Neu: Heiko Grau-Maiwald zu Gewerkschaftsarbeit!

Heiko Grau-Maiwald: Aus dem Schatten treten! Anmerkungen für die anarchosyndikalistische Gewerkschaftsarbeit, 43 Seiten, Syndikat-A Moers 2011, 2.50 Euro

Heiko Grau-Maiwald ist einer der wenigen aktiven Gewerkschafter in der syndikalistischen Bewegung, die ihre Erfahrungen im Betrieb gut analysiert zusammengefasst der Öffentlichkeit präsentieren. Zuletzt in der lesenswerten Broschüre „Aus dem Takt. Offensive Betriebsarbeit im Gesundheitswesen“ von 2010. Er kombiniert Eigenerfahrungen mit praxisnützlicher Theoriebildung wie kaum ein anderer. Dabei hebt er nicht ab, sondern bleibt am Ball, und seine Ausführungen sind nachvollzieh- und häufig anwendbar. Der Autor greift dabei Punkte auf, die in der Bewegung stark zu kurz kommen, jedoch in der Agitation ungemein wichtig sind: Psychologie, Rhetorik, Mentalitäten. Wie gehe ich auf die Kollegen zu? Wie baue ich eine feste Betriebsgruppe auf? Er spricht nicht als Organisationschecker, sondern als Kollege. Dabei beschönigt er nichts, betont stets Authentizität und Ehrlichkeit. Der gemeinsame Lernprozeß ist wichtiger als das bloße Abhandeln von Aktionen. Wie kann Betriebsarbeit als kollektiver und gleichberechtigter Prozeß angegangen werden? Heiko Grau-Mailwald führt mehrere Kapitel an. Bleiben davon einige zum Teil fortsetzungswürdig, so sind seine „Handreichungen für die Alltagsdiskussion im Betrieb“ eine exzellente Ausarbeitung zum Thema „Verhalten“.

Diese Ausführungen sind Handwerkszeug und entspringen der Beobachtungsgabe des Autoren aus langjähriger Betriebs- und Organisationspraxis. Ohne zu pädagogisieren werden zuhauf psychologische Aspekte aufgegriffen mit vielen konkret anwendbaren Grundsätzen, beispielsweise betreffend Respekt und Augenhöhe mit den Kollegen und Gesprächspartnern.

Fazit: Eine optimale Ergänzung zum „Organisationshandbuch Syndikate“ auf psychologischer Ebene. Ein Lehrtext (auch wenn der Autor ihn als solchen nicht verstanden wissen möchte), wie man ihn sonst in der gesamten Bewegungsgeschichte (!) lange suchen muß – unverzichtbar!

H.D. (Institut für Syndikalismusforschung) im Februar 2011

Klappentext

Der Anarchosyndikalismus ist in Bewegung. Betriebsarbeit hat in den letzten Jahren an praktischen Stellenwert gewonnen. Das stellt Syndikate und BasisgewerkschaftsaktivistInnen vor neue Herausforderungen. Vor allem struktureller Art, um die Einbindung neuer Mitglieder und die Aufrechterhaltung der Mobilisierbarkeit in ihrer Gesamtheit vollauf zu gewährleisten. Anfängliche Motivierung allein reicht dabei nicht aus. Es ist auch mehr Zielgerichtetheit vonnöten.
Im Hinblick darauf stellt der Autor in der Praxis erprobte und bewährte Hilfsmittel vor. Wie können sich Syndikate von Anfang besser aufstellen? Wie bringen sie ihre Ressourcen optimaler zum Einsatz. Das Hauptaugenmerk legt er jedoch auf konkrete Herangehensweisen an die Gewinnung von KollegInnen für die Betriebsarbeit: Wie gehe ich auf sie zu? Wie binde ich KollegInnen ein?

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