Nun komplett online: Broschüre zu den Entwicklungen in der IAA ab 1996

warumiaa-titel-neuEnde 2010 veröffentlichte das Institut für Syndikalismusforschung in seiner „Edition Syfo“ die Broschüre „Warum IAA? Zu den Entwicklungen in der Internationalen Arbeiter-Assoziation seit 1996. Eine zusammenfassende Darstellung der wesentlichen Entscheidungen“ von Martin Veith. Wir stellen den Interessierten die Broschüre ab sofort zum kostenlosen Lesen im originalen Layout als PDF zur Verfügung. Wer sie in gedruckter Form lesen möchte, kann sie über den Syndikat-A Medienvertrieb bestellen. Syndikat A

 

76 Seiten, Format A5, 3, 50 Euro, Herausgegeben vom Institut für Syndikalismusforschung, Bremen.

 

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Warum IAA?

 

Immer wieder kommen bei Diskussionen um den Zustand und die Entwicklung der anarcho-syndikalistischen Bewegung Fragen nach der Situation und Rolle der anarcho-syndikalistischen Internationalen Arbeiter Assoziation (IAA) auf. Die Fragen: „Warum gibt es zwei CNT´s in Frankreich und zwei USI´s in Italien“, oder „Warum wird die SAC in Schweden so verteufelt“? hat sich wohl jeder an der anarcho-syndikalistischen Bewegung interessierte schon einmal gestellt. Anspruch und Schwerpunkt dieses Textes ist es, die Geschichte und Entwicklung der IAA in den letzten beiden Jahrzehnten, besonders seit dem IAA-Kongress von 1996 in Madrid darzustellen, und die Abläufe und Hintergründe zu vermitteln. Dabei handelt es sich hier um eine gestraffte Darstellung, welche die wesentlichen Entscheidungen und Handlungen der IAA in diesem Zeitradius zusammenfasst.

 

Einleitung

Immer wieder kommen bei Diskussionen um den Zustand und die Entwicklung der anarcho-syndikalistischen Bewegung Fragen nach der Situation und Rolle der anarcho-syndikalistischen Internationalen Arbeiter-Assoziation (IAA) auf. Die 1922 in Berlin gegründete IAA (Die Abkürzung in den lateinisch- bzw. englischsprachigen Ländern lautet AIT bzw. IWA) ist der internationale Zusammenschluss der libertären Arbeiterbewegungen mit anarcho-syndikalistischen Prinzipien. Den Höhepunkt – sowohl in Bezug auf ihre Mitgliederzahlen als auch in Bezug auf ihren Einfluss – hatte sie in den 1920er Jahren mit ca. 2,5 Millionen Mitgliedern. Die spanische CNT (Confederacion Nacional del Trabajo) ist die wohl bekannteste Mitgliedsorganisation der IAA und im historischen Rückblick auch diejenige, die der Einlösung des in den Prinzipien formulierten Ziels der „Reorganisation des sozialen Lebens auf Grundlage des libertären Kommunismus durch die revolutionäre Aktion der Arbeiterklasse“ mit der sozialen Revolution des Jahres 1936 am nächsten gekommen ist. In all den Jahren ihrer Existenz war die IAA immer wieder mit Angriffen von Außen, nämlich des Staates, sowie faschistischer und staatskommunistischer Bewegungen konfrontiert. Zahlreiche Mitgliedssektionen der IAA wurden unter diesen Diktaturen verboten, in die Illegalität gedrängt und ihre Mitglieder ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sich bis auf die Ausnahme von Schweden nur sehr wenige Überlebende für eine Reorganisation der IAA-Sektionen zusammen. Eine Massenbasis erlangte sie erst wieder nach dem Tod des spanischen katholisch-falangistischen Diktators Franco, als die CNT aus dem Untergrund heraus wieder in die Öffentlichkeit treten konnte.

Bis heute hat die IAA nicht wieder zu ihrer einstigen Größe aufschließen können und besteht neben wenigen Landessektionen mit hunderten von Mitgliedern, mehrheitlich aus zahlreichen numerischen Kleinst-Sektionen. Länderübergreifende Aktionen gibt es nur sehr selten, und in den internen und öffentlichen Erklärungen überwiegen ideologische Stellungnahmen, in denen es um die angebliche „Verteidigung des Anarcho-Syndikalismus“ oder den Kampf gegen „Gegen-Internationalen“ geht. Diese hart geführten ideologischen Auseinandersetzungen haben in der Mitte der 1990er Jahren zu einigen Spaltungen innerhalb von IAA-Sektionen geführt und dabei zu einem Klima beigetragen, in welchem eigens kreierte Begriffe, wie die von den „Feinden der IAA“ gegenüber tatsächlichen anarcho-syndikalistischen oder zumindest nahe stehenden GenossInnen zum oft gebrauchten Wortschatz gehören.

Aufgrund dieser Entwicklung kommt es bei Interessierten und neu in die anarcho-syndikalistische Bewegung eintretenden Genossinnen und Genossen immer wieder zu Nachfragen wie:  „Warum gibt es zwei CNT´s in Frankreich und zwei USI´s in Italien“, oder „Warum wird die SAC in Schweden so verteufelt?“ Auch langjährig aktive Genossinnen und Genossen können bei all den Entwicklungen der IAA in den letzten Jahrzehnten leicht den Überblick verlieren.

Und so ist es der Anspruch und Schwerpunkt dieses Textes, die Geschichte und Entscheidungen der IAA in den letzten beiden Jahrzehnten, besonders seit dem IAA-Kongress von 1996 in Madrid, an dem auch der Verfasser die Gelegenheit hatte als Beobachter teilzunehmen, darzustellen und die Abläufe und Hintergründe zu vermitteln. Dabei handelt es sich hier um eine gestraffte Darstellung, welche die wesentlichen Entscheidungen und Handlungen der IAA in diesem Zeitradius zusammenfasst.

