Anarcho-Syndikalistischer Tag 2015 in Bremen, Bericht

AS Tag 2015Zusammen mit der Anarcho-Syndikalistischen Gruppe Hamburg veranstaltete das Institut für Syndikalismusforschung am Samstag, den 21. November 2015 einen „Anarcho-Syndikalistischen Tag“. Ab 15.00 Uhr fanden sich im „Resonanz“, dem Veranstaltungslokal Freunde und Interessierte ein, um drei Vorträgen zuzuhören, nämlich Martin Veith: „Militant! Stefan Gheorghiu und die revolutionäre Arbeiterbewegung Rumäniens“, Marcel Faust: „Anarcho-Syndikalismus und Wissenschaft“, sowie Folkert Mohrhof: „Kollektivbetriebe. Arbeiterselbstverwaltung als libertär-sozialistisches Gegenmodell zur kapitalistischen Profitwirtschaft. Erfahrungen und praktische Tipps.“ Das Lokal in der Hohentorsheerstraße 24 wurde freundlicherweise vom Bremer Erwerbslosenverband (BEV) zur Verfügung gestellt und die Gäste mit Büchertischen und Knabbersachen empfangen.

AS Tag

Die längste Diskussion besorgte der Beitrag zu „Anarcho-Syndikalismus und Wissenschaft“, der die Möglichkeiten von Forschungen von unten mit seinen unmittelbar praktischen Bezügen erörterte. Aus dem Publikum kamen interessante Hinweise auf ähnliche Initiativen aus der jüngeren Geschichte, beispielsweise über die Wirkung selbstorganisierter Wissenschaft im Bereich der Atomkraft oder im Gesundheitswesen. Ein Verbund von Forschungsinitiativen könne die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen weit über die Geisteswissenschaften hinaus einander näher bringen zum praktischen Nutzen für die Tätigkeit und Vernetzung der freiheitlich-emanzipatorischen Bewegung bis hin zum Ideal einer „Anarcho-Syndikalistischen Universität“.

Die Praxis und insbesondere die Schwierigkeiten basisdemokratischen Arbeitens stellte Folkert Mohrhof vor anhand von Kollektivbetrieben in der Kaffeebranche. Untermauert wurde dieser Vortrag durch ein profundes Wissen über das Genossenschaftswesen und –recht. Seine Kritik und die Problemfelder sind ein Meilenstein für die Orientierung künftiger selbstorganisierter Betriebe ohne Chef. Was ist zu beachten, wenn man es künftig besser machen möchte? Eine analytische Ausarbeitung der komplexen Thematik in schriftlicher Form für die Öffentlichkeit ist sehr wünschenswert.

Gekonnt stark war auch der Vortrag von Martin Veith über die Geschichte der Arbeiterbewegung in Rumänien, worauf wir an anderer Stelle bereits ausführlich eingingen. Hier reicht der Hinweis auf das Buch „Militant! Stefan Gheorghiu und die revolutionäre Arbeiterbewegung Rumäniens“. Ein Teil des Publikums lies den Abend im Nachtleben der Bremer Neustadt ausklingen. Es hat Spaß gemacht mit euch, insbesondere die spannenden Diskussionen und Anmerkungen in konstruktiver und sachlicher Atmosphäre.

Diese Initiative eines Anarcho-Syndikalistischen Tages möchten wir im nächsten Jahr gerne fortführen.

Euer Institut für Syndikalismusforschung

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