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		<title>Der 20. Kongress der IAA in Madrid 1996</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 07:15:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>warumiaa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der folgende Bericht informiert über den 20. Kongress der Internationalen Arbeiter Assoziation (IAA), der 1996 in Madrid abgehalten wurde. Die dort getroffenen Entscheidungen haben bis heute weitreichende Konsequenzen für die internationale anarcho-syndikalistische Bewegung. Der hier veröffentlichte Text ist ein Auszug &#8230; <a href="http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2012/02/20/der-20-kongress-der-iaa-in-madrid-1996/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=786&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/02/redeleitung1-1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-789" title="redeleitung1-1" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/02/redeleitung1-1.jpg?w=300&#038;h=205" alt="" width="300" height="205" /></a>Der folgende Bericht informiert über den 20. Kongress der Internationalen Arbeiter Assoziation (IAA), der 1996 in Madrid abgehalten wurde. Die dort getroffenen Entscheidungen haben bis heute weitreichende Konsequenzen für die internationale anarcho-syndikalistische Bewegung. Der hier veröffentlichte Text ist ein Auszug aus der Broschüre „Warum IAA? – Zu den Entwicklungen in der Internationalen Arbeiter Assoziation seit 1996 – Eine zusammenfassende Darstellung der wichtigsten Entscheidungen” von Martin Veith, die Ende 2010 erschien.</em></p>
<p><strong>Der 20. IAA-Kongress 1996</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="text-align:justify;">Ende Dezember 1996 fand in Madrid der 20. Kongress der IAA statt. Nach den Statuten der IAA müssen in genau definierter zeitlicher Frist alle Anträge, die zur Entscheidung an Kongresse gegeben werden, allen Mitgliedssektionen vorliegen, damit diese sich eine Meinung zu ihnen bilden können und die jeweilige Sektion ihre Entscheidung treffen kann. Dies betrifft natürlich auch Aufnahmen und Ausschlüsse von Sektionen. Auf dem Kongress von 1996 kam es in verschiedener Weise zum Bruch mit diesen Prinzipien. Am Kongress nahmen etwa 250 Leute teil, darunter auch zahlreiche Mitglieder befreundeter Organisationen und Gruppen.</span></p>
<p style="text-align:justify;">Von den Mitgliedssektionen der IAA waren anwesend: Die spanische Confederacion Nacional del Trabajo (CNT-E), die norwegische NSF (Norsk Syndikalistik Forbund), die deutsche Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter Union (FAU), die „Amis de la AIT“ aus der Schweiz, die Solidarity Federation (SF) als britische Sektion, die Workers Solidarity Alliance (WSA) aus den USA, die FORA (Federacion Obrera Regional Argentina) aus Argentinien sowie jeweils die beiden zerstrittenen Fraktionen der Confederation National du Travail (CNT-F) aus Frankreich (CNT-F-„Vignoles“ und CNT-F-Bordeaux) und der Unione Sindacale Italiana (USI) aus Italien (USI-AIT und USI-Roma). Nicht anwesend waren die Mitgliedssektionen Confederação Operária Brasileira (COB aus Brasilien), RRU (Rodosho Rentai Undo aus Japan) und die Anarcho-Syndicalist Federation (ASF) aus Australien.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-786"></span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/02/kongress1.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-791" title="Kongress1" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/02/kongress1.jpg?w=300&#038;h=209" alt="" width="300" height="209" /></a>Der offizielle Kongress verlief in einer Atmosphäre von Chaos, Gebrülle und immer wieder ausbrechenden offenen Anfeindungen. Wie zu erwarten, waren die Situationen in Frankreich und Italien ein Gegenstand der Diskussion. Doch lassen sich die Abläufe nur schwerlich als Diskussion oder dem streben nach Verständnis und Austausch der unterschiedlichen Positionen bezeichnen. Wiederholt trat die Kongressleitung aufgrund der vorherrschenden Unmöglichkeit, strukturierte Diskussionen zu führen, von ihrer Funktion zurück und musste ersetzt werden. Insbesondere ein Mitglied der CNT-E, das schließlich den Kongressvorsitz übernahm, zeichnete sich durch das Niederschreien und nicht-zu-Wort-kommen-lassen von Wortmeldungen, die Nicht-Einhaltung der Rednerliste sowie die Missachtung der Statuten und Regularien des Kongressablaufes aus.</p>
<p style="text-align:justify;">Am zweiten Tag standen dann die „Aussprachen“ über die Situation in Frankreich und Italien auf der Tagesordnung. (Nachdem die CNT-F-Bordeaux bereits am ersten Tag, als allererste Entscheidung des Kongresses – noch vor der Mandatsprüfung (!) der Sektionen – eine Entscheidung über den Ausschluss der CNT-F-„Vignoles“ herbeiführen wollte).</p>
<p style="text-align:justify;">In den Kongressunterlagen findet sich zu beiden Sektionen nur der Punkt „Aussprache zur Situation“. Von einem Ausschlussantrag, gegen wen auch immer, ist in den offiziellen Dokumenten überhaupt nicht die Rede. Die Realität nahm dann einen anderen Verlauf als die offiziell angesetzte „Aussprache“. CNT-E, CNT-F-Bordeaux und die NSF verlangten vom Kongress den Ausschluss der CNT-F-Vignoles. Nach ihrer Auffassung gab es keinen Diskussionsbedarf mehr, da bereits alles über das „organisationsfeindliche Verhalten“ der CNT-F-Vignoles nachgewiesen worden sei.</p>
<p style="text-align:justify;">In Deutschland hatte sich die FAU dahingehend beraten, dem IAA-Kongress vorzuschlagen, eine Untersuchungskommission zur Situation der CNT in Frankreich einzurichten, um aus erster Hand die Informationen auszuwerten. Die CNT-F-Vignoles erklärte sich dazu bereit und hatte auch bereits im Vorfeld des IAA-Kongresses ihre Archive für an der Situation interessierte aus den IAA-Sektionen zur Verfügung gestellt. Auf dem IAA-Kongress wurde dies von der FAU positiv hervorgehoben und auch die CNT-F-Bordeaux von der FAU aufgefordert, den Einblick in ihr Archiv zu gestatten, um zu einem umfassenden Bild der Situation zu gelangen. Danach sollte eine Entscheidung der IAA durch ein Referendum herbeigeführt werden. Die Einsicht in ihr Archiv wurde von der CNT-F-Bordeaux verweigert, und besonders CNT-E und NSF wollten den Ausschluss der CNT-F-Vignoles ohne Wenn und Aber auf diesem Kongress durchsetzen. Es wurden auf dem Kongress weitere Vorwürfe gegen die CNT-F-Vignoles laut. Von Seiten der CNT-E und der CNT-F-Bordeaux hieß es nun, die „Vignoles“ würden mit „Faschisten paktieren“ und hätten die Beteiligung an Betriebsratswahlen als „Strategie“ festgeschrieben. Beide Anschuldigungen waren unwahr.</p>
<p style="text-align:justify;">Nachdem es schließlich gelang, den Lärm und das Geschreie der Delegierten von CNT-E und CNT-F-Bordeaux zu beenden, folgte die angekündigte „Aussprache“. Der Genosse, der für die CNT-F-Vignoles sprach, erklärte dem Kongress, was es mit dem „Paktieren mit den Faschisten“ auf sich habe. Ein (in Zahlen 1!) Mitglied der CNT-F-Vignoles in Paris trat mit nationalistischen Gewerkschaften in Kontakt. Nachdem dies bekannt wurde, wurde er unverzüglich aus der CNT-F-Vignoles ausgeschlossen. Der Genosse der „Vignoles“ führte weiter aus: Die Beteiligung an der Betriebsratswahl in der Pariser Metro sei eine Ausnahme gewesen und keine Strategie. Sie seien Anarcho-Syndikalisten, und bei der Beteiligung an den Wahlen sei es um den Schutz der dortigen Genossen gegangen. Dies sei im Rückblick als Fehler einzuschätzen, der nicht wieder vorkommen würde. Doch auf die Ausführungen des Genossen wurde von Seiten der Delegierten der CNT-E, der CNT-F-Bordeaux, der USI-AIT und der NSF nur mit Häme und langatmigen, phrasendurchsetzten Erklärungen reagiert. In diesen Gruppen war kein Wille vorhanden, aufeinander zuzugehen oder gar zu realisieren, dass einen mehr verbindet als trennt. Selbst die Entschuldigung und Klarstellung der CNT-F-Vignoles, nicht mehr an Betriebsratswahlen teilzunehmen ging anschließend in Hohn und Spott unter. Der Wille, die CNT-F-Vignoles um jeden Preis aus der IAA auszuschließen, war deutlich spürbar. Doch bevor es zum Ausschluss kam, ergriff ein älterer Genosse der USI-Rom das Wort.</p>
<p><strong>Auszug der USI-Rom vom Kongress</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Mit dem Satz „Achtung Genossen! Jemand versucht, die IAA zu zerstören“, trat er an das Kongresspult und führte mit bewegten Worten aus, dass die IAA mit diesem Verhalten zeige, dass sie keine anarcho-syndikalistische Internationale der Arbeiter mehr sei, sondern eine Internationale von Anarchisten. Hier würde Stalinismus betrieben, und es sei wichtig, eine neue, eine wirkliche Internationale der Arbeiter zu schaffen. Während seiner Rede war es Ruhig geworden. Nachdem er nun seine Ansprache beendet hatte, riss er sich seine Delegiertenkarte vom Hemd, zerriss sie und warf sie der Kongressleitung vor die Füße. Die Delegation der USI-Rom tat genau dasselbe. Sie zerrissen die Delegiertenausweise, warfen sie vor die Füße der Tagungsleitung und verließen daraufhin geschlossen den IAA-Kongress. Dieser Auszug der USI-Rom fand unter gegenseitigem Beschimpfen der Delegierten der USI-AIT und der CNT-E auf der einen Seite und der USI-Rom andererseits statt. Anschließend wurde der Auszug der USI-Rom von der Mehrheit der IAA-Sektionen als „Austritt aus der IAA“ gewertet.[1] Eine Aussprache zur Situation in Italien fand daraufhin nicht mehr statt. Die USI-AIT wurde daraufhin vom Kongress bestätigt und gilt seit diesem Zeitpunkt als legitime IAA-Sektion in Italien.</p>
<p><strong>Ausschluss der CNT-F-Vignoles</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Direkt nach dem Auszug der USI-Rom beantragte die CNT-E den sofortigen Ausschluss der CNT-F-Vignoles aus der IAA. Ein klarer Bruch mit den Statuten der IAA. Der Ausschlussantrag war in den Kongressunterlagen nicht angekündigt worden. Doch die Kongressleitung unter dem Vorsitz der CNT-E ließ den Antrag zu und forderte zur Abstimmung darüber auf. Die CNT-E, die NSF und die USI-AIT stimmten für den Ausschluss der CNT-F-Vignoles. Die SF, die WSA sowie die FORA enthielten sich. Die FAU stimmte als einzige Sektion gegen den Ausschluss.[2] Mit drei gegen eins beschloss der Kongress damit den Ausschluss der CNT-F-Vignoles, diese erklärten dennoch weiterhin im Sinne der IAA tätig zu sein. Direkt nach dem Ausschluss wurden sie vom Kongress verwiesen. Daraufhin erklärte die FAU, diesen Ausschluss nicht anzuerkennen, da er unter dem Bruch der Statuten der IAA zustande gekommen sei. Weiterhin erklärte die FAU, dass sie „hoffe“, dass es keinen Kontaktverbotsbeschluss gegen die CNT-F-Vignoles gebe, wie es einen solchen gegenüber der SAC in Schweden gibt.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Ablehnung einer „Normalisierung des Verhältnisses“ zur SAC</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Seit den 1950er Jahren ist das Verhältnis der IAA zur schwedischen SAC (Sveriges Arbetaren Centralorganisation) sehr angespannt (Siehe dazu Kapitel 11). Ein IAA-Kongressbeschluss besagt, dass es zwischen den IAA-Sektionen und der SAC keinen „offiziellen Kontakt“ geben darf. Demgegenüber sei es aber den IAA-Sektionen gestattet, „inoffzielle Kontakte“ zur SAC zu unterhalten. Der Streit über die Auslegung darüber, was denn nun „offiziell“ und was „inoffiziell“ ist, ist dabei so alt wie der Beschluss selber und führt immer wieder zu Auseinandersetzung innerhalb der IAA. Um das Verhältnis der IAA zur SAC zu normalisieren – die IAA bezeichnet die SAC als feindliche Organisation – brachte die FAU zum Kongress den Antrag ein, die Beziehungen zur SAC offiziell zu normalisieren und sie wie „jede andere reformistische Gewerkschaft auch“ zu behandeln. Dieser Antrag wurde unter emotionalen Stellungnahmen seitens der CNT-E, der CNT-F-Bordeaux und der NSF abgelehnt. Die SAC sei „keine andere reformistische Gewerkschaft“, da sie sich als „anarchosyndikalistisch bezeichne“ und „wiederholt versucht habe, die IAA zu zerstören“. Allerdings wurde ein Antrag der NSF angenommen, der besagt, dass die IAA eine „Untersuchungskommission zur SAC“ einsetzen solle, um die „tatsächlichen Positionen und Arbeitsweisen“ zu überprüfen.</p>
<p><strong>Neue Sektionen</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong></strong><span style="text-align:justify;">Als neue Sektionen nahm der IAA-Kongress von 1996 die folgenden Organisation auf; BKT-Bulgarien, Konföderation Revolutionärer Anarcho-Syndikalisten (KRAS) – Russland, Associação Sindical da Área Urbana de Lisboa (Anarco-Sindicalista) (ASAUL), später umbennant in AIT-Portugal, Portugal, die Anarcho-Syndikalistische Föderation (ASF) aus Tschechien (später umbenannt in FSA (Föderation Sozialer Anarchisten und schließlich aufgegangen in der Föderation Anarchistischer Gruppen), die Solidaridad Obrera aus Chile, Organize! aus Irland und in Abwesenheit die Awareness League aus Nigeria. Insbesondere die tschechischen, russischen und portugiesischen Sektionen entwickelten in den kommenden Jahren ausgesprochen dogmatische Positionen, wie an einigen Beispielen in diesem Text noch aufgezeigt werden wird.</span></p>
<p><strong>Nachbetrachtungen</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong></strong><span style="text-align:justify;">In den Nachbetrachtungen der Delegierten und BeobachterInnen aus Deutschland wurde der gesamte Kongress einer kritischen Betrachtung unterzogen. Sowohl der Bruch der IAA-Statuten mit dem Ausschluss der CNT-F-Vignoles als auch das aggressive Verhalten zahlreicher Kongressteilnehmer stießen auf Missbilligung der TeilnehmerInnen aus der FAU. Ebenso bemängelt wurde die Kongressleitung, die sich nicht an die Vorgaben hielt und durch ihr herrisches Verhalten schließlich eine auch nur ansatzweise offene Diskussion unmöglich machte. Mancher Genosse fühlte sich durch das Verhalten und die Art der Entscheidungen an Parteitage der KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) erinnert. Seit diesem Kongress ist das Verhältnis der IAA gegenüber der FAU nicht mehr wie zuvor.[3]</span></p>
<p style="text-align:justify;">[1] Die USI-Rom betrachtet sich selber nicht als ausgetreten. Ihrer Auffassung nach war der gesamte Kongress ungültig, da über wesentliche Dinge und Entscheidungen (auch im Hinblick auf die auf dem Kongress getätigten Neuaufnahmen von IAA-Sektionen – die rein ideologisch-anarchistische Gruppen und keine Gewerkschaften seien), nicht ausreichend informiert und statutengemäß gehandelt worden sei. Noch heute benutzt die USI-Rom die Bezeichnung AIT in ihrem Namen, was immer wieder zu Verwechslungen der beiden USI´s beiträgt.</p>
<p style="text-align:justify;">[2] Wenn man es genau nimmt, hätte die FAU gar nicht abstimmen dürfen, da sie überhaupt kein Mandat dafür hatte. Allerdings kam sie mit einem Mandat für eine Untersuchungskommission zur Situation in Frankreich zum Kongress, und die Nein-Stimme der FAU auf dem Kongress wurde später von der Gesamt-Organisation nachträglich legitimiert.</p>
