Bremen: Veranstaltung 100 Jahre 1. Weltkrieg

WKVeranstaltung am Freitag dem 21. November 2014 um 19.00 Uhr im „Resonanz“, Bremen

(Hohentorsheerstrasse 24)

2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. In der öffentlichen Aufarbeitung scheint es, als seien die Millionen Toten und Verwundeten, die Traumatisierungen und Folgeerscheinungen seit 1914 geradezu vom Himmel gefallen. Keiner wollte den Krieg, und doch fand er statt – vier Jahre lang. Diese Tendenz in der öffentlichen Präsentation wird flankiert durch das Verschweigen derjenigen Kräfte, die gegen den Krieg kämpften. Das Morden erscheint damit nicht nur schicksalhaft – gewissermaßen als Naturkatastrophe – sondern darüber hinaus als alternativlos.

Die Deutung dieses komplexen Geschehens als Krieg zwischen Nationen verschleiert generell seinen Charakter als Klassenkampf von oben gegen die Bevölkerungen aller Länder. Wirtschaftspolitische Interessen kommen, wenn überhaupt, nur in der Außenpolitik zur Sprache. Dabei bedeuteten die Jahre 1914-1918 vor allem einen zentralen Angriff auf die globalen antikapitalistischen Bewegungen von Arbe- iter_innen und Bäuer_innen jener Zeit, die überall von den Herrschenden als bedrohlich empfunden wurden.

Wir halten die historische Diskussion zum ersten Weltkrieg aus aktueller Sicht für wichtig. Was damals die Form eines Weltkriegs zwischen Staaten annahm, erscheint heute in Formen eines weltweiten sozialen Kriegs zwischen Kapital und ausgepressten Menschen in seinen verschiedenen Ausprägungen – global. Für eine neue Diskussion ist es vor allem nötig, sich aus den verkrusteten Positionen der Alt-Linken und aktuellen Friedensbewegung zu lösen, die meint, die Probleme von heute in der Polarisierung von Ost und West oder in Form eines platten Anti-Ameri- kanismus angehen zu können. Für unsere Veranstaltung haben wir als Einstieg in die Diskussion zwei Beispiele aus Osteuropa gewählt. Ein Sprecher des „Instituts für Syndikalismusforschung“ stellt die reichhaltigen Facetten einer „unbekannten Internationale“ am Beispiel Rumänien vor, einem Kernland deutscher Kriegszielforderungen und Region eines beachtenswerten Widerstandes der syndikalistisch-anarchistischen Arbeiterbewegung. Ein zweiter Beitrag wird die massenhafte Verweigerung der Soldaten der russischen Armee als Vorgeschichte der russischen Revolution 1917 einordnen, und dabei z.B: die Desertion aus der Armee als Verweigerung von Gewalt und Rück- kehrbewegung von Zwangsmobilisierten aufs Dorf vorstellen. In einem dritten Impuls wird es um eine antinatio- nale und damit antikapitalistische Sichtweise auf die Konflikte in der Ukraine gehen. Wir fragen, ob die Friedens- bewegung in letzter Zeit versagt hat, indem sie das Vorgehen des Putin-Regimes unterschlägt und dessen Vorgehen mindestens relativiert. Damit kann sie keinen Beitrag zu einer strategischen antikapitalistischen Vision leisten.

Was können die Unterdrückten und Gewaltopfer unserer Tage und die radikale Linke heute aus der Geschichte lernen? Wie kann auch heute gemeinschaftlich gegen die neuen Kriege interveniert werden? Oder: sind wir nicht längst Teil eines weltweiten sozialen Kriegs? Das möchten die „Industrial Workers of the World“ und das „Institut für Syndikalismusforschung“ mit euch erörtern und beratschlagen am:

Freitag, 21. November 2014 um 19.00 Uhr im „Resonanz“
(Lahnstrasse/Ecke Hohentorsheerstrasse, Bremen-Neustadt, Linien 1, 8 und 26 – Haltestellen „Hochschule Bremen“ oder „Pappelstrasse“.)

Eine gemeinsame Veranstaltung des Institut für Syndikalismusforschung (Syfo) und der Industrial Workers of the World (IWW) GMB Bremen

Den flyer als PDF downloaden: Hier.

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