושפלה. הדבר לא מתקבל על הדעת שכתוצאה מדרישה של אדם אחד כל היצירות הסיפרותיות של רודולף רוקר יעלמו מהישג ידיו של ההמון.

זו שערוריה שאותו „בעל זכויות יוצרים“ משנת 1999לא הוציא לאור אפילו ספר אחד מיצירותיו של רודולף רוקר שלא לדבר על כל אוסף כתבי העט. ועם זאת ממשיך למנוע מאחרים לעשות זאת.

תקוותינו שאותו מעשה הגורם לאובדן יצירותיו של רודולף רוקר יוודא לרבים ובינהם אלו הבקיעים בנושא; אישים נפרדים, מוסדות מדעיים וכמובן צעצעיו של רוקר עצמו ויסיקו מכך מסקנות נכונות.

אנו מזדהים עם כל אלו שעקב הוצאה לאור של כתבי העט הנ„ל היו מעורבים בהליך משפטי. יצירותיו של רודולף רוקר שייכים לכל אדם בעל מודעות ולא לבעלי הון פרטיים.

המכון למחקר האנרכו –סינדיקליזם, ברמן, יוני 2011

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