<p style="text-align:justify;">[3] So ein Genosse aus Berlin in dem monatlichen FAU-Rundbrief „Debatte“ vom Januar 1997. Zum Kongress schreibt auch die FAU-Gruppe Main-Tauber: „Insgesamt hinterließ die überwiegende Zahl der Auseinandersetzungen, die im Verlauf des Kongresses geführt wurden, einen fatalen Eindruck. Während in den Reden wieder und wieder anarcho-syndikalistische Prinzipien als Begründung für bestimmte Entscheidungen herangezogen wurden, waren Gestus und Diskussionsstil vieler Delegierter nicht eben von jenen Prinzipien geprägt, die sie so wortreich beschworen. Es war erschreckend, wie sehr ein Großteil der Diskussionen und der Verfahrensweise der Delegierten einzelner Sektionen (wie der CNT-F Bordeaux, der spanischen CNT und der norwegischen NSF) dem Stil parlamentarischer Debatten glich. Fragen wurden nicht beantwortet, Argumente nicht aufgegriffen, sondern allenfalls rhetorisch verdreht und ein Konsens oftmals nicht mal Ansatzweise angestrebt, sondern Diskussionen durch Abstimmungen erstickt.“ Aus: Bericht vom XX. IAA-Kongress der FAU-IAA Main-Tauber, in: Debatte Januar 1997, S.44.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/02/warumiaa-titel-neu.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-792" title="warumiaa-titel-neu" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/02/warumiaa-titel-neu.jpg?w=211&#038;h=300" alt="" width="211" height="300" /></a>Inhaltsverzeichnis „Warum IAA?“</strong> </span></p>
<p><strong>Einleitung </strong></p>
<p><strong>1. Situation der Bewegung in Spanien nach dem Tod Francos</strong></p>
<p><strong>2. Situation zu Beginn der 1990er Jahre – die CNT in Frankreich</strong></p>
<p>2.1. Die CNT-F-Betriebsgruppen bei COMATEC und SPES nehmen an den Betriebsratswahlen teil</p>
<p>2.2. Beschluss der CNT Betriebsgruppen wird auf dem folgenden CNT-Bundeskongress bestätigt</p>
<p>2.3.  1992/1993 – Die CNT-F spaltet sich</p>
<p>2.4. 2 x CNT-F, 2 x „Le Combat Syndicaliste“</p>
<p>2.5. Reaktionen der IAA auf die Spaltung in Frankreich</p>
<p>2.5.1. Das IAA-Sekretariat schlägt einen „Klärungskongress der CNT-F“  und den Verbleib beider CNT-F´s in der IAA vor</p>
<p>2.5.2. Die IAA-Statuten werden geändert – „keine zwei Mitgliedssektionen in einem Land“</p>
<p>2.5.3. Der 20. IAA-Kongress 1996 in Madrid schließt die CNT-F-Vignoles aus</p>
<p><strong>3. Situation in Italien – Spaltung der Unione Sindacale Italiana (USI) </strong></p>
<p><strong>4. Der 20. IAA-Kongress 1996 </strong></p>
<p>4.1. Auszug der USI-Rom vom Kongress</p>
<p>4.2. Ausschluss der CNT-F-Vignoles</p>
<p>4.3. Ablehnung einer „Normalisierung des Verhältnisses“ zur SAC</p>
<p>4.4. Neue Sektionen</p>
<p>4.5. Nachbetrachtungen<strong> </strong></p>
<p><strong>5. Situation in Österreich und der Schweiz – „Imperialismus“-Vorwürfe gegen die deutsche FAU </strong></p>
<p><strong>6. Eigenmächtige Handlungen des IAA-Sekretariats in Granada (Garcia Rua) und Reaktionen der FAU </strong></p>
<p>6.1. Die IAA-Hardliner in der FAU formieren sich</p>
<p>6.2. Rundreise mit Garcia Rua durch Deutschland</p>
<p>6.3. Machtspielchen der IAA-Hardliner in der FAU</p>
<p>6.3.1 Antrag der IAA-Hardliner gegen den I´02</p>
<p>6.3.2. IAA-Hardliner in der FAU-Bonn gründen das „Educat“ und schließen sich selber aus</p>
<p>6.3.3. Ausschluss der Ortsgruppe Kassel aus der FAU nach massivem Vertrauensverlust<strong> </strong></p>
<p><strong>7. Die IAA beschließt ein Kontaktverbot auf ihrem 21. Kongress (2000) und droht der FAU mit Ausschluss</strong></p>
<p>7.1. Attacken gegen die USI</p>
<p>7.2. Reaktionen der FAU auf den Kongress</p>
<p>7.3. Neues IAA-Sekretariat in Norwegen<strong> </strong></p>
<p><strong>8. Ausschlussdrohungen gegen die USI wegen deren Beteiligung an den RSU </strong></p>
<p>8.1. Entscheidung zu den RSU auf dem 23. IAA-Kongress 2006 in Manchester</p>
<p>8.2. Keine Mitglieder politischer Parteien in leitenden Funktionen der IAA<strong> </strong></p>
<p><strong>9. Zur Situation in den USA – Entristen und IAA-Sekretariat gegen die WSA </strong></p>
<p>9.1. Die WSA wehrt sich</p>
<p>9.2. Austritt der „US-Section of IWA“ aus der IAA</p>
<p>9.3. WSA bekräftigt gegenüber dem IAA-Sekretariat, die rechtmäßige IAA-Sektion zu sein</p>
<p>9.4. 22. IAA-Kongress 2004 und die Situation in den USA</p>
<p>9.4.1. Auseinandersetzungen im Vorfeld des Kongresses</p>
<p>9.4.2. Kongress-Abstimmung – Keine Anerkennung der WSA als IAA-Sektion</p>
<p>9.5. Heutige Situation<strong> </strong></p>
<p><strong>10. Deutschland: Austritt oder Ausschluss der FAU aus der IAA? </strong></p>
<p>10.1. Antrag auf Austritt aus der IAA wird vom FAU-Kongress und per Referendum abgelehnt (2001)</p>
<p>10.2. Der 22. IAA-Kongress 2004 in Granada – Ausschlussbefugnis des Sekretariats gegen die FAU auf Antrag der CNT-E</p>
<p>10.3. Das Ausschlussrecht des IAA-Sekretariats gegenüber der FAU wird beschlossen</p>
<p>10.4. Das zweite FAU-Referendum zum Austritt aus der IAA</p>
<p>10.5. Stellungnahme der FAU an die IAA-Sektionen</p>
<p>10.6. Der 23. IAA-Kongress 2006 in Manchester – CNT-F-Bordeaux stellt den Antrag auf Ausschluss der FAU</p>
<p>10.7. Der 24. IAA-Kongress 2009 in Porto Alegre (Brasilien) – ASI Serbien stellt den Antrag auf Ausschluss der FAU<strong> </strong></p>
<p><strong>11. Das Verhältnis der IAA zur SAC  </strong></p>
<p>11.1.Der Kontaktverbotsbeschluss</p>
<p>11.2. Die Wiederannäherung zwischen IAA und SAC wird torpediert</p>
<p>11.2.1. Der 20. IAA-Kongress 1996 und die SAC</p>
<p>11.2.2. Hintergrund der staatlichen Finanzierung der SAC</p>
<p>11.2.3. Aktuelle Situation – Bezahlte Funktionäre und die Frage nach Mitgliedschaft von Polizisten</p>
<p>11.2.4. Der IAA-Vorwurf einer „Parallel-Internationale“</p>
<p>11.2.5. Internationale oder Netzwerk der „Parallelisten“</p>
<p>11.2.6. Die IAA blockt ein weiteres Mal die direkte Verständigung mit der SAC ab</p>
<p>11.3. Aktuelle Entwicklungen in der SAC</p>
<p><strong>12. Die IAA-Sektion in der Tschechischen Republik – FSA/FAG – MAP?</strong></p>
<p><strong>13. CAT in Belgien – Von „Freunden der IAA“ zum verleugnet werden</strong></p>
<p><strong>14. Welchen Sinn macht diese IAA?</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Martin Veith: „Warum IAA? – Zu den Entwicklungen in der Internationalen Arbeiter Assoziation seit 1996 – Eine zusammenfassende Darstellung der wichtigsten Entscheidungen”.</strong> 76 Seiten, Format A5, Herausgegeben vom Institut für Syndikalismusforschung, Bremen, 3.50 Euro. Zu beziehen u.a. über den <a href="http://zuchthaus.free.de/syndikat-a/?p=productsMore&amp;iProduct=3346&amp;sName=V-61-M.Veith--Warum-IAA-" target="_blank">Syndikat A Medienvertrieb</a></p>
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		<title>Anton Rosinke in Ehren zum 75. Todestag</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 13:44:04 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Am 14. Februar 37 ermordeten die Nazis den Düsseldorfer Anarcho-Syndikalisten Anton Rosinke. Zum 50. Jahrestag seiner Ermordung gedachten ihm die Mitglieder der örtlichen FAU-Gruppe mit einer Gedächtnisfeier vor dem Gebäude, in dem er 1937 zu Tode gefoltert wurde. (Heute ist &#8230; <a href="http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2012/02/13/anton-rosinke-in-ehren-zum-75-todestag/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=144&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_146" class="wp-caption aligncenter" style="width: 659px"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/03/img336.jpg"><img class="size-medium wp-image-146" title="img336" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/03/img336.jpg?w=649&#038;h=326" alt="" width="649" height="326" /></a><p class="wp-caption-text">Gedenkartikel aus der &quot;Direkten Aktion&quot; Nr. 63 (1987)</p></div>
<p style="text-align:justify;"><strong>Am 14. Februar 37 ermordeten die Nazis den Düsseldorfer Anarcho-Syndikalisten Anton Rosinke. </strong></p>
<p style="text-align:justify;">Zum 50. Jahrestag seiner Ermordung gedachten ihm die Mitglieder der örtlichen FAU-Gruppe mit einer Gedächtnisfeier vor dem Gebäude, in dem er 1937 zu Tode gefoltert wurde. (Heute ist dieses Haus Sitz des Polizeipräsidiums.) Später legten Freunde und Genossen aus Düsseldorf und Umgebung zusammen mit der 80 jährigen Tochter einen Kranz an seinem Grab nieder.</p>
<p style="text-align:justify;">Aus: „Direkte Aktion“, Nr. 63/1987.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.syndikalismusforschung.info/asrhein.htm" target="_blank">Kurzartikel</a> zum Thema</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/syndikalismusforschung.wordpress.com/144/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/syndikalismusforschung.wordpress.com/144/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/syndikalismusforschung.wordpress.com/144/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/syndikalismusforschung.wordpress.com/144/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/syndikalismusforschung.wordpress.com/144/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/syndikalismusforschung.wordpress.com/144/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/syndikalismusforschung.wordpress.com/144/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/syndikalismusforschung.wordpress.com/144/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/syndikalismusforschung.wordpress.com/144/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/syndikalismusforschung.wordpress.com/144/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/syndikalismusforschung.wordpress.com/144/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/syndikalismusforschung.wordpress.com/144/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/syndikalismusforschung.wordpress.com/144/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/syndikalismusforschung.wordpress.com/144/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=144&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Biographie: Carl Windhoff (1872-1941)</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 07:50:54 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der folgende Artikel wurde zuerst publiziert in: &#8220;Barrikade&#8221;, der Hamburger &#8220;Sreitschrift für Anarchosyndikalismus, Unionismus und revolutionären Syndikalismus&#8221;, Nummer 5 vom Mai 2011.  Herausgegeben wird sie vom Archiv Karl Roche und kann dort oder bei Syndikat-A- in Moers bezogen werden. Helge &#8230; <a href="http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2012/02/09/biographie-carl-windhoff-1872-1941/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=234&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/windhoff-stempel.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-236" title="Windhoff Stempel" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/windhoff-stempel.jpg?w=283&#038;h=131" alt="" width="283" height="131" /></a>Der folgende Artikel wurde zuerst publiziert in: &#8220;Barrikade&#8221;, der Hamburger &#8220;Sreitschrift für Anarchosyndikalismus, Unionismus und revolutionären Syndikalismus&#8221;, Nummer 5 vom Mai 2011.  Herausgegeben wird sie vom <a href="http://archivkarlroche.wordpress.com/" target="_blank">Archiv Karl Roche</a> und kann dort oder bei <a href="http://zuchthaus.free.de/syndikat-a/" target="_blank">Syndikat-A</a>- in Moers bezogen werden</em>.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Helge Döhring: Carl Windhoff (1872-1941)</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Es gab Zeiten, da wurden über sozialdemokratische Provinzbürgermeister und Kleinfunktionäre ganze Biographien geschrieben. Darüber, wie lieb sie ihre Kinder hatten und darüber, was sie alles erreichten für das Wohl der Arbeiterschaft &#8211; als Sesselhelden. Ich möchte mich im Folgenden mit einer kurzen Portraitierung eines tatsächlich bedeutenden Mannes befassen.</strong> Gegen den Strom schwimmend, persönliche Risiken und Nachteile eingehend, erreichten er und seine Mitstreiter Außergewöhnliches. In der bisherigen <a href="http://www.syndikalismusforschung.info/ad.htm" target="_blank">Literatur</a> zum Thema syndikalistische Arbeiterbewegung war seine Person nur am Rande von Bedeutung. Nicht einmal seine Lebensdaten waren der Recherche wert und wurden falsch angegeben. (1) Leider ist in den mir vorliegenden Quellen nicht viel mehr als seine gewerkschafts-politische Tätigkeit auffindbar, sein Name omnipräsent, als Redner, Organisator, Agitator, hoher Funktionär. Privates bleibt außen vor. Ist die allgemeine Kritik an der Parole „Große Männer machen Geschichte“ berechtigt, so ist dennoch die Geschichte der revolutionären Arbeiterbewegung des Rheinlandes ohne ihn nicht denkbar.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Sozialisierung zum Kampf</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Carl Windhoffs Sozialisierung erfolgte in jungen Jahren unter Einfluß des Sozialistengesetzes. Damit wurde ihm im Klassenkampf der Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit praktisch in die Wiege gelegt. Als das „Gesetz gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ 1878 in Kraft trat, war er fünf Jahre alt. Als es nicht mehr verlängert wurde, stand er im 17. Lebensjahre. Geboren wurde Carl Windhoff am 09. November 1872 in Düsseldorf,(2) der Stadt, welcher er sein Leben lang treu bleiben sollte. Sein Herz schlug seit seinem 14. Lebensjahr für die sozialdemokratische Arbeiterbewegung, für ihre Zeitungen, Broschüren und Bücher. Die Tatsache, dass er sich alles selber erarbeiten musste, sollte sein ganzes Leben prägen. Sein Bildungsbedürfnis war umfassend. Als junger Erwachsener las er Edward Bellamy, Leo Tolstoi, Emile Zola, die volkswirtschaftlichen Schriften von Peter Kropotkin, aber auch naturwissenschaftliche Literatur bis hin zu „süddeutschen Bauernromanen“. Dieser Bildungshunger verhalf ihm zu den Werten der „gegenseitigen Hilfe“ und der „allgemeinen Solidarität“.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-234"></span><strong>Organisationsaufbau (1900-1914)</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/protokoll-fliesenleger.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-237" title="Protokoll Fliesenleger" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/protokoll-fliesenleger.jpg?w=284&#038;h=300" alt="" width="284" height="300" /></a>Windhoffs erste gewerkschaftliche Tätigkeiten lassen sich auf das Jahr 1900 zurückverfolgen, als er versuchte, seine Fliesenlegerkollegen gegen die heftigen Widerstände der Kapitalisten zu organisieren. Fünf Jahre darauf konstituierte sich schließlich die „Vereinigung der Fliesenleger Düsseldorfs und Umgebung“. In dieser Berufssparte war der Konkurrenzdruck durch die Zentralverbände der Bauberufe noch unwesentlich, und das Organisationsvakuum wurde redlich genutzt: Für die Region sollte diese gewerkschaftliche Pionierarbeit für Jahrzehnte große Bedeutung innerhalb der gesamten Baubranche erlangen. Die Fliesenleger waren äußerst fleißige und selbstdisziplinierte Arbeiter mit guten Arbeitszeugnissen und vergleichsweise hohen Erwartungen an andere und sich selbst, was den Einsatz innerhalb und außerhalb der Betriebe anbelangte. Windhoff wurde zur Zielscheibe der Kapitalisten. Wurde er ausgesperrt, litt die Rentabilität des Unternehmens. Doch wollte das hohe Maß an Arbeitskraft auch teuer verkauft werden. Da er lernte, sich durchzubeißen und &#8211; mit dem Ziel einer freien und gerechten Gesellschaftsordnung &#8211; für die Rechte der Arbeiterschaft zu kämpfen, war es ihm trotz großer materieller Not in der eigenen Familie unangenehm,(3) die Unterstützung seiner Kollegen anzunehmen. Die Vereinigung der Fliesenleger erreichte ihre Etappenziele:</p>
