Syfo Neujahrsgruß 2020

Liebe Freundinnen und Freunde des Instituts,

das Jahr 2019 geht zu Ende und wir blicken auf 12 Monate zurück, in denen die kapitalistische Seuche sich weiter ausgebreitet hat und die Menschen in ihrer Existenz bedroht: Das Bundesverfassungsgericht hat Hartz-IV-Sanktionen offiziell als zulässig erklärt. Leiharbeit und Werkverträge werden zur Normalität. Großunternehmen wie Siemens, Audi und die Deutsche Bank machen mit Massenentlassungen Schlagzeilen. Ganz zu schweigen von der Klimakatastrophe, aus der die Unternehmer mit vermeintlich grünen Alterativen noch Kapital schlagen. Dass parlamentarische Alternativen höchstens in der Lage sind, diese Probleme zu verschieben, zeigen Klimapaket, Mietpreisbremse & Co.

Immer mehr Menschen tragen ihren Unwillen über die gesellschaftliche Situation nach außen. Aber das vergangene Jahr hat wieder mal gezeigt: Wenn es beim Appell an die Politik bleibt, versickert die Initiative im Sand. Etwas verändern können wir nur, wenn wir selbst die Ruder in die Hände nehmen! Deshalb sind wir mehr denn je überzeugt, dass der Anarcho-Syndikalismus der richtige Weg ist aus der Krise heraus – in Richtung einer selbstbestimmten, gerechten und freien Gesellschaft!

Wir vom Institut für Syndikalismusforschung wollen diesen Weg historisch flankieren. Wie sind wirtschaftliche Kämpfe erfolgreich? Wie organisieren wir uns nachhaltig? Und wie stärken und vergrößern wir schließlich die Bewegung? Diese Fragen versuchen wir mit unserer Arbeit zu beantworten, um Anarcho-Syndikalistinnen und -Syndikalisten heute in ihren Aktivitäten zu unterstützen.

Dazu waren wir auch 2019 wieder unterwegs. Um Rudolf Rockers Leben und seine Ideen ging es beim Vortrag „Kultur spottet dem Diktat“ in Kaiserslautern. Dort unternahm Syfo auch eine „Europareise durch die Freiheit“ und beleuchtete freiheitlich-sozialistische Phasen aus unserer Geschichte. 100 Jahre Freie Arbeiter-Union Deutschland feierten wir mit einem Vortrag in Neustadt an der Weinstraße. Auch die Zerschlagung der Bremer Räterepublik jährte sich zum 100. Mal und wir beteiligten uns mit einer Rede an der Gedenkveranstaltung des „Syndikalistischen Neustarts“ in Bremen. In Bielefeld widmeten wir uns mit dem Vortrag „Anarcho-Syndikalismus als Einheit von Forschung und Bewegung“ der Forschungsarbeit und wie sie heute von Nutzen sein kann.

Publizistisch konnten wir 2019 die Trilogie zum organisierten Anarchismus in Deutschland zwischen 1919 und 1933 fortsetzen. Der zweite Teil, „Anarchisten auf Sinnsuche“, dokumentiert Kongressberichte und essenzielle Grundlagentexte. Der 3. Band wird im Frühjahr 2020 erscheinen. Und auch unser Jahrbuch fand wieder den Weg über die Druckpresse in eure Hände und widmet sich diesem Jahr den Mujeres Libres, Emma Goldman in Deutschland, der Bangladesh Anarcho-Syndicalist Federation und vielem mehr.

Mit frischer Motivation starten wir ins neue Jahr und wünschen uns, dass es weiterhin so viel Spaß machen wird. Denn das macht es wirklich – mit euch! Und natürlich wünschen wir auch allen unseren Genossinnen und Genossen, ob in Deutschland oder sonst wo, viel Kraft, Freude und Erfolg für 2020 und alle Jahre, die da noch kommen mögen!

Euer Institut für Syndikalismusforschung

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