Syfo Neujahrsgruß 2021

Liebe Freundinnen und Freunde des Instituts,

ein Archiv ist nicht ansteckend, zwei oder drei davon auch nicht, Bücher sind es nicht und nicht der Computer. Auch nicht Post verschicken oder Blog aktualisieren, Material austauschen und dergleichen mehr. Syfo geht’s also gut. Es könnte so beruhigend sein.

Aber was ist mit den schönen Büchermessen, den Veranstaltungen, auf denen wir euch kennen lernen durften? Kurzarbeit, Entlassungen, Wirtschaftskrisen und komische Kleinbürger, denen die CDU nicht radikal genug ist. Das Verheizen von Pflegepersonal und anderen prekär Beschäftigten in Risikoindustrien und auf dem Weg dorthin im öffentlichen Nahverkehr. Wer kann es sich leisten, wegen Husten „krankzumachen“? Seit Jahrzehnten kaputtgespart – Tote. Gleichzeitig machen bestimmte Unternehmen und Kapitalisten Profite wie niemals zuvor. Die Welt war schon vor Corona ungerecht und bedurfte des grundsätzlichen Wandels. Mit Corona ist dies noch einmal deutlicher geworden.

Vielleicht wird aber nicht nur dies in die Geschichte eingehen: Denn viele Menschen helfen einander ohne auf den Staat zu vertrauen und ohne je einen Klassiker gelesen zu haben. Unzählige Beispiele zeugen davon: Einkaufshilfen, Maskennähen, und bei allem körperlichen Abstandhalten eben KEIN social distancing!

Was blieb sonst im Jahr 2020? Syfo hatte nur wenige Auftritte, unter anderem im Mai als Interviewpartner im „Deutschlandradio Kultur“. Dennoch waren wir fleißig:

Für alle Ausgaben unseres Jahrbuchs „Syfo-Forschung & Bewegung“ erstellten wir ein umfangreiches Register, und zwar nach Personen, Orten und Organisationen/Zeitschriften. Über 1.200 Seiten Jahrbuch sollen damit für unsere suchenden Leserinnen und Leser zügig zu erschließen sein. Wir veröffentlichen das Register online. Das 2020 erschienene Syfo-Jahrbuch ist zugleich das letzte seiner Art. Dafür wird’s etwas anderes geben, lasst euch überraschen, mehr dazu steht in eben diesem Jahrbuch.

Im Frühjahr 2020 hat die „Anarchistische Vereinigung“ endlich ihre eigene Monographie erhalten. Wozu sonst sollten Erich Mühsam und seine Getreuen sich den Hintern aufgerissen haben? Diese kleine Organisation beschränkte sich fast nur auf Berlin und überstand ein paar wenige Jahre bis 1933. Aber sie war ungeheuer geistreich, setzte sich aus den besten Denkern des deutschsprachigen Anarchismus zusammen und ist selbst schon ein Klassiker für sich!

„Konflikte und Niederlagen des Syndikalismus in Deutschland“ ist der Titel eines Buches aus dem Hause Syfo, das 2021 beim Verlag Edition AV erscheinen soll. Es beleuchtet in einzelnen Aufsätzen die Widrigkeiten, die seit Entstehung der Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert etappenweise dazu führten, den Syndikalismus in Deutschland bis 1945 vollständig zu vernichten. Eine Buchvorschau gibt es hier.

Wer zum Syndikalismus vor 1918 forscht, den verweisen wir mit Freude auf unseren nimmermüden Genossen Jonnie Schlichting, der seine Bibliographie zum Thema stetig erweitert, danke! Download hier.

Desweiteren wollen wir die Edition Syfo, unserer Broschürenreihe, weiter auffüllen: Es geht um die FAUD und um Berlin. Außerdem wächst unser „Syfo-Museum“ mit echten historischen Exponaten zum Anfassen und stöbern nebst erläuternden Texten. Wir sind gespannt, wo und wie wir es künftig zur Entfaltung kommen lassen können.

Kommt gut durch diese Zeit und helft einander weiterhin.

Euer Institut für Syndikalismusforschung (Syfo), Bremen im Dezember 2020

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