<p style="text-align:justify;">„Wir waren die erste Organisation in Deutschland, welche unseren Kollegen vom Jahre 1923 ab 6 Tage Ferien bei vollem Lohn sicherte, was dann vielfach Nachahmung fand.“(4) Hierin lag der Grundstein für die jahrzehntelange Treue ihrer Mitglieder bis in die Zeit des Hitlerfaschismus hinein. Reichsweit schlossen sie sich der „<a href="http://www.syndikalismusforschung.info/museum.htm" target="_blank">Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften</a>“ (FVDG) an. Das war die lokalistische Strömung innerhalb der sozialdemokratischen Gewerkschaftsbewegung, welche sich nicht der zentralistisch aufgebauten „Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands“ unterordnen wollte und deshalb im Jahre 1908 aus der sozialdemokratischen Partei ausgeschlossen wurde, bzw. austrat. In den Jahren zuvor widerstanden sie den zahlreichen und lukrativen Abwerbungsversuchen seitens der Funktionäre der nun mit ihnen konkurrierenden zentralgewerkschaftlichen Verbände. Diese waren zentralistisch aufgebaut und ihre Mitglieder in autoritärem Geiste erzogen. Sie schlossen schnell ihren Frieden mit dem Klassengegner und militaristisch gesinnt im Hurrapatriotismus angekommen zum 1. Weltkrieg ihren Burgfrieden mit dem Kaiserreich. In den lokalorganisierten Gewerkschaften der FVDG hingegen verblieben bis 1914 reichsweit nur etwa 8.000 Mitglieder, die einen konsequenten Antimilitarismus vertraten und den diktatorischen Verhältnissen der Kriegszeit ausgesetzt blieben. Für sie wurde der Begriff „<a href="http://www.syndikalismusforschung.info/sybegriff.htm" target="_blank">Syndikalisten</a>“ gefunden, da der französische Syndikalismus mit seinem Modell der „<a href="http://www.syndikalismusforschung.info/arbeiterborse.htm" target="_blank">Arbeiterbörsen</a>“ großen Einfluß hatte. Daneben wirkten auch anarchistische Ideengänge impulsgebend auf die Bewegung ein, sodaß sich für die 1920er Jahre der Begriff „Anarcho-Syndikalismus“ etablieren sollte. Zusammen mit <a href="http://www.syndikalismusforschung.info/katerfr.htm" target="_blank">Fritz Kater</a> und <a href="http://archivkarlroche.wordpress.com" target="_blank">Karl Roche</a> nahm Windhoff im Jahre 1913 am Ersten internationalen Syndikalistenkongreß in London teil.(5)</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Weltkrieg und Revolution (1914-1919)</strong></p>
<p style="text-align:justify;">In der Kriegszeit lag die Bewegung weitgehend brach, beschränkte sich auf die Aufrechterhaltung der Organisation und auf die Unterstützung Versehrter und Hinterbliebener. Nach dem Verbot ihrer Organe zu Kriegsbegin brachte die FVDG zwei interne Periodika heraus, deren Erscheinen in den Jahren 1915 und 1917 ebenfalls polizeilich untersagt wurde. Zu einem nicht geringen Teil bestanden diese aus Todesanzeigen. Nach Kriegsende wandten sich die Syndikalisten gegen den politischen und putschistischen Charakter der deutschen Revolution von 1918/19 und erinnerten daran, „sich mehr um die wirtschaftliche Macht zu bemühen und die Fabriken unter die Herrschaft der Arbeiterschaft zu bringen.“(6)</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/verbot-einigkeit-fc3bcr-seite-16.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-238" title="Verbot Einigkeit für Seite 16" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/verbot-einigkeit-fc3bcr-seite-16.jpg?w=406&#038;h=597" alt="" width="406" height="597" /></a></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Aufstieg zur Massenbewegung (1919)</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Die Repression beschränkte sich keinesfalls auf die Zeiten diktatorischer Verhältnisse. Der Terror gegen die Lokalorganisierten bestand auch nach 1918/19 weiter und ging wesentlich von den reaktionären Zentralverbänden aus, welche im Verein mit Kapitalisten und der Staatsmacht die Syndikalisten aus den Betrieben drängten: Wenn der Unternehmer nicht wollte, sogar mittels Streiks gegen die eigenen Kollegen! Dagegen waren nur sehr gefestigte Vereinigungen der Syndikalisten gefeit, die aus den besten Kämpfern der alten Arbeiterbewegung bestanden. Die Fliesenleger Düsseldorfs wehrten sich nicht nur erfolgreich. Es gelang ihnen, durch enorme Fleißarbeit und diplomatische Fähigkeiten, große Teile der von den Zentralverbänden enttäuschten revolutionären Arbeiterschaft des Rheinlandes und Ruhrgebietes zu sammeln und ab September 1919 zu Zehntausenden, nämlich aus der „Allgemeinen Bergarbeiter Union“ (Gelsenkirchen), sowie der Essener und Düsseldorfer „Allgemeinen Arbeiter-Union“, organisatorisch als „Freie Arbeiter-Union Deutschlands“ (<a href="http://www.syndikalismusforschung.info/einfuhrungdeutsch.htm" target="_blank">FAUD</a>) zusammenzufassen. Damit füllten sie ein Organisationsvakuum, bevor als weitere Konkurrenz bei diesen Organisationen die Kommunisten zum Zuge kamen.(7)</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.syndikalismusforschung.info/wienand.htm" target="_blank">Rudolf Rocker</a> erinnerte sich: „In ihren Interessen standen uns die Organisationen sehr nah, obgleich sie mit unseren Grundsätzen nur oberflächlich bekannt waren. Es lohnte sich daher schon, mit ihnen eine Einigung zu erzielen. Das war allerdings keine leichte Aufgabe. (…) Unter den Wortführern gab es manche, mit denen die Verhandlungen schwerer waren; die meisten von ihnen (…) verfügten hauptsächlich nur über eine Vielzahl leerer Schlagworte, die sie meist bei den Kommunisten aufgelesen hatten. Dass es trotzdem möglich war, mit jenen Organisationen zu einem Einverständnis zu gelangen, war hauptsächlich das Verdienst des Genossen Carl Windhoff in Düsseldorf gewesen, dessen unverdrossene Arbeit schließlich ein Werk zustande brachte, das anderen wohl kaum gelungen wäre. (…) Obgleich er den Führern der Zentralverbände im großen Industriegebiet stets ein Dorn im Auge war, erfreute er sich unter den Arbeitern eines ausgezeichneten Rufes. Die makellose Ehrlichkeit seiner Gesinnung und seine Bereitschaft, sich für die Rechte anderer mit seiner ganzen Person einzusetzen, nötigten sogar seinen bittersten Gegnern Achtung ab. (…) Seine zähe Beharrlichkeit erzielte denn auch einen vollständigen Erfolg. Am 15. und 16. September 1919 fand in Düsseldorf eine gemeinsame Konferenz statt, die von 105 Delegierten besucht war. (…) nach langen Verhandlungen kam die Verschmelzung zustande, und zwar auf Grund der Richtlinien, welche die FVDG auf ihren Kongressen 1906 und 1910 angenommen hatte. Die Konferenz faßte auch den Beschluß, den beteiligten Organisationen vorzuschlagen, ihre bisherigen Namen aufzugeben und sich fortan als „Freie Arbeiter-Union Deutschlands“ (Syndikalisten) zu betätigen. Dieser Beschluß wurde auch auf dem 12. Kongress der FVDG in Berlin im Dezember desselben Jahres mit großer Mehrheit angenommen. Dadurch hatte sich die syndikalistische Bewegung Deutschlands mit einem Schlage verdoppelt und erreichte einen Mitgliederbestand von 120.000.“(8)</p>
<p style="text-align:justify;">Allein in Düsseldorf waren im Jahre 1919 organisiert:(9)</p>
<p style="text-align:justify;">Alle Berufe und Bauberufe: 800 Mitglieder</p>
<p style="text-align:justify;">Kommunalarbeiter: 4.000</p>
<p style="text-align:justify;">Metallarbeiter: 11.400</p>
<p style="text-align:justify;">Zusammen: 16.200</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Erfolge (die 1920er Jahre)</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Als eine der wenigen syndikalistischen Vereinigungen gelang es den Fliesenlegern, eigene <a href="http://www.syndikalismusforschung.info/heltarife.htm" target="_blank">Tarifverträge</a> abzuschließen und einflussreiche <a href="http://www.syndikalismusforschung.info/helzwischen.htm" target="_blank">Betriebsräte</a> zu stellen.(10) In einer Rede auf dem 18. Kongress der FAUD im Jahre 1930 konnte Windhoff berichten:</p>
<p style="text-align:justify;">„Wir haben in verschiedenen rheinischen Orten Löhne erreicht, die um 30 bis 35 % höher sind als in den übrigen Orten. (…) Wir haben erreicht, dass wir darüber bestimmen, wer eingestellt und wer entlassen wird. (…) Wir haben die Zentralgewerkschaft genötigt, unsere Abmachungen mit zu unterschreiben. Wir haben die staatlichen Schlichter ausgeschaltet. Wir haben die schriftliche Bestimmung durchgesetzt: ‚Für alle Streitigkeiten sind die amtlichen und staatlichen Schlichtungsstellen auszuschalten, soweit dazu nicht ein gesetzlicher Zwang besteht.’ (…) Wir haben in verschiedenen Verträgen durchgesetzt, dass nur Mitglieder unserer Fliesenleger-Organisation eingestellt werden. Wir arbeiten täglich nur 7 ½ Stunden [1906 waren in der Baubranche noch 10 Stunden üblich] (11) und am Sonnabend Nachmittag gar nicht. Bei schlechter Konjunktur bestimmen wir, dass die Arbeitszeit weiter so verkürzt wird, dass keiner entlassen zu werden braucht. In der Zeit der jetzigen Massenarbeitslosigkeit ist die radikale Verkürzung der Arbeitszeit eine Notwendigkeit, für die alle Arbeiter und auch viele kleinbürgerliche Schichten Verständnis haben. Wir arbeiten jetzt an der Durchsetzung der fünftägigen Arbeitswoche.“(12)</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/img409.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-242" title="img409" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/img409.jpg?w=566&#038;h=195" alt="" width="566" height="195" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">Carl Windhoff war der Motor der Bewegung, vertreten auf zahlreichen Treffen, versehen mit vielen Funktionen und Verfasser vieler Artikel in der breit gefächerten <a href="http://www.syndikalismusforschung.info/helsypresse.htm" target="_blank">Arbeiterpresse</a>. Der FAUD auf Reichsebene war er eine unverzichtbare Stütze. Nicht zuletzt half Carl Windhoff mit Vehemenz bei den Abwehraktivitäten gegen interne Angriffe seitens zersetzend wirkender Protagonisten (Rudolf Östreich und Carl Langer) auf die syndikalistische Organisation.(13)</p>
<p style="text-align:justify;">Die Fliesenlegervereinigung führte in den 1920er Jahren mehrere erfolgreiche Streiks durch und konnte dem Unternehmertum deutlich mehr Zugeständnisse abtrotzen als die Bauarbeiter außerhalb Düsseldorfs. Zwar gehörten die Fliesenleger damit zu den am besten bezahlten Bauarbeitergruppen. Dennoch drückte sich Windhoff dahingehend aus, dass sie nicht eher ruhen würden, bis nicht alle Kollegen soviel Lohn erhielten, wie die Minister.(14) Neben den Streiks kam es zu Sabotageaktionen, wie sie der Kollege E. Wüsthoff als Zeitzeuge kurz beschrieb: „Wir hatten immer so einen kleinen Fäustel dabei, den musste man immer am Schnittpunkt von vier Fliesen treffen, dann waren mit einem Schlag gleich vier kaputt.“(15)</p>
<p style="text-align:justify;">Der regionale Einfluß der syndikalistischen Fliesenleger, welche sogar ein eigenes Mitteilungsblatt herausgaben, war so groß, dass es im Jahre 1925 zur Gründung einer „Interessengemeinschaft aller organisierten Fliesenleger in Rheinland und Westfalen“ kam, welcher auch Mitglieder der Christlichen- und Zentralgewerkschaften angehörten. Diese Interessengemeinschaft war nötig, um gegen das Anwerben kostengünstigerer Arbeiter von auswärts geschlossen vorgehen zu können und effektiver gegen Streikbrecher vorzugehen.(16) Aufgrund seiner starken Stellung überstand Windhoff die Jahre bis 1930 offenbar ohne lange Phasen der Arbeitslosigkeit.(17)</p>
<p style="text-align:justify;">Eine eigene Düsseldorfer Fliesenlegerjugend wurde gegründet, und diese trug im Wesentlichen zur Stabilisierung der syndikalistischen Jugendbewegung in der Region bei.(18) Nirgendwo anders in Deutschland ist die Gründung einer nach Beruf organisierten syndikalistischen Jugendorganisation bekannt geworden, das schafften nur die Fliesenleger:</p>
<p style="text-align:justify;">„In zünftiger Tradition wurden hier die Jungen von den älteren Arbeitern (meist den Vätern) selbst eingearbeitet und angelernt. Die erwachsenen Arbeiter kontrollierten damit streng die Einstellung künftiger Gesellen, im doppelten Sinn: Sowohl die Zahl, als auch die Gesinnung. Die Bauunternehmer waren dabei ganz ausgeschaltet, was für die Jugendlichen hieß, dass ihr Gegenüber zunächst vor allem die proletarischen &#8211; Alten &#8211; selbst waren.“(19)</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Zäher Kampf (1930-1933)</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Im Jahre 1930 bestanden in Düsseldorf noch Ortsvereine der:</p>
<p style="text-align:justify;">Bauarbeiter: 80 Mitglieder</p>
<p style="text-align:justify;">Fliesenleger: 85 (von insgesamt etwa 120 in der Stadt)(20)</p>
<p style="text-align:justify;">Metallarbeiter: 69</p>
<p style="text-align:justify;">Zusammen: 234 Mitglieder(21)</p>
<p style="text-align:justify;">Mit der Weltwirtschaftskrise im Jahre 1929 verschärfte sich die Arbeitslosigkeit und nahm in den Reihen der Syndikalisten hohe Ausmaße an. Nach Angaben Carl Windhoffs lag das zum großen Teil auch daran, dass die von den Syndikalisten nach verbindlichem  Reichskongressbeschluß aufgegebenen lokalen Betriebsratsposten nun von Zentralgewerkschaftern übernommen wurden, welche keine Zustimmung zur Einstellung von Syndikalisten gaben.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/img408.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-241" title="img408" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/img408.jpg?w=518&#038;h=112" alt="" width="518" height="112" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">Nach siebenjähriger Tätigkeit bei der Firma „Osterather Plattenlager“ wurde Carl Windhoff im Jahre 1930 entlassen und klagte dagegen vor dem Arbeitsgericht Düsseldorf auf Entschädigung. Den Grund der Entlassung sah er darin, dass er in allen Jahren Mitglied der Lohn- und Schlichtungskommission und „an allen Verhandlungen beteiligt“ gewesen ist, welche sich in solidarischer Weise um alle Kollegen kümmerte, sie vor Entlassungen schützen wollte.(22) Vom Präsidium des Landesarbeitsamtes Köln erhielt er im November 1932 die Drohung mit sechs Monaten Gefängnis, sollte er sich weiterhin für das „Krümpersystem“ einsetzen, welches vorsah, die Erwerbslosen abwechselnd zu beschäftigen.(23)</p>