Inhaltsverzeichnis „Warum IAA?“

Einleitung

1. Situation der Bewegung in Spanien nach dem Tod Francos

2. Situation zu Beginn der 1990er Jahre – die CNT in Frankreich

2.1. Die CNT-F-Betriebsgruppen bei COMATEC und SPES nehmen an den Betriebsratswahlen teil

2.2. Beschluss der CNT Betriebsgruppen wird auf dem folgenden CNT-Bundeskongress bestätigt

2.3. 1992/1993 – Die CNT-F spaltet sich

2.4. 2 x CNT-F, 2 x „Le Combat Syndicaliste“

2.5. Reaktionen der IAA auf die Spaltung in Frankreich

2.5.1. Das IAA-Sekretariat schlägt einen „Klärungskongress der CNT-F“  und den Verbleib beider CNT-F´s in der IAA vor

2.5.2. Die IAA-Statuten werden geändert – „keine zwei Mitgliedssektionen in einem Land“

2.5.3. Der 20. IAA-Kongress 1996 in Madrid schließt die CNT-F-Vignoles aus

3. Situation in Italien – Spaltung der Unione Sindacale Italiana (USI)

4. Der 20. IAA-Kongress 1996

4.1. Auszug der USI-Rom vom Kongress

4.2. Ausschluss der CNT-F-Vignoles

4.3. Ablehnung einer „Normalisierung des Verhältnisses“ zur SAC

4.4. Neue Sektionen

4.5. Nachbetrachtungen

5. Situation in Österreich und der Schweiz – „Imperialismus“-Vorwürfe gegen die deutsche FAU

6. Eigenmächtige Handlungen des IAA-Sekretariats in Granada (Garcia Rua) und Reaktionen der FAU

6.1. Die IAA-Hardliner in der FAU formieren sich

6.2. Rundreise mit Garcia Rua durch Deutschland

6.3. Machtspielchen der IAA-Hardliner in der FAU

6.3.1 Antrag der IAA-Hardliner gegen den I´02

6.3.2. IAA-Hardliner in der FAU-Bonn gründen das „Educat“ und schließen sich selber aus

6.3.3. Ausschluss der Ortsgruppe Kassel aus der FAU nach massivem Vertrauensverlust

7. Die IAA beschließt ein Kontaktverbot auf ihrem 21. Kongress (2000) und droht der FAU mit Ausschluss

7.1. Attacken gegen die USI

7.2. Reaktionen der FAU auf den Kongress

7.3. Neues IAA-Sekretariat in Norwegen

8. Ausschlussdrohungen gegen die USI wegen deren Beteiligung an den RSU

8.1. Entscheidung zu den RSU auf dem 23. IAA-Kongress 2006 in Manchester

8.2. Keine Mitglieder politischer Parteien in leitenden Funktionen der IAA

9. Zur Situation in den USA – Entristen und IAA-Sekretariat gegen die WSA

9.1. Die WSA wehrt sich

9.2. Austritt der „US-Section of IWA“ aus der IAA

9.3. WSA bekräftigt gegenüber dem IAA-Sekretariat, die rechtmäßige IAA-Sektion zu sein

9.4. 22. IAA-Kongress 2004 und die Situation in den USA

9.4.1. Auseinandersetzungen im Vorfeld des Kongresses

9.4.2. Kongress-Abstimmung – Keine Anerkennung der WSA als IAA-Sektion

9.5. Heutige Situation

10. Deutschland: Austritt oder Ausschluss der FAU aus der IAA?

10.1. Antrag auf Austritt aus der IAA wird vom FAU-Kongress und per Referendum abgelehnt (2001)

10.2. Der 22. IAA-Kongress 2004 in Granada – Ausschlussbefugnis des Sekretariats gegen die FAU auf Antrag der CNT-E

10.3. Das Ausschlussrecht des IAA-Sekretariats gegenüber der FAU wird beschlossen

10.4. Das zweite FAU-Referendum zum Austritt aus der IAA

10.5. Stellungnahme der FAU an die IAA-Sektionen

10.6. Der 23. IAA-Kongress 2006 in Manchester – CNT-F-Bordeaux stellt den Antrag auf Ausschluss der FAU

10.7. Der 24. IAA-Kongress 2009 in Porto Alegre (Brasilien) – ASI Serbien stellt den Antrag auf Ausschluss der FAU

11. Das Verhältnis der IAA zur SAC

11.1.Der Kontaktverbotsbeschluss

11.2. Die Wiederannäherung zwischen IAA und SAC wird torpediert

11.2.1. Der 20. IAA-Kongress 1996 und die SAC

11.2.2. Hintergrund der staatlichen Finanzierung der SAC

11.2.3. Aktuelle Situation – Bezahlte Funktionäre und die Frage nach Mitgliedschaft von Polizisten

11.2.4. Der IAA-Vorwurf einer „Parallel-Internationale“

11.2.5. Internationale oder Netzwerk der „Parallelisten“

11.2.6. Die IAA blockt ein weiteres Mal die direkte Verständigung mit der SAC ab

11.3. Aktuelle Entwicklungen in der SAC

12. Die IAA-Sektion in der Tschechischen Republik – FSA/FAG – MAP?

13. CAT in Belgien – Von „Freunden der IAA“ zum verleugnet werden

14. Welchen Sinn macht diese IAA?

Abkürzungsverzeichnis, Übersicht über IAA-Gremien, Ausführliche Anmerkungen.

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