Neu: Fritz Scherer und die Bakuninhütte

Nur selten werden Anarcho-Syndikalisten gewürdigt, welche auf Reichs- oder internationaler Ebene keine führende Position inne hatten. Fritz Scherer (1903-1988) war nur einer von vielen Kassierern in Berlin und Hüttenwart der „Bakunin-Hütte“ in der Umgebung der Thüringischen Kleinstadt Meiningen. Längst ist es an der Zeit, dass nicht nur jedem kleinen SPD oder KPD-Unterfunktionär Broschüren und Bücher zuteil werden, gerade auch die Geschichte anarcho-syndikalistischer Persönlichkeiten an der Basis gewürdigt wird. Fritz Scherer, war Mitglied der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) und als begeisterter Wandersmann für die Aufgabe der Betreuung der Bakunin-Hütte zu Beginn der 1930er Jahre prädestiniert.

Die vom „Wanderverein Bakuninhütte“ im September 2010 herausgegebene Gedenkschrift „Rebellen-Heil“ bietet eine übersichtliche Lebensbeschreibung. Fritz Scherer selbst kommt mit Gedichten zu Wort, worauf mehrere lesenswerte Erinnerungen jüngerer Weggefährten folgen. Diese offenbaren viele Details, welche für Kenner der Materie wie Zucker sind, beispielsweise der Beitrag von Hans Jürgen Degen. Ein Kernstück zur Geschichte der Bakunin-Hütte bildet der längere Beitrag von Scherer selbst mit dem Titel: „Bakunin-Hütte. Eine Rückschau“.

Insgesamt handelt es sich um eine Gedenkschrift zum Schmökern mit einigen Schmankerln für die Syndikalismusforschung. Sie ist gut bebildert und sorgfältig gestaltet. Der Preis von 20 Euro ist der DVD geschuldet, welche den Film „Landstrasse, Kunden, Vagabunden“ von Klaus Trappmann zum Inhalt hat.

Wanderverein Bakuninhütte e.V. (Hg.): „Rebellen-Heil“. Fritz Scherer, Vagabund, Wanderer, Hüttenwart, Anarchist, Meiningen 2010, 80 Seiten, 19,80 Euro, ISBN: 978-3-87956-350-0

H.D. www.syndikalismusforschung.info, November 2010


Buch-Info: Fritz Scherer-Gedenkschrift: Rebellen Heil

Fritz Scherer hielt als ehemaliger Hüttenwart der Bakuninhütte das Andenken an das Gebäude wach. Ihm zu Ehren gibt der Wanderverein Bakuninhütte die Gedenkschrift „Rebellen Heil“ heraus. Das 63-seitige Buch enthält Beiträge von Hans Halter, Hans Jürgen Degen, Bernd und Karin Kramer, Jörg-Anselm Asseyer, Wolfram Beyer u.v.m. Neben Lebenserinnerungen und vielen Fotos von Fritz Scherer, liegt zusätzlich eine DVD mit dem zweiteiligen Dokumentarfilm „Landstraße, Kunden, Vagabunden“ von Klaus Trappmann bei. In dem Film, über die Wanderarbeiter- und Vagabundenbewegung der ersten Hälfte des 20. Jahrunderts, ist Fritz Scherer einer der wenigen Zeitzeugen.

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