<p style="text-align:justify;">Dennoch waren die Syndikalisten nicht kleinzukriegen: Unter ihrem Druck und ihrer Führung traten mit ihnen in Düsseldorf noch im Oktober 1932 der Baugewerksbund und die „Christliche Baugewerkschaft“ in den Streik.(24)</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/syndikalist-verbot-1.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-244" title="Syndikalist Verbot-1" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/syndikalist-verbot-1.jpg?w=474&#038;h=711" alt="" width="474" height="711" /></a></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Nazizeit (1933-1937)</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Den Aussagen Windhoffs beim Polizeiverhör von 1937 zufolge beschloss die Vereinigung der Fliesenleger ihre Auflösung bereits im Dezember 1932, um der „neu aufzubauenden nationalsozialistischen Bauarbeiter-Organisation beizutreten.“ Die Auflösung zum 01. April 1933 sei schon im Januar desselben Jahres beschlossen und Windhoff mit der geschäftlichen und formalen Liquidierung beauftragt worden. Damit wandte er sich gegen die polizeiliche Ansicht, dass die Fliesenlegerorganisation durch die Staatsmacht aufgelöst worden sei, um ihrer Einschätzung als „gefährlich“ entgegenzutreten.(25) Mit dieser Aussage wollte er die Kollegen schützen, und wahrscheinlich dachten die Fliesenleger in vollem Vertrauen auf ihre eigene Überzeugung und Leistungsfähigkeit (!) tatsächlich daran, ihren betrieblichen Einfluß in die Nazizeit herüberzuretten, sich illegal zu organisieren.</p>
<p style="text-align:justify;">Windhoff zahlte die restlichen Gelder für die Fliesenleger Düsseldorfs an die FAUD und wurde zu Beginn des Jahres 1933 wegen „Beleidigung“ gerichtlich verurteilt.(26) Im Sommer 1933 kam es bei ihm in der Grafenberger Allee 257 zur ersten Hausdurchsuchung und Verhaftung durch die Polizei. Er solle Gelder der „Deutschen Arbeitsfront“ unterschlagen haben. Im Oktober 1934 stand die SA bei ihm in der Wohnung &#8211; über sieben Stunden lang. Noch im gleichen Jahr folgten eine weitere Durchsuchung und eine Woche später seine Verhaftung. Bis März 1937 fanden insgesamt sieben Haussuchungen bei Windhoff statt. Die gesuchten illegalen Schriften wurden jedoch nicht gefunden. Am 23. Februar 1937 erfolgte eine erneute Verhaftung des nunmehr 64-jährigen und seiner Frau durch die Gestapo. Er sei „geistiger Kopf der Fliesenleger von Rheinland und Westfalen“ und wurde wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ angeklagt. Er solle die Fliesenlegerorganisation „im geheimen“ weitergeführt, Versammlungen durchgeführt, Gelder weitergeleitet, an „den Baustellen zu Gewaltakten gegen die Unternehmer aufgefordert“ und schließlich einen Streik in Lippstadt inszeniert haben.(27) Dafür wurde Carl Windhoff zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Über seine Frau hieß es in einem internen Polizeibericht: &#8220;Die Ehefrau Karl Windhoff, Käthe, geb. Jonal, geb. am 13.12.88 zu Neuwied, wohnhaft in Düsseldorf, Grafenbergerallee 152, wurde am 10.2.1938 vom Oberlandesgericht im Hamm wegen Beihilfe zur Vorbereitung eines Hochveräterischen Unternehmens mit 9 Monaten Gefängnis bestraft.&#8221; (BA, R. 58, 318, Bl. 218.)</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Tod</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Der Mitangeklagte Ernst Binder erinnerte sich im Jahre 1948: „Windhoff war noch während der Dauer des Prozesses im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und führte seine Verteidigung selbst. In der Strafanstalt Lüttringhausen setzte, wahrscheinlich schon als Folge der langen Untersuchungshaft, ein schneller gesundheitlicher Verfall ein. Meines Wissens erlitt er mehrmals einen Gehirnschlag und wurde zur Beobachtung in das Lazarett der Strafanstalt Klingelpütz in Köln überführt. Als er von dort aus wieder nach Lüttringhausen überführt wurde, war W[indhoff] in einem körperlichen und geistigen Verfallszustand, dass er alsbald, noch vor Beendigung seiner Haftzeit, entlassen wurde. Carl Windhoff hat sich auch zuhause nicht mehr erholt und starb, offensichtlich an den Folgen der Haft, am 28. Mai 1941.“(28)</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>International</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/presse-dienst-isbf-1932-nr-2_3-1.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-240" title="Presse Dienst ISBF 1932 nr 2_3-1" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/presse-dienst-isbf-1932-nr-2_3-1.jpg?w=533&#038;h=256" alt="" width="533" height="256" /></a><br />
</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Carl Windhoff war aktiv in der „Internationalen syndikalistischen Bauarbeiter-Föderation“, dem branchenspezifischen Pendant zur „Internationalen Arbeiter-Assoziation“ (<a href="http://www.syndikalismusforschung.info/swinternational.htm" target="_blank">IAA</a>). Als Funktionär und Delegierter referierte er im Jahre 1931 auf dem 4. IAA-Kongress in Madrid.(29) Diese Internationale Bauarbeiter-Föderation blieb die einzige in Ansätzen funktionierende syndikalistische Brancheninternationale und gab in den Jahren 1931/32 mit dem „Presse-Dienst“ ein eigenes Organ heraus.(30)</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Schlußwort</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Aufgrund seiner Biographie war Carl Windhoff so überzeugt von der gerechten Sache seiner Tätigkeit und seiner eigenen Überzeugungskraft, dass er sogar mit seinen Aussagen in den Verhören durch die Nazis, „auf Verständnis für seine gewerkschaftliche Tätigkeit rechnete, wo er sich nach Lage der Dinge sagen musste, dass hier absolut kein Verständnis zu erwarten war,“ so Ernst Binder im Jahre 1947.(31) Carl Windhoff gehörte zu den bedeutendsten Syndikalisten der 1920/30er Jahre in Deutschland. Seine Persönlichkeit ist beispielgebend für die heutige Zeit.</p>
<p style="text-align:justify;">Helge Döhring (Institut für Syndikalismusforschung, Bremen), im Februar 2011</p>
<p><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/windhoff-geburtstag-1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-245" title="Windhoff Geburtstag-1" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/windhoff-geburtstag-1.jpg?w=311&#038;h=299" alt="" width="311" height="299" /></a><strong>„Carl Windhoff zum 60. Geburtstage.</strong></p>
<div style="text-align:justify;">
<p>Unser Genosse Carl Windhoff-Düsseldorf wird am 9. November 60 Jahre alt. Sein Name und sein Wirken sind mit der Geschichte der deutschen anarcho-syndikalistischen Bewegung untrennbar verknüpft. Ein großer Teil seines Lebens war dem Kampfe gegen Staat und Kapital, gegen Vorurteile und Feigheit seiner Klassengenossen gewidmet. Auch heute wieder zu seinem 60. Geburtstage steht er inmitten eines Streikes. Seine Arbeit und seine Treue zur Sache des revolutionären Anarcho-Syndikalismus sollen uns Jüngeren ein Beispiel sein. Die FAUD übermittelt ihrem alten, aber innerlich jungen Genossen Carl Windhoff die besten Grüße und Wünsche für die Zukunft und für weiteres Wirken im Sinne des Anarcho-Syndikalismus. Die Geschäftskommission. Reinhold Busch“(32)</p>
</div>
<p style="text-align:justify;"><strong>Anmerkungen:</strong></p>
<p style="text-align:justify;">1. Demnach habe er von 1882 bis 1940 gelebt.</p>
<p style="text-align:justify;">2. Vgl.: Bundesarchiv, R 58-318, Bl. 163.</p>
<p style="text-align:justify;">3. Seit 1917 lebte er in zweiter Ehe mit Käthe Windhoff zusammen.</p>
<p style="text-align:justify;">4. Alle Angaben nach: IISG, Rocker Papers, Nr. 606.</p>
<p style="text-align:justify;">5. Vgl.: „Der Syndikalist”, Nr. 2/1931. Vor dem Krieg wohnte Windhoff in der Bruchstrasse 95 in Grafenberg, vgl.: Protokoll Fliesenlegerkongress 1906.</p>
<p style="text-align:justify;">6. Protokoll über die Verhandlungen des 18. Kongresses der Freien Arbeiter-Union Deutschlands, S. 64.</p>
<p style="text-align:justify;">7. Vgl.: IISG, Rocker Papers, Nr. 606.</p>
<p style="text-align:justify;">8. Rudolf Rocker: Aus den Memoiren eines deutschen Anarchisten, S. 300 f.</p>
<p style="text-align:justify;">9. Vgl.: Protokoll über die Verhandlungen vom 12. Kongress der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften, Präsenzliste.</p>
<p style="text-align:justify;">10. Die Tarifverträge waren gekennzeichnet durch eine kurze Laufzeit, während der Revolutionszeit um 1918/19 hatten sie teilweise eine Kündigungsfrist von nur 24 Stunden, vgl.: Ulrich Klan/Dieter Nelles: „Es lebt noch eine Flamme“…, S. 144.</p>
<p style="text-align:justify;">11. Vgl.: Vereinigung der Fliesenleger Deutschlands: Protokoll über die Verhandlungen der V. Konferenz.</p>
<p style="text-align:justify;">12. Protokoll über die Verhandlungen des 18. Kongresses der Freien Arbeiter-Union Deutschlands, S. 65.</p>
<p style="text-align:justify;">13. Vgl.: „Der Syndikalist“, Nr. 52/1921.</p>
<p style="text-align:justify;">14. Vgl.: „Der syndikalistische Bauarbeiter“, Nr. 3/1929, zit.n.: Ulrich Klan/Dieter Nelles: „Es lebt noch eine Flamme“…, S. 168.</p>
<p style="text-align:justify;">15. Ulrich Klan/Dieter Nelles: „Es lebt noch eine Flamme“…, S. 146.</p>
<p style="text-align:justify;">16. Das Regulativ der Interessengemeinschaft findet sich neu abgedruckt in: Ulrich Klan/Dieter Nelles: „Es lebt noch eine Flamme“…, S. 144 f.</p>
<p style="text-align:justify;">17. Vgl.: IISG, Rocker Papers, Nr. 606.</p>
<p style="text-align:justify;">18. Vgl.: „Der Syndikalist“, Nr. 29/1926.</p>
<p style="text-align:justify;">19. Ulrich Klan/Dieter Nelles: „Es lebt noch eine Flamme“…, S. 201.</p>
<p style="text-align:justify;">20. Vgl.: Ebd., S. 145.</p>
<p style="text-align:justify;">21. Protokoll über die Verhandlungen des 18. Kongresses der Freien Arbeiter-Union Deutschlands, Präsenzliste.</p>
<p style="text-align:justify;">22. Vgl.: „Der Syndikalist“, Nr. 15/1932.</p>
<p style="text-align:justify;">23. Vgl.: IISG, Rocker Papers, Nr. 606.</p>
<p style="text-align:justify;">24. Vgl.: „Der Syndikalist“, Nr. 47/1932. Siehe auch: „Presse-Dienst“ der „Internationalen syndikalistischen Bauarbeiter-Föderation“, November 1932.</p>
<p style="text-align:justify;">25. Vgl.: IISG, Rocker Papers, Nr. 606.</p>
<p style="text-align:justify;">26. Vgl.: Ebd. und „Der Syndikalist”, Nr. 52/1932.</p>
<p style="text-align:justify;">27. Vgl.: Ebd.</p>
<p style="text-align:justify;">28. Ebd.</p>
<p style="text-align:justify;">29. Einen ausführlichen und kenntnisreichen Bericht verfasste er, abgeleitet aus seinem dortigen Vortrage unter dem Titel: „Spanien, seine Revolution und der Anarchosyndikalismus“, in: „Der Syndikalist“, Nr. 38/1931.</p>
<p style="text-align:justify;">30. Siehe dazu auch: „Barrikade“, Nr. 4 (Dezember 2010): „Die Syndikalistische Bauarbeiter-Internationale – ISBF. Eine Dokumentation 1931-1936“.</p>
<p style="text-align:justify;">31. IISG, Rocker Papers, Nr. 606.</p>
<p style="text-align:justify;">32. „Der Syndikalist“, Nr. 45/1932.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong><span style="text-decoration:underline;">Quellen und Literatur</span></strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Archive</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Internationales Institut für Sozialgeschichte (<a href="http://www.iisg.nl" target="_blank">IISG</a>), Amsterdam</p>
<p style="text-align:justify;">Rocker Papers, Nr. 606.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.bundesarchiv.de/index.html.de" target="_blank">Bundesarchiv</a>, Berlin</p>
<p style="text-align:justify;">R 58-318</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Protokolle</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Protokoll über die Verhandlungen vom 12. Kongress der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften</p>
<p style="text-align:justify;">Protokoll über die Verhandlungen des 18. Kongresses der Freien Arbeiter-Union Deutschlands</p>
<p style="text-align:justify;">Vereinigung der Fliesenleger Deutschlands: Protokoll über die Verhandlungen der V. Konferenz</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Periodika</strong></p>
<p style="text-align:justify;">„Barrikade. Streitschrift für Anarchosyndikalismus, Unionismus und revolutionären Syndikalismus“</p>
<p style="text-align:justify;">„Der syndikalistische Bauarbeiter“</p>
<p style="text-align:justify;">„Der Syndikalist”</p>
<p style="text-align:justify;">„Presse-Dienst“ der „Internationalen syndikalistischen Bauarbeiter-Föderation“</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Literatur</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Klan, Ulrich/Nelles, Dieter: „<a href="http://www.syndikalismusforschung.info/flammelebt.htm" target="_blank">Es lebt noch eine Flamme</a>“. Rheinische Anarcho-Syndikalisten in der Weimarer Republik und im Faschismus, Grafenau 1990</p>
<p style="text-align:justify;">Rocker, Rudolf: Aus dem Memoiren eines deutschen Anarchisten, Frankfurt 1973</p>
<div id="attachment_777" class="wp-caption alignleft" style="width: 684px"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/02/congress_london_1913.jpg"><img class=" wp-image-777" title="Congress_London_1913" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/02/congress_london_1913.jpg?w=674&#038;h=455" alt="" width="674" height="455" /></a><p class="wp-caption-text">Carl Windhoff - vorne rechts - auf dem ersten internationalen syndikalistischen Kongreß in London 1913</p></div>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/syndikalismusforschung.wordpress.com/234/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/syndikalismusforschung.wordpress.com/234/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/syndikalismusforschung.wordpress.com/234/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/syndikalismusforschung.wordpress.com/234/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/syndikalismusforschung.wordpress.com/234/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/syndikalismusforschung.wordpress.com/234/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/syndikalismusforschung.wordpress.com/234/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/syndikalismusforschung.wordpress.com/234/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/syndikalismusforschung.wordpress.com/234/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/syndikalismusforschung.wordpress.com/234/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/syndikalismusforschung.wordpress.com/234/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/syndikalismusforschung.wordpress.com/234/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/syndikalismusforschung.wordpress.com/234/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/syndikalismusforschung.wordpress.com/234/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=234&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Schwarze Scharen, Besprechung von Johannes Hartwig in der &#8220;Lotta&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 12:35:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Geht es um anarcho-syndikalistischen Antifaschismus, so steht meist der Spanische Bürgerkrieg im Fokus. In seinem Buch „Schwarze Scharen“ widmet sich Helge Döhring hingegen den antifaschistischen Aktivitäten in der Weimarer Republik. Die Schwarzen Scharen waren anarcho-syndikalistische Arbeiterwehren, die Ende der 1920er &#8230; <a href="http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2012/01/16/schwarze-scharen-besprechung-von-johannes-hartwig-in-der-lotta/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=766&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><strong><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/ss-titel-fertig.jpg"><img class="alignleft  wp-image-767" title="ss-titel-fertig" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/ss-titel-fertig.jpg?w=159&#038;h=238" alt="" width="159" height="238" /></a>Geht es um anarcho-syndikalistischen Antifaschismus, so steht meist der Spanische Bürgerkrieg im Fokus. In seinem <a href="http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2011/05/25/neuerscheinung-schwarze-scharen-anarcho-syndikalistische-arbeiterwehr-1929-1933" target="_blank">Buch „Schwarze Scharen“</a> widmet sich Helge Döhring hingegen den antifaschistischen Aktivitäten in der Weimarer Republik.</strong> Die <em>Schwarzen Scharen</em> waren anarcho-syndikalistische Arbeiterwehren, die Ende der 1920er Jahre in Deutschland entstanden. Politisch waren sie mit der <em>Freien Arbeiter Union Deutschlands</em> (<a href="http://www.syndikalismusforschung.info/museum2.htm" target="_blank">FAUD</a>) und der <em>Anarchosyndikalistischen Jugend</em> (ASJ) verbunden. 1931 zählten die <em>Schwarzen Scharen</em> nur zirka 285 Mitglieder, doch trotz dieser geringen Größe waren die Ortsgruppen zum Teil sehr aktiv. Sie schützten eigene Veranstaltungen vor Naziübergriffen, organisierten Kundgebungen, waren propagandistisch und publizistisch tätig und beteiligten sich an strömungsübergreifenden Organisationsversuchen.</p>
<p style="text-align:justify;">Den Einstieg in das Thema schafft Helge Döhring durch eine gelungene kurze Erläuterung des Anarchosyndikalismus und dessen Historie in Deutschland. Bevor er sich den <em>Schwarzen Scharen</em> zuwendet, wird die anarcho-syndikalistische Faschismusanalyse vorgestellt. Interessant sind vor allem die Beschreibungen der Strukturen und Aktivitäten der <em>Schwarzen Scharen</em> vor Ort sowie die Dokumentation einer Veranstaltung mit dem Spanienkämpfer Heinrich Friedetzky</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/lied-der-schwarzen-scharen-ja-3-1931.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-770" title="Lied der Schwarzen Scharen JA 3 1931" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/lied-der-schwarzen-scharen-ja-3-1931.jpg?w=563&#038;h=364" alt="" width="563" height="364" /></a><span id="more-766"></span>In dem Buch sind viele historische Dokumente nachgedruckt, doch leider sind die meisten auf Grund der Qualität kaum oder gar nicht lesbar. Des Weiteren hätte ein Organisations- und Abkürzungsverzeichnis dem Buch gut getan. Es befindet sich am Ende zwar ein Index mit Orts,- Personen und Organisations-Register, doch bei der Vielzahl an Organisationen hilft dies nicht wirklich weiter.</p>
<p style="text-align:justify;">Wer sich mit dem Antifaschismus in der Weimarer Republik auseinandersetzt, sollte sich bewusst sein, dass es neben <em>Rotfrontkämpferbund</em>, <em>Antifaschistische Aktion</em> und <em>Eiserne Front</em> weitere linke Gruppierungen gab, die sich den Nazis entgegenstellten. Die <em>Schwarzen Scharen</em> waren eine davon. Helge Döhring hat mit diesem Buch einen Teil antifaschistischer Geschichte aufgegriffen.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Erschienen in: „Lotta. Antifaschistische Zeitung aus NRW,  Rheinland Pfalz und Hessen“, Nr. 46/Winter 2011/12</em></p>
<p><a href="http://projekte.free.de/lotta" target="_blank">Lotta-Webseite</a></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2011/11/06/vorkriegsantifa-schwarze-scharen" target="_blank">Besprechung von Gabriel Kuhn</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/syndikalismusforschung.wordpress.com/766/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/syndikalismusforschung.wordpress.com/766/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/syndikalismusforschung.wordpress.com/766/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/syndikalismusforschung.wordpress.com/766/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/syndikalismusforschung.wordpress.com/766/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/syndikalismusforschung.wordpress.com/766/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/syndikalismusforschung.wordpress.com/766/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/syndikalismusforschung.wordpress.com/766/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/syndikalismusforschung.wordpress.com/766/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/syndikalismusforschung.wordpress.com/766/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/syndikalismusforschung.wordpress.com/766/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/syndikalismusforschung.wordpress.com/766/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/syndikalismusforschung.wordpress.com/766/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/syndikalismusforschung.wordpress.com/766/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=766&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>424 Buchseiten zur Jugend&#8230;aus dem Vorwort und Inhalt</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 09:26:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vorwort „Die Schwachen kämpfen nicht. Die Stärkeren kämpfen vielleicht eine Stunde lang. Die noch stärker sind, kämpfen viele Jahre. Aber die Stärksten kämpfen ihr Leben lang. Diese sind unentbehrlich.“ (Berthold Brecht) Ursächlich für dieses Buch ist die Renaissance syndikalistisch-anarchistischer Jugendgruppen &#8230; <a href="http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2012/01/02/424-buchseiten-zur-jugend-aus-dem-vorwort-und-inhalt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=709&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><strong><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/cover-kein-befehlen-kein-gehorchen.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-710" title="Cover Kein Befehlen Kein Gehorchen" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/cover-kein-befehlen-kein-gehorchen.jpg?w=189&#038;h=300" alt="" width="189" height="300" /></a>Vorwort</strong><strong></strong></p>
<p style="text-align:justify;">„Die Schwachen kämpfen nicht.<br />
Die Stärkeren kämpfen vielleicht eine Stunde lang.<br />
Die noch stärker sind, kämpfen viele Jahre.<br />
Aber die Stärksten kämpfen ihr Leben lang.<br />
Diese sind unentbehrlich.“ (Berthold Brecht)</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Ursächlich für dieses Buch ist die Renaissance syndikalistisch-anarchistischer <a href="http://deu.anarchopedia.org/ASJ" target="_blank">Jugendgruppen</a> in Deutschland. Ihren Anfang nahmen sie im Frühjahr 2009 an Rhein und Ruhr und entfalteten eine sehr schnelle Sogwirkung. So ist zu hoffen, dass die anarcho-syndikalistische Bewegung künftig zwei Pfeiler haben wird: Eine Gewerkschaft und eine Jugendbewegung. Zur Kräftigung dieser Entwicklung ist es Anliegen dieses Buches, Geschichte und Theorie deutlich und leicht lesbar aufzuzeigen.</strong> Zum Anlaß, mich eingehender mit dem Thema zu befassen, nahm ich einen kurzen Artikel, den ich für die anarcho-syndikalistische Zeitung „<a href="http://www.direkteaktion.org/195/eine-revolution-machen-nie-die-alten" target="_blank">Direkte Aktion</a>“ verfasste. Ich erhielt gute Kritiken, so dass ich schnell eine Broschüre andachte, welche jedoch schon bald größere Ausmaße annahm und so zum Buch wurde. Es soll in lebendiger Weise an das Thema heranführen und aufzeigen, wie facettenreich diese Jugendbewegung war und ist. Eine besondere Herausforderung besteht darin, diese äußerst vielschichtige Jugendbewegung zusammenfassend darzustellen. Das gelingt nur, wenn ich versuche, sie aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und mich ihr anzunähern.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-709"></span></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Die Dreiteilung anarcho-syndikalistischer Schwerpunktsetzung</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>1. Kultur</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Der Begriff „Kultur“ lässt sich im syndikalistischen Sinne am besten mit Fritz Oerter definieren: „Ich fasse unter diesem Begriff alle aktive Wirksamkeit der Menschheit zusammen, durch Hand- und Kopfarbeit der Erde und dem Leben eine möglichst große Menge von materiellen und ideellen Werten abzugewinnen, um diese allen Menschen ohne Ausnahme nutzbar und zugänglich zu machen. In der Art der ausgleichenden gerechten Verteilung oder Zugänglichkeit zu allen Kulturerrungenschaften erblicke ich den Höhen- oder den Tiefstand der Kultur […]“ (1) Rudolf Rocker erklärte in der für die syndikalistische Bewegung repräsentativen „Prinzipienerklärung des Syndikalismus“, dass der Sozialismus „letzten Endes eine Kulturfrage“ sei.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>2. Ökonomie</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Da sich die Wirksamkeit einer Bewegung in der Klassengesellschaft jedoch nicht nur auf Werte der Überzeugung gründen kann und das Überleben der Menschheit generell von wirtschaftlicher Produktivität abhängig ist, strukturierte sich die Bewegung als klassenkämpferische Gewerkschaft und legte damit einen weiteren Schwerpunkt auf den Sektor der Ökonomie.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>3. Politik</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Als Antipode zur Kultur kann der Begriff „Politik“ gelten. Strebte die syndikalistische Bewegung höher stehende kulturelle Werte und Verhaltensweisen an, so wurde sie von ihren Gegnern immer wieder auf das Feld der Politik gezwungen und musste sich damit befassen. Sie war ungeliebt, aber notwendig, genauso wie die Waffen während einer Revolution. Die syndikalistische Bewegung war politisch, weil sie antipolitisch war. Ihre Organisation und ihr Handeln waren stark politisch beeinflusst und bestimmt. Sie bewegte sich im Spannungsfeld zwischen Ablehnung und Notwendigkeit politisch motivierter Tätigkeit.</p>
<div id="attachment_711" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/asj-bonn-juni-2009.jpg"><img class="size-medium wp-image-711" title="ASJ Bonn Juni 2009" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/asj-bonn-juni-2009.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">2009, ASJ Bonn</p></div>
<p style="text-align:justify;">Dies sind zusammengefasst die drei zentralen Ebenen, auf die sich die Struktur dieser Ausarbeitung gründen. Neben, bzw. unter diese Begriffe lassen sich weitere wesentliche Disziplinen einreihen, welche für den Syndikalismus von hoher Bedeutung waren und sind, beispielsweise die Pädagogik, die Psychologie, soziologische und weitere Aspekte bis hin zur Juristerei, die ich in den Kapiteln immer wieder aufgreife. Die Frage nach „Jugendbewegung oder Jugendpflege“ beispielsweise, wie ich sie im Sektor „Politik“ darstelle oder mentalitätsgeschichtliche Feststellungen und Thesen, wie sie in den Interviews und Zitaten zum Ausdruck kommen, bzw. ich sie im biographischen Teil und im Schlusskapitel mit einfließen lasse. Eine umfassende Darstellung und Analyse unter spezifisch pädagogischen und sozialpsychologischen Gesichtspunkten steht noch aus. (2) Dem voran stelle ich nebst einleitender (Übersichts-) Kapitel einen geographischen Überblick, den Einblick in die Organisationsstrukturen und die Mitgliederentwicklung, sowie in Aspekte der Sozialstruktur. Für das Selbststudium zur weiteren Erschließung der benannten Aspekte ist der geordnete Buchanhang hilfreich.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Annäherung</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Neben dieser klassischen Auffächerung nach ökonomischen, politischen und kulturellen Gesichtspunkten setze ich auf unterer Ebene weitere Schwerpunkte, indem ich die anarcho-syndikalistischen Jugendbewegung punktuell weiter durchleuchte und untersuche:</p>
<p style="text-align:justify;">1. Ich betrachte den <strong>Aufbau </strong>der SAJD, ihre schwerpunktmäßigen <strong>Forderungen</strong> und <strong>Aktivitäten</strong>. Dazu zählten: Gruppen-, regionale- und Reichsorganisation, Kongresse und Tagungen. Dort sind eine Menge Basics enthalten, nach denen heute noch verfahren werden kann und sollte. Desweiteren in Stichpunkten:</p>
<p style="text-align:justify;">Antifaschismus, Antimilitarismus, Antirepression, Auftreten – Kleidung/Namen/Symbole, Ausflüge, Betriebsarbeit, Bildung und Literatur, Blockaden, Demonstrationen, Direkte Aktion, Erwerbslosenorganisation, Freidenkertum, Gedenkfeierlichkeiten, Generalstreik, Jugendhaus, Jugendweihe, Klassenkampf – gegen Akkord- und Zwangsarbeit, Musik und Liedgut, Propaganda, Sabotage, Schulkampf – Freie Schulen, Sechs-Stundentag, Theater, Veranstaltungen.</p>
<p style="text-align:justify;">2. stelle ich das <strong>Pressewesen</strong> vor. Im Zentrum stehen dabei die Hauptorgane „Die junge Menschheit“ und „Junge Anarchisten“. Dennoch wird systematisch allen Pressespuren der Jugendbewegung ausführlich nachgegangen und die Bedeutung für die Bewegung dargestellt.</p>
<div id="attachment_717" class="wp-caption alignleft" style="width: 635px"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/willi-domprobst.jpg"><img class=" wp-image-717" title="Willi Domprobst" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/willi-domprobst.jpg?w=625&#038;h=563" alt="" width="625" height="563" /></a><p class="wp-caption-text">1923, Leipzig</p></div>
<p style="text-align:justify;">3. wird das Ganze bereichert mit Kapiteln zur damaligen <strong>Symbolik</strong>, den <strong>Liedern</strong>, <strong>Gedichten</strong> und der rezipierten <strong>Literatur</strong>. Wie drückte die Jugendbewegung ihr Selbstverständnis, ihr Lebensgefühl aus? Was machte sie für andere Jugendliche außerhalb des weit zu fassenden Rahmens an Aktionen und Aktionsmöglichkeiten interessant? Denn auch das einfache Erscheinungsbild spielte für die Attraktivität eine große Rolle.</p>
<p style="text-align:justify;">4. beziehe ich die Geschichte der „<strong>Schwarzen Scharen</strong>“, (eine anarcho-syndikalistische Kampforganisation gegen Nazis und andere Gegner) in die Jugendangelegenheiten mit ein. Diese waren eng mit der Jugendbewegung verwoben, die Übergänge oft fließend. Zudem ist der Einsatz gegen den Faschismus ein zentrales Thema damals wie heute, besitzt starke Anziehungskraft auf die Jugend.</p>
<p style="text-align:justify;">5. betrachte ich die SAJD an verschiedenen Orten in den <strong>Regionen</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Berlin</p>
<p style="text-align:justify;">Hessen: Kassel</p>
<p style="text-align:justify;">Nord-Westdeutschland: Bremen</p>
<p style="text-align:justify;">Ostpreußen: Königsberg</p>
<p style="text-align:justify;">Rhein-Main: Darmstadt, Frankfurt, Offenbach</p>
<p style="text-align:justify;">Rhein- und Ruhr: Aachen, Düsseldorf, Köln, Oedt, Wuppertal</p>
<p style="text-align:justify;">Sachsen-(Anhalt): Dresden, Leipzig, Naumburg</p>
<p style="text-align:justify;">Schlesien: Beuthen, Ratibor</p>
<p style="text-align:justify;">Süddeutschland: Heilbronn, Stuttgart</p>
<p style="text-align:justify;">Thüringen: Meiningen, Sömmerda</p>
<div id="attachment_713" class="wp-caption alignright" style="width: 194px"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/bakuninhc3bctte-1932-marie-walz1.jpg"><img class=" wp-image-713" title="Bakuninhütte 1932 - Marie Walz" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/bakuninhc3bctte-1932-marie-walz1.jpg?w=184&#038;h=300" alt="" width="184" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">1932 Marie Walz, Bakuninhütte</p></div>
<p style="text-align:justify;">6. findet sich hier zum ersten Mal eine umfassende <strong>Auflistung von SAJD-Gruppen</strong> mit den Jahresangaben ihrer Existenz in ganz Deutschland. Das gibt nicht nur einen anschaulichen Überblick über die Ausbreitung des Anarcho-Syndikalismus unter den Jugendlichen in Deutschland: Es korrespondiert mit den Betrachtungsebenen in harmonischer Eintracht und stützt damit die Kernergebnisse dieser Untersuchung. Im praktischen Sinne eignet sich diese Liste für weitere Recherchen zum Thema Jugend und Anarcho-Syndikalismus. Das gilt besonders für die Lokal- und Regionalforschung mit kleineren wie auch größeren Ansprüchen.</p>
<p style="text-align:justify;">7. gehe ich auf die <strong>internationalen Ambitionen</strong> ein. Denn die Jugendbewegung in Deutschland hatte keineswegs vor, unter sich zu bleiben. Ihr boten sich im Laufe der 1920er Jahre zwei Möglichkeiten, sich auf internationaler Ebene zu organisieren. Diese stelle ich vor und zeige die Entwicklungen auf. Zudem gibt’s einen kurzen Streifzug über die syndikalistisch-anarchistischen Jugendbewegungen in Europa.</p>
<p style="text-align:justify;">8. veranschauliche ich die individuelle Ebene der Aktivisten mittels regionenübergreifender <strong>Portraits</strong> und eines „<strong>Treffen der Generationen</strong>“ von alt- und jungaktiven aus beiderlei Sicht und gebe bisher unveröffentlichte Interviews wieder. Dadurch ist es möglich, etwas persönlichere Eindrücke von den Akteuren der Jugendbewegung zu bekommen, welche sich aus den schriftlichen Quellen nur unzureichend ablesen lassen. Das schwierige Feld der Mentalitätsgeschichte erfährt hier eine Annäherung, ein Faktor, der in der herkömmlichen Wissenschaft eher verpönt ist. In Bezug auf die Vermittlung historischer Vorgänge für die heutige Praxis ist sie als Teilbereich jedoch unverzichtbar. Auch hier zeigen sich Kontinuitäten und gravierende Veränderungen.</p>
<p style="text-align:justify;">9. betrachte ich die <strong>Geschichte generationenübergreifend</strong>. Dazu gehe ich zeitlich von 1918 über 1933 und 1945 weiter hinaus in die Nachkriegszeit, mache Station in den 1950er, 1970er, 1990er Jahren und veranschauliche die heutige Bewegung. Hierbei kommt es auf die Herausarbeitung von Vergleichswerten an, auf das Aufzeigen von Kontinuitätslinien. Die heutige Jugendbewegung kann sich somit generationenübergreifend ihrer eigenen Geschichte bewusst werden und darauf aufbauend eigene Fragen formulieren. Sie kann dabei klassische Konfliktlinien herausfiltern, beispielsweise Jugendimmanentes von den jeweiligen Rahmenfaktoren trennen. Nicht zuletzt dient diese Zusammenfassung der optimalen Impuls- und Ideengebung für heute.</p>
<p style="text-align:justify;">10. erörtere ich <strong>zentrale Konfliktpunkte</strong> der Jugendorganisierung. Dies dürfte für die heutige Praxis einer der entscheidenden Bereiche sein, wo es sich lohnt, sehr genau hinzuschauen. Hier liegen die Spannungsfelder, die darüber entscheiden, ob eine Bewegung anwachsen kann, oder ob sie zum Scheitern verurteilt ist. Das gilt gleichermaßen für die zahlreichen Konflikte nach außen und innen. Ich gehe hier besonders differenzierend und quellenreich vor und fördere dabei vieles zutage, was bisher verschwiegen wurde und gleichermaßen überraschend erscheint. Wiederkehrende Stichworte sind hierbei u.a.:</p>
<p style="text-align:justify;">Kollisionen sowohl mit konkurrierenden Jugendorganisationen als auch mit der anarcho-syndikalistischen Erwachsenenbewegung, „Jugendbewegung oder Jugendpflege?“, Geschlechterfrage, Pazifismus („Gewaltfrage“), Repression (Elternhaus, Polizei, Justiz, Kirche und Kapitalisten), die Spannungsfelder zwischen Idealismus und Tageskämpfen, Romantik und Klassenkampf, Interessen- und Ideenbewegung, Revolution und Reformen, Ansprüchen und Umsetzungen, Hingabe aus Überzeugung und politischen Karrierismus, sowie zwischen proletarischer und bürgerlicher Identität, Störpersonen in den eigenen Reihen und jugendbedingte Unzulänglichkeiten. Interessant sind auch Veränderungen und Einsichten beim Übergang in die Erwachsenenbewegung, sowie für die Jahre nach 1945 aus der Perspektive der erwachsen gewordenen Aktivisten.</p>
<div id="attachment_714" class="wp-caption alignleft" style="width: 289px"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/asj-treffen.jpg"><img class=" wp-image-714 " title="ASJ Treffen" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/asj-treffen.jpg?w=279&#038;h=239" alt="" width="279" height="239" /></a><p class="wp-caption-text">1991, ASJ Stuttgart</p></div>
<p style="text-align:justify;">11. erstellte ich einen <strong>umfangreichen Anhang</strong>, der Grundsätze und Prinzipien der Organisationen erhält, deren Aufbau, die zentralen Themen/Diskussionen wiedergibt und Zeitdokumente prominenter Autoren enthält, darunter Theodor Plievier und Herbert Wehner. Was im Text zu kurz kommt, da sich die Komplexität des Untersuchungsgegenstandes nie auf alle Fragestellungen und Wünsche zurechtschneiden lässt, kann möglicherweise in diesem  systematisch angelegten Apparat in Erfahrung gebracht werden.</p>
<p style="text-align:justify;">12. gibt es bezüglich der SAJD eine zusammenfassende <strong>Schlußanalyse</strong> zu ihren historischen Wirkungsmöglichkeiten. Hier fließen schließlich alle Komponenten zusammen, um auf höherer Reflexionsebene entscheidende Eckpunkte herausfiltern und pointiert darlegen zu können.</p>
<p style="text-align:justify;">13. formuliere ich aus den bisherigen Erfahrungen aller betrachteten Zeitabschnitte heraus Eckpunkte für eine <strong>Erneuerung der syndikalistisch-anarchistischen Jugendbewegung</strong>.</p>
<div id="attachment_715" class="wp-caption alignright" style="width: 215px"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/hammer-und-sichel.jpg"><img class="size-full wp-image-715" title="Hammer und Sichel" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2012/01/hammer-und-sichel.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">1930 Hammer und Sichel</p></div>
<p style="text-align:justify;">14. ist diese Ausarbeitung dennoch unter Einschluß der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart, sowie der unter 13. formulierten Eckpunkte nur ein Zwischenstand und der <strong>Fortgang der Entwicklung</strong> offen. Um den Kontinuitäten, den Möglichkeiten und den Verknüpfungen keinen deterministischen Charakter zu geben, lasse ich die aktuelle Entwicklung in der Darstellung offen. Sie hat ausschließlich kurzen und beschreibenden Charakter. Das darüber hinausgehende Profil der heutigen Jugendbewegung versuche ich greifbar offenzulegen, indem ich ausgehend von den Erfahrungswerten der Geschichte die heutigen Akteure über gezielte Interviewfragen mit einbeziehe und damit eine Wechselseitigkeit entstehen lasse. Dies soll dazu beitragen helfen, die heutige Jugendbewegung über die Vermittlung historisch-theoretischer Basics zu stabilisieren und Wirkungsmöglichkeiten aufzuzeigen, hingegen alte, klassische Fehler zu vermeiden. Dazu nötig und herausgekommen sind die hier dokumentierten Interviews mit mehreren Gruppen der Anarchosyndikalistischen Jugend (ASJ) mit grundlegenden Fragestellungen. Nicht zuletzt sind gerade die heutigen Impulse und Erfahrungen, ist die heutige Praxis auch elementar zum Verständnis von Geschichte, ein Faktum nicht nur bei Quellenmangel, den bewegungsferne Forscher nicht erkennen können. Dank umfangreicher Eigenerfahrung und Interaktion gibt’s hier die fundierte Vollversion erlebbarer und nutzbringender Geschichte, kombiniert als Wissenschaft und Praxis.</p>
<p style="text-align:justify;">Neben diesen für die Untersuchungen elementaren Punkten hält das Buch weitere Ergebnisse bereit. Das betrifft besonders die Person Ernst Friedrich, welche in bürgerlicher Literatur und Forschung sehr positiv belegt ist. Dass dem aus anarcho-syndikalistischer Sicht zu widersprechen ist, wird hier erstmals aufgezeigt. Einen hohen Stellenwert nehmen desweiteren die Portraits später abtrünnig gewordener SAJD-Mitglieder ein, nicht weil dies die Regel war, sondern weil es sich bei diesen Personen um spätere Prominenz (Herbert Wehner), bzw. bei Paul Albrecht und Richard Thiede um sehr hohe Funktionäre der SAJD handelte. Diese und weitere angeschnittene Aspekte mögen zu weiterer Beschäftigung anregen.</p>
<p style="text-align:justify;">Zum Buch <a href="http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2011/12/12/neu-syndikalistisch-anarchistische-jugend-in-deutschland-1918-bis-heute/" target="_blank">hier</a></p>
<p>Das Buch kann bezogen werden über:</p>
<p><a href="http://zuchthaus.free.de/syndikat-a/?p=" target="_blank">Syndikat-A</a></p>
<p>Bismarckstrasse 41a</p>
<p>47443 Moers</p>
<p>Telefon &amp; Telefax: 02841-53731<br />
<strong>syndikat-a(at)fau.org</strong></p>
<p>Rezensionsexemplare bestellt über das:</p>
<p><a href="http://www.syndikalismusforschung.info/" target="_blank">Institut für Syndikalismusforschung</a></p>
<p>Postfach 140470</p>
<p>28094 Bremen</p>
<p><strong>institut[a]syndikalismusforschung.info</strong></p>
<p>Für Artikel und Interviews steht der <a href="http://syndikalismusforschunghd.wordpress.com/" target="_blank">Autor</a> gerne zur Verfügung.</p>
<p>Schreibt zum Buch Besprechungen für Zeitungen, Zeitschriften, Magazine, Onlineportale, u.a.</p>
<p>Bitte verbreitet den Flyer, den ihr hier downloaden könnt:</p>
<p><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/12/jugendbuch-werbeflyer-farbe1.pdf">Jugendbuch Werbeflyer Farbe</a></p>
<p><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/12/jugendbuch-werbeflyer-sw1.pdf">Jugendbuch Werbeflyer sw</a></p>
<p><em><strong>Das vollständige Inhaltsverzeichnis:</strong></em></p>
<p><strong>Vorwort</strong></p>
<p><strong>Einleitung</strong></p>
<p>Was ist Anarcho-Syndikalismus?</p>
<p>Geschichte der syndikalistisch-anarchistischen Jugendbewegung in Deutschland seit 1918 – ein Überblick</p>
<p align="center"><strong>Band 1: </strong></p>
<p align="center"><strong>Die Syndikalistisch-Anarchistische Jugend Deutschlands (SAJD)</strong></p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">I. Organisation</span></strong></p>
<p><strong>1. Struktur und Organe</strong></p>
<p>Gruppengründungen und Veranstaltungen</p>
<p>Veranstaltungen des Gegners</p>
<p>Die Funktionäre des Ortsvereins und ihre Aufgaben</p>
<p>Die Informations-Stellen</p>
<p>Die Reichskongresse</p>
<p>Reichsferienlager</p>
<p>Die Presse</p>
<p><strong>2. Mitgliederentwicklung und Aspekte zur Sozialstruktur</strong></p>
<p>Zahlen</p>
<p>Proletarische Jugendbewegung</p>
<p>Frauen und Mädchen in der SAJD</p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">II. Geographischer Überblick</span></strong></p>
<p><strong>1. SAJD in Raum und Zeit</strong></p>
<p><strong>2. Exemplarische Regionen</strong></p>
<p>Berlin: Pazifismus und Schwarze Scharen</p>
<p>Ostpreußen: Die Betriebsbezogenen</p>
<p>Hessen:  Ein frühes Jugendhaus</p>
<p>Süddeutschland: Leben und Tod</p>
<p>Rheinland-Westfalen: Fliesenlegerjugend und Straßenbahnblockaden</p>
<p>Darmstadt: Bestimmende Kraft der Gesamtbewegung</p>
<p>Köln: Mit Blumenkübeln und Schwarzsender gegen Nazis</p>
<p>Wuppertal: Feuer frei!</p>
<p>Schlesien: Kampf, Kampf, Kampf</p>
<p>Jugend-Internationale</p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">III. Ökonomischer Sektor</span></strong></p>
<p><strong>1. Zentrale Forderungen und Methoden</strong></p>
<p>Einheitslohn</p>
<p>Aufhebung von Akkordarbeit</p>
<p>6-Stunden-Tag</p>
<p>Die Direkte Aktion</p>
<p>Die Mittel der direkten Aktion im Betrieb</p>
<p>Generalstreik</p>
<p><strong>2. Exemplarische Aktivitäten</strong></p>
<p>Gegen das Arbeitsdienstjahr</p>
<p>Kapitalisten auf Seelenfang: DINTA</p>
<p>Schulen</p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">IV. Kultur- und Bildungssektor</span></strong></p>
<p><strong>1. Auftreten und Bildung</strong></p>
<p>Lieder und Gedichte</p>
<p>Namen und Symbole</p>
<p>Die Literaturrezeption der Jugend</p>
<p>Aus Bibliotheken und Nachlässen</p>
<p><strong>2. Exemplarische Aktivitäten</strong></p>
<p>Ausflüge (Schwaben)</p>
<p>Ausflugsziel Bakuninhütte (Meiningen)</p>
<p>Gedenkfeiern</p>
<p>Sonnenwenden</p>
<p>Schulentlassungsfeiern/Jugendweihe</p>
<p>Gegen Massensport</p>
<p>„Kampfbühnen“ des Syndikalismus. Die anarcho-syndikalistische Theaterbewegung</p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">V. Politischer Sektor</span></strong></p>
<p><strong>1. Gegen Staatsverfassung und -propaganda</strong></p>
<p><strong>2. Verhältnis zur „Freien Gewerkschaftsjugend“</strong></p>
<p>Entstehung der Arbeiterjugendbewegung in Deutschland</p>
<p>Stellung der SAJD zu den Jugendabteilungen der Zentralverbände</p>
<p><strong>3. Verhältnis zu anderen sozialistischen Jugendverbänden</strong></p>
<p>Stellung zur sozialdemokratischen „Sozialistischen Arbeiterjugend“ (SAJ)</p>
<p>Stellung zum Kommunistischen Jugendverband</p>
<p>Stellung zu den „Jungen Unionisten“</p>
<p>Stellung zur „Freien Jugend“ (Anarchisten)</p>
<p>Aktionseinheiten</p>
<p><strong>4. „Jugendbewegung oder Jugendpflege?“</strong></p>
<p><strong>5. Verhältnis zur FAUD</strong></p>
<p><strong>6. Exemplarische Aktivitäten</strong></p>
<p>Demonstrationen und Verrat (Leipzig/Kassel)</p>
<p>Antimilitarismus (Verden/Aller)</p>
<p>Im Visier des Staates! (Bremen)</p>
<p>Der rheinische Jugendwerbetag (Oedt)</p>
<p>Jungarbeiterversammlung (Sömmerda)</p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">VI. Biographisches und Interviews</span></strong></p>
<p><strong>1. Portraits</strong></p>
<p>Anni Zerr (1908-1990?) und Georg Hepp (1904-1995), Frankfurt</p>
<p>Heinrich Friedetzky (1910-1998), Schlesien</p>
<p>Herbert Wehner (1906-1990), Dresden</p>
<p>Paul Albrecht (1902-1985), Berlin</p>
<p>Richard Thiede (1906-1990), Leipzig</p>
<p>Wilhelm Bötzer (1902-1975), Stuttgart</p>
<p><strong>2. Treffen der Generationen</strong></p>
<p>Georg Usinger (1900-1990), Offenbach</p>
<p>Gustav Krüschedt (1912-1991), Wuppertal</p>
<p>Curt Moeller (1905-1986), Aachen</p>
<p>Karl Gültig (1906-1992), Offenbach</p>
<p>Hans Schmitz (1914-2007), Wuppertal</p>
<p>Hans Spaltenstein (1907-2003), Berlin</p>
<p>Wilhelm Ruff (1893-1978?), Heilbronn</p>
<p>Otto Wolf (1902-1943), Naumburg</p>
<p><strong>3. Interviews</strong></p>
<p>Interview von Helge Döhring mit Detlef Belau (Naumburg/Saale)</p>
<p>Interview von Helge Döhring mit der Punkband „Kackophonia“ (Darmstadt)</p>
<p>Interviews von Valentin Tschepego mit:</p>
<p>Helmut Kirschey (Wuppertal, 1913-2003)</p>
<p>Kurt Wafner (Berlin, 1918-2007)</p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">VII. Defizite und Leistungen der SAJD</span></strong></p>
<p><strong>Ursachen des Mitgliederrückgangs</strong></p>
<p><strong>Was hat die Jugend bewirkt?</strong></p>
<p><strong>Leistungen im Kultur- und Bildungsbereich</strong></p>
<p><strong>Deutsche Anarcho-Syndikalisten im Spanischen Krieg 1936-1939</strong></p>
<p align="center"><strong>Band 2:</strong></p>
<p align="center"><strong>Jugend nach 1945 und Ausblick</strong></p>
<p><strong>1. Jugendorganisationen nach 1945</strong></p>
<p>Föderation Freiheitlicher Jung-Sozialisten (FFJS), 1949-1952</p>
<p>Libertäre Jugend/Anarchistische Jugend, 1979</p>
<p>Martin Veith: Anarcho-Syndikalistische Jugend (ASJ), 1990-1993</p>
<p><strong>2. Kontinuitäten in den Leistungen und Problemen der Jugend</strong></p>
<p>Sozialisation</p>
<p>Aktion und Tradition</p>
<p>Bewegungsimmanente Defizite</p>
<p>Eckpunkte für eine Erneuerung der Jugendbewegung</p>
<p>Tabelle: „Stiftung Jugendtest“ &#8211; Die Jugendgenerationen im Vergleich</p>
<p><strong>3. Anarcho-Syndikalistische Jugend seit 2009</strong><br />
Gründungen</p>
<p>ASJ-Berlin</p>
<p>ASJ-Bonn</p>
<p>(Über-) Regionales</p>
<p>Die ASJ innerhalb der Gesamtbewegung</p>
<p><strong>4. Interviews mit den heutigen ASJ-Gruppen</strong></p>
<p align="center"><strong>Band 3: </strong></p>
<p align="center"><strong>Dokumente und Anhang</strong></p>
<p align="center"><strong>Dokumente</strong></p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">1. Allgemeines</span></strong></p>
<p>Die Entwicklung der Syndikalistisch-Anarchistischen Jugend Deutschlands [1925]</p>
<p>Die Syndikalistisch-Anarchistische Jugend Deutschlands [1925]</p>
<p>Eugen Betzer: Die Notwendigkeit einer Jugendbewegung für den Syndikalismus [1926]</p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">2. Programmatik der SAJD</span></strong></p>
<p>Organisatorische Leitsätze der Syndikalistisch-Anarchistischen Jugend Deutschlands [1923]</p>
<p>Prinzipienerklärung der Syndikalistisch-Anarchistischen Jugend [1926]</p>
<p>Entwurf der programmatischen und organisatorischen Grundlage der SAJD [1928]</p>
<p>Resolution zum 3. Punkt der Tagesordnung der 5. ordentlichen Reichskonferenz [1925]</p>
<p>Unsere Stellung zur FAUD und Föd. der komm. Anarchisten und zur IAA [1925]</p>
<p>„Muß die Jugend für Reformen kämpfen? [1923]</p>
<p>SAJD: Aufgaben der arbeitenden Jugend im Klassenkampf  [1932]</p>
<p>Friedrich Reder: Leitsätze zur Bildungsarbeit der syndikalistisch-anarchistischen Jugend Deutschlands [1923]</p>
<p>Karl Preiß: Kulturaufgaben der Jugend [1921]</p>
<p>Resolution des II. IAA-Kongress 1925 in Amsterdam</p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">3. Strategie der SAJD</span></strong></p>
<p>Georg Radlbeck: Entweder Organisation oder &#8211; leblose Horde! [1925]</p>
<p>Richard Busse: Entweder Organisation oder leblose Horde! [1925]</p>
<p>Max Hilse: Entweder Organisation oder – leblose Horde! [1925]</p>
<p>Reinhold Busch: Wir Jungen im proletarischen Klassenkampf [1925]</p>
<p>Hans Noll: Der Anarcho-Syndikalismus als jüngste Etappe in der Entwicklung des Anarchismus [1929]</p>
<p>Unsere Gegner [1923]</p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">4. Einzelfragen</span></strong></p>
<p>Unsere Stellung zum Faschismus [1931]</p>
<p>Willy Benner: Auf dem Wege zur Arbeitsdienstpflicht im Zeichen des Faschismus [1931]</p>
<p>Georg Radlbeck: Das Mädel in der Bewegung [1926]</p>
<p>„Genossin Werbeck“ (Lütgendortmund): Das Mädel in der Bewegung [1926]</p>
<p>Hermann George: Die Bakuninhütte [1931]</p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">5. SAJD-nahe Organisationen</span></strong></p>
<p>Regulativ der Anarcho-Syndikalistischen Jugendföderation Deutschlands [1927]</p>
<p>Vorläufige Prinzipienerklärung der Anarchistischen Jugend-Internationale [1928]</p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">6. Prominente Autoren</span></strong></p>
<p align="center"><strong>Ernst Friedrich (1894-1967)</strong></p>
<p>Paul Banholzer/Redaktion „Syndikalist“: Aus der Korrespondenz [1920]</p>
<p>Eugen Betzer: An den Pranger [1925]</p>
<p>Eugen Betzer/Carl, Rotsler [1926]</p>
<p>Rudi Schirbel: Richtigstellung [1926]</p>
<p align="center"><strong>Herbert Wehner (1906-1990)</strong></p>
<p>Carl Rotsler: Die Notwendigkeit eines genauen Kongreßprotokolls [1925]</p>
<p>Herbert Wehner: Erklärung [1925]</p>
<p>Carl Rotsler [1926]</p>
<p>Herbert Wehner: Der große Sumpf [1925]</p>
<p>Herbert Wehner: Bakunin führt zum Sieg! [1926]</p>
<p>Herbert Wehner: Der Zusammenbruch des Kapitalismus [1926]</p>
<p>Herbert Wehner: Der Staat ist der Feind jeder wahrhaft menschlichen Gesellschaft [1926]</p>
<p>Willy Arlt: Wehner der Große [1931]</p>
<p align="center"><strong>Anni Geiger-Gog (1891-1945)</strong></p>
<p>Wenn ich auf dem Hof den Leierkastenmann…[1923]</p>
<p>Anni Geiger-Gog: Gerichtssitzung im Himmel [1929]</p>
<p align="center"><strong>Artur Streiter (1904-1946)</strong></p>
<p>Artur Streiter: Sterben in der Todeszelle [1929]</p>
<p>A(rtur) Str(eiter): Ein Ruf den friedwilligen Völkern [1929]</p>
<p align="center"><strong>Theodor Plievier (1892-1955)</strong></p>
<p>Theodor Plievier: Masse [1922]</p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">7. Reichstreffen und Sekretariate der SAJD</span></strong></p>
<p>Die syndikalistisch-anarchistische Jugendbewegung (Reichskonferenz der SAJD in Sömmerda 1922)</p>
<p>Bericht vom 4. Reichskongress der Syndikalistisch-Anarchistischen Jugend Deutschlands. Weihnachten 1924 in Hannover</p>
<p>Bericht vom 5. Reichskongress der SAJD in Erfurt [1925]</p>
<p>Bericht vom 7. Reichskongress der Syndikalistisch-Anarchistischen Jugend Deutschlands (SAJD) in Halle am 25. und 26. Dezember 1928</p>
<p>Bericht vom Reichstreffen der SAJD Pfingsten 1929 in Kassel</p>
<p>Der 8. Reichskongreß der SAJD [1931]</p>
<p>Resolution des 8. Reichs-Kongresses der SAJD gegen die Arbeitsdienstpflicht [1931]</p>
<p align="center"><strong><span style="text-decoration:underline;">8. ASJ seit 2009</span></strong></p>
<p>Nicht jede Jugend kann so sexy sein wie eine selbstverwaltete &#8230;</p>
<p>ASJ-Göttingen / Südniedersachsen</p>
<p>Struktur und Arbeitsrichtlinien der Anarchosyndikalistischen Jugend Berlin [2011]</p>
<p align="center"><strong>Quellen und Literatur</strong></p>
<p><strong>Index: Namen, Orte, Organisationen</strong></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/syndikalismusforschung.wordpress.com/709/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/syndikalismusforschung.wordpress.com/709/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/syndikalismusforschung.wordpress.com/709/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/syndikalismusforschung.wordpress.com/709/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/syndikalismusforschung.wordpress.com/709/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/syndikalismusforschung.wordpress.com/709/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/syndikalismusforschung.wordpress.com/709/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/syndikalismusforschung.wordpress.com/709/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/syndikalismusforschung.wordpress.com/709/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/syndikalismusforschung.wordpress.com/709/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/syndikalismusforschung.wordpress.com/709/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/syndikalismusforschung.wordpress.com/709/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/syndikalismusforschung.wordpress.com/709/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/syndikalismusforschung.wordpress.com/709/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=709&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Cover Kein Befehlen Kein Gehorchen</media:title>
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			<media:title type="html">ASJ Bonn Juni 2009</media:title>
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			<media:title type="html">Willi Domprobst</media:title>
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			<media:title type="html">Bakuninhütte 1932 - Marie Walz</media:title>
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			<media:title type="html">ASJ Treffen</media:title>
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			<media:title type="html">Hammer und Sichel</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>NEU: Syndikalistisch-Anarchistische Jugend in Deutschland 1918 bis heute!</title>
		<link>http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2011/12/12/neu-syndikalistisch-anarchistische-jugend-in-deutschland-1918-bis-heute/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 21:03:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>syndikalismusforschunghd</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Neuerscheinungen]]></category>
		<category><![CDATA[SAJD]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach dem Buch zu den „Schwarzen Scharen“ ist im Dezember 2011 aus dem Institut für Syndikalismusforschung eine weitere Monographie zu einer anarcho-syndikalistischen Organisation erschienen. Sie umfasst über 400 Seiten und trägt den Titel „Kein Befehlen, kein Gehorchen! Die Geschichte der &#8230; <a href="http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2011/12/12/neu-syndikalistisch-anarchistische-jugend-in-deutschland-1918-bis-heute/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=676&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_677" class="wp-caption alignleft" style="width: 249px"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/12/cover-kein-befehlen-kein-gehorchen.jpg"><img class=" wp-image-677" title="Cover Kein Befehlen Kein Gehorchen" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/12/cover-kein-befehlen-kein-gehorchen.jpg?w=239&#038;h=361" alt="" width="239" height="361" /></a><p class="wp-caption-text">424 Seiten stark</p></div>
<p style="text-align:justify;">Nach dem Buch zu den „Schwarzen Scharen“ ist im Dezember 2011 aus dem Institut für Syndikalismusforschung eine weitere Monographie zu einer anarcho-syndikalistischen Organisation erschienen. Sie umfasst über 400 Seiten und trägt den Titel <strong>„Kein Befehlen, kein Gehorchen! Die Geschichte der syndikalistisch-anarchistischen Jugend in Deutschland seit 1918“.</strong></p>
<p style="text-align:justify;">In Absprache mit dem <a href="http://www.aproposverlag.ch/" target="_blank">a propos-Verlag</a> in Bern ist diese Ausarbeitung mit 14 Euro im Verkauf gerade für jugendliche Interessierte möglichst günstig gehalten worden. Der Autor und die vielen Helfer verdienen nichts daran, sondern gaben ihre Kraft allein für die gute Sache!</p>
<p style="text-align:justify;">Wir rufen neben allen Interessierten und Bewegten gerade die <a href="http://www.fau.org/jugend/art_090402-103936" target="_blank">syndikalistisch-anarchistischen Jugendgruppen</a> dazu auf, dieses Buch weiträumig zu bewerben und zu verbreiten. Denn es ist ihre Geschichte, die Geschichte von über 90 Jahren, kombiniert mit Gedanken und Überlegungen für heute! Es soll seinen Teil dazu beitragen, in Deutschland erstmalig seit den 1930er Jahren wieder eine syndikalistisch-anarchistische Jugendbewegung dauerhaft zu beleben.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-676"></span></p>
<p>Das Buch kann bezogen werden über:</p>
<p><a href="http://zuchthaus.free.de/syndikat-a/?p=" target="_blank">Syndikat-A</a></p>
<p>Bismarckstrasse 41a</p>
<p>47443 Moers</p>
<p>Telefon &amp; Telefax: 02841-53731<br />
<strong>syndikat-a(at)fau.org</strong></p>
<p>Rezensionsexemplare bestellt über das:</p>
<p><a href="http://www.syndikalismusforschung.info/" target="_blank">Institut für Syndikalismusforschung</a></p>
<p>Postfach 140470</p>
<p>28094 Bremen</p>
<p><strong>institut[a]syndikalismusforschung.info</strong></p>
<p>Für Artikel und Interviews steht der <a href="http://syndikalismusforschunghd.wordpress.com/" target="_blank">Autor</a> gerne zur Verfügung.</p>
<p>Schreibt zum Buch Besprechungen für Zeitungen, Zeitschriften, Magazine, Onlineportale, u.a.</p>
<p>Bitte verbreitet den Flyer, den ihr hier downloaden könnt:</p>
<p><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/12/jugendbuch-werbeflyer-farbe1.pdf">Jugendbuch Werbeflyer Farbe</a></p>
<p><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/12/jugendbuch-werbeflyer-sw1.pdf">Jugendbuch Werbeflyer sw</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/syndikalismusforschung.wordpress.com/676/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/syndikalismusforschung.wordpress.com/676/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/syndikalismusforschung.wordpress.com/676/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/syndikalismusforschung.wordpress.com/676/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/syndikalismusforschung.wordpress.com/676/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/syndikalismusforschung.wordpress.com/676/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/syndikalismusforschung.wordpress.com/676/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/syndikalismusforschung.wordpress.com/676/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/syndikalismusforschung.wordpress.com/676/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/syndikalismusforschung.wordpress.com/676/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/syndikalismusforschung.wordpress.com/676/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/syndikalismusforschung.wordpress.com/676/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/syndikalismusforschung.wordpress.com/676/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/syndikalismusforschung.wordpress.com/676/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=676&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Unterlassungsaufforderung Rudolf Rocker: Beckers Anwalt fordert fast 2000 Euro</title>
		<link>http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2011/11/30/unterlassungsaufforderung-rudolf-rocker-beckers-anwalt-fordert-fast-2000-euro/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 07:53:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>warumiaa</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Urheberrechte]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Juni informierten wir über die Unterlassungsaufforderung eines Heiner Becker, der für sich die ausschließlichen Rechte an den Werken von Rudolf Rocker und Milly-Witkop-Rocker in Anspruch nimmt. Dieser hatte dem presserechtlich Verantwortlichen des Instituts für Syndikalismusforschung durch seinen Rechtsanwalt eine &#8230; <a href="http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2011/11/30/unterlassungsaufforderung-rudolf-rocker-beckers-anwalt-fordert-fast-2000-euro/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=663&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/11/220px-rudolf_rocker.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-665" title="220px-Rudolf_Rocker" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/11/220px-rudolf_rocker.jpg?w=640" alt=""   /></a>Im Juni informierten wir über die Unterlassungsaufforderung eines Heiner Becker, der für sich die ausschließlichen Rechte an den Werken von Rudolf Rocker und Milly-Witkop-Rocker in Anspruch nimmt. Dieser hatte dem presserechtlich Verantwortlichen des Instituts für Syndikalismusforschung durch seinen Rechtsanwalt eine Unterlassungserklärung zugeschickt, die dieser schließlich unterzeichnet hat. Neben uns sind weitere Personen von Beckers Urheberrechtsanspruch betroffen. Gegen sie wurden auf Anzeige von Heiner Becker polizeiliche Ermittlungsverfahren eingeleitet, so u.a. gegen den Herausgeber der Zeitschrift &#8220;Barrikade&#8221;. Dieser hat am 30. Oktober eine öffentliche Erklärung zu diesen Vorgängen abgegeben. (Hier zu lesen: <a href="http://syndikalismusforschungmv.wordpress.com/2011/11/05/urheberrechte-von-rudolf-rocker-erklarung-des-barrikade-herausgebers" target="_blank">http://syndikalismusforschungmv.wordpress.com/2011/11/05/urheberrechte-von-rudolf-rocker-erklarung-des-barrikade-herausgebers</a></p>
<p style="text-align:justify;">Das Institut für Syndikalismusforschung ist aktuell vom Becker-Anwalt mit einer finanziellen Forderung in Höhe von beinahe 2000 Euro &#8220;Rechtsanwaltskosten&#8221; konfrontiert. Eine Anfrage von uns, diese Summe in monatlichen Raten abzubezahlen, wurde von ihm abgelehnt. Dennoch gehen wir nach dem jetzigen Stand der Sachlage davon aus, dass es zu Ratenzahlungen kommen wird.</p>
<p style="text-align:justify;">Über den weiteren Fortgang werden wir informieren und verweisen an dieser Stelle noch einmal auf unsere Erklärung &#8220;Rudolf Rocker darf nicht verschwinden&#8221; von Juni 2011 und die zu diesem Thema eingerichtete Sonderseite auf unserem Blog.</p>
<p><strong><em>Institut für Syndikalismusforschung, Bremen, November 2011  </em></strong>   </p>
<p><a href="http://http://syndikalismusforschung.wordpress.com/sonderseite-rudolf-rocker" target="_blank">Sonderseite Rudolf Rocker</a></p>
</div>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/syndikalismusforschung.wordpress.com/663/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/syndikalismusforschung.wordpress.com/663/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/syndikalismusforschung.wordpress.com/663/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/syndikalismusforschung.wordpress.com/663/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/syndikalismusforschung.wordpress.com/663/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/syndikalismusforschung.wordpress.com/663/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/syndikalismusforschung.wordpress.com/663/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/syndikalismusforschung.wordpress.com/663/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/syndikalismusforschung.wordpress.com/663/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/syndikalismusforschung.wordpress.com/663/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/syndikalismusforschung.wordpress.com/663/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/syndikalismusforschung.wordpress.com/663/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/syndikalismusforschung.wordpress.com/663/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/syndikalismusforschung.wordpress.com/663/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=663&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">warumiaa</media:title>
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			<media:title type="html">220px-Rudolf_Rocker</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Forschung und Bewegung: Das Institut für Syndikalismusforschung: „Syfo“</title>
		<link>http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2011/11/24/forschung-und-bewegung-das-institut-fur-syndikalismusforschung-%e2%80%9esyfo/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 18:24:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>warumiaa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Beitrag erschien zuerst im Monatsmagazin &#8220;Gai Dao&#8221; in der Novemberausgabe 2011. Er beschreibt unsere Arbeit und unser Selbstverständnis. Unser Leitsatz lautet: „Das Institut für Syndikalismusforschung verfolgt die Aufgabe, die praktischen Aktivitäten der syndikalistischen Bewegung auf historisch-theoretischer Ebene zu begleiten. &#8230; <a href="http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2011/11/24/forschung-und-bewegung-das-institut-fur-syndikalismusforschung-%e2%80%9esyfo/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=654&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em><strong><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/11/2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-656" title="2" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/11/2.jpg?w=300&#038;h=155" alt="" width="300" height="155" /></a>Dieser Beitrag erschien zuerst im Monatsmagazin &#8220;Gai Dao&#8221; in der Novemberausgabe 2011. Er beschreibt unsere Arbeit und unser Selbstverständnis.</strong></em></p>
<p style="text-align:justify;">Unser Leitsatz lautet: „Das Institut für Syndikalismusforschung verfolgt die Aufgabe, die praktischen Aktivitäten der syndikalistischen Bewegung auf historisch-theoretischer Ebene zu begleiten. Dazu gehören die Tätigkeitsbereiche: Forschen, Archivieren, Publizieren, sowie die Beratung im Sinne freiheitlich-emanzipatorischen Wirkens.“ Die ersten Überlegungen und konkreten Schritte zur Schaffung einer festen Institution gab es im Jahre 2007. Im Internet sollten zunächst einige Forschungsergebnisse und Bücher vorgestellt werden. Ein Jahr später wurde schon ein Konzept umgesetzt, das die Präsentation von Geschichte und Forschung zum Thema Syndikalismus für den gesamten deutschsprachigen Raum beinhaltete. Das zeigte Wirkung u.a. durch entstehende wertvolle Kontakte, welche ohne die Internetpräsenz nicht zustande gekommen wären. Wir sind bestrebt, alle wichtigen Neuerscheinungen zum Thema (Bücher, Zeitschriften u.a.) zu besprechen, zu präsentieren und unsere Online-Sammlung weiter auszubauen. Für alle, die Forschen wollen, halten wir auf diese Weise die entsprechenden Grundlagen bereit, sei es für Biographien, lokale Studien, Ausarbeitung zu Organisationen oder spezielleren Fragestellungen. Die Mitglieder des Instituts stellen auch ihre eigenen Arbeiten vor, zu sehen auf unserer zentralen Seite www.syndikalismusforschung.info, auf dem auf Aktualität bedachten Blog http://syndikalismusforschung.wordpress.com und in unserem Jahrbuch, welches über den Verlag Edition AV abonniert werden kann.</p>
<p style="text-align:justify;">Damit betreiben wir intensive Forschung und Interaktion zur Stärkung der gesamten syndikalistischen Bewegung. Diese macht Gebrauch davon, wir erhalten allerhand Anfragen von Aktivisten, die zu ihrer eigenen Geschichte forschen wollen, beispielsweise fragen, ob es bei ihnen in der Region einmal eine „Freie Arbeiter-Union Deutschlands“ (FAUD) gegeben hat, ob wir Informationen zu bestimmten historischen Personen haben oder wo welche Archivmaterialien zu bekommen sind. Außerhalb der Bewegung ergeben sich wichtige Kontakte zu Wissenschaftlern und Journalisten, sowie zu Nachfahren von Aktivisten aus der Bewegung!</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-654"></span></p>
<p><strong>Forschung an der Basis durch die Basis</strong></p>
<p style="text-align:justify;">In den letzten fünf Jahren ist die syndikalistische Bewegung in Deutschland nicht nur zahlenmäßig kräftig angewachsen, sondern sie hat sich auch ausdifferenziert. Zu nennen ist dabei besonders die Renaissance der anarcho-syndikalistischen Jugendbewegung seit 2008. Daneben besteht ein ansehnliches Verlags- und Vertriebswesen. Durch die entstehende Arbeitsteilung werden die jeweils anderen Organisationen entlastet, müssen nicht mehr alle erforderlichen Aufgaben und Arbeiten unter einen Hut bringen. Alle profitieren von einem Spezialisierungsprozeß. Durch die Tatsache, dass die Aktivitäten nicht innerhalb nur einer Organisation stattfinden, kommt es zu keinen unnötigen Kollisionen, welche ein zu enger organisatorischer Rahmen zwangsläufig mit sich bringt. Möglichkeiten zur Entfaltung können so auf verschiedenen Ebenen optimal genutzt werden, niemand wird ausgebremst, alle können sich frei ergänzen. Das ist eine Form von informellem Netzwerk in freier Kooperation. Wir haben gute Kontakte zu Basisgruppen, u.a. der „Anarcho-Syndikalistischen Jugend“ (ASJ) und der „Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter Union“ (FAU), zu Verlagen und Vertrieben, und natürlich zu anderen Forschungsprojekten.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Mitarbeiter des Instituts stammen alle aus der syndikalistischen Bewegung, waren, bzw. sind dort über viele Jahre in hohen Funktionen aktiv gewesen, wissen also, wovon sie sprechen. Keiner von uns ist mit Abitur auf die Welt gekommen. Schulabschlüsse sind bei uns nicht relevant, sondern der Wille zur Selbstbildung, eine ausgeprägte Selbstdisziplin und der Bezug zur Praxis als Angehörige einer ausgebeuteten Klasse. Unser Zielpublikum sind diejenigen Menschen, die das Potenzial haben oder noch entwickeln wollen, eine freie Gesellschaft zu formen.</p>
<p style="text-align:justify;">Das ist das Wesentliche, weshalb wir ausdrücklich betonen, dass wir kein elitärer Zirkel sind. Für uns gelten die Worte von Stefan Zweig: „Für mich ist [Ralph Waldo] Emersons Axiom, dass gute Bücher, die beste Universität ersetzen, unentwegt gültig geblieben, und ich bin noch heute überzeugt, dass man ein ausgezeichneter Philosoph, Historiker, Philologe, Jurist und was immer werden kann, ohne je eine Universität oder sogar ein Gymnasium besucht zu haben […] So praktisch, handlich und heilsam der akademische Betrieb für die Durchschnittsbegabung sein mag, so entbehrlich scheint er mir für individuell produktive Naturen, bei denen er sich sogar im Sinn einer Hemmung auszuwirken vermag.“ (Stefan Zweig: Die Welt von gestern)</p>
<p style="text-align:justify;">Bezüge zur Vergangenheit herzustellen, ist leicht. So hatte die Bewegung in den 1920er Jahren neben ihrer Gewerkschaftsorganisation, der FAUD, eine breite Palette an Kultur-, Schutz-, Hilfs- und personengruppenbezogenen Organisationen zu bieten.</p>
<p style="text-align:justify;">Nur hat es noch nie ein Forschungsinstitut gegeben. Das hat sich für die Aufarbeitung der eigenen Geschichte als Nachteil erwiesen, da das reichhaltige Erbe der Bewegung (Archive, Periodika, personelle Traditionen usw.) spätestens in den 1960er Jahren auseinanderzubrechen begann, und nur unzureichend oder gar durch die falschen Leute aufgefangen werden konnte. Im schlimmsten Fall liegen zum Beispiel die „Urheberrechte“ an den Texten von Rudolf Rocker in fremder Hand, und stehen der syndikalistischen Bewegung nicht mehr in voller Form zur Verfügung. Ähnliches muß in Zukunft verhindert werden. Wir wollen Geschichte erhalten und nutzbar machen auf kollektiver Basis.</p>
<p><strong>Konkrete Zusammenarbeit in einem informellen Netzwerk</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Wir schauen, in welchen bedeutenden und aktuellen Fragen wir intervenieren können. Das betrifft Dauerbrenner, wie z.B. die Vor- und Nachteile von Organisation in der „Internationalen Arbeiter-Assoziation“, was besonders für die dort angegliederte FAU relevant ist, aber wir schauen auch auf dynamische Entwicklungen, wie im Jugendbereich. Es ist kein Zufall, dass von unserer Seite 2011/12 umfangreiche Ausarbeitungen zu den „Schwarzen Scharen“ und zur syndikalistisch-anarchistischen Jugendbewegung (von den Anfängen bis zur Gegenwart) erscheinen, den brandaktuellen Entwicklungen Rechnung tragend. Dabei arbeiten ASJ-Gruppen, das Institut für Syndikalismusforschung und die Verlage/Vertriebe der Bewegung in vorbildlicher Weise zusammen. Wir versprechen uns davon nicht nur konkrete Ergebnisse, sondern auch, dass dieser Elan uns selber weiter motiviert und die Bewegung für künftige Aufgaben bereichert. Das Wachsen eines solchen informellen Netzwerkes, produktiv und mit Freude, sollte neben der Stärkung syndikalistischer Basisgruppen zu den Aufgaben der syndikalistischen Bewegung im 21. Jahrhundert gehören.</p>
<p><strong>„Es gibt nichts gutes, außer man tut es“</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Syfo ist eine Bildungseinrichtung von unten. Wir erkunden, sichern, erschließen, archivieren, leisten Quellenkritik, stellen zusammen, entwickeln Fragestellungen, recherchieren, konzipieren, erarbeiten, schreiben, korrigieren, layouten, werben, beraten, leisten Recherchehilfen, interviewen, stellen Kontakte her, arbeiten mit anderen Projekten zusammen, aktualisieren unseren Webblog, bauen unser Informationsportal aus, geben ein Jahrbuch heraus, entwickeln Strategien, reflektieren und hinterfragen uns, stehen fest auf dem Boden. Das alles leisten wir ohne Bezahlungen, Zuschüsse, oder Förderungen und ohne Gejammer darüber, wie schwer doch alles sei! Wir sagen: Wer wirklich will, kann es erlernen und tun! Forschung ist für uns Handwerk mit allem drum und dran.</p>
<p style="text-align:justify;">Mitentscheidend in psychologischer Hinsicht ist der spielerisch-schöpferische Charakter, in der bürgerlichen Wissenschaft und selbst unter nicht wenigen Anarcho-Syndikalisten in ihrem manischen Dünkel rationaler Aufgeklärtheit reichlich verpönt. Wir aber empfinden diesen freien Charakter als schaffende Lust, als enorme Motivation, als Initiator von Kreativität und fruchtbringender Interaktion. An die Stelle einer elitären Wissenschaft (links wie rechts) setzen wir auf eine Wissenschaft zum mitmachen, oder besser noch: zum Selbermachen.</p>
<p><em>Institut für Syndikalismusforschung, Bremen im September 2011</em></p>
<p><strong>Kontakte über:</strong></p>
<p>Institut für Syndikalismusforschung</p>
<p>Postfach 140470,</p>
<p>D-28094 Bremen</p>
<p>email: <a href="mailto:institut@syndikalismusforschung.info">institut[a]syndikalismusforschung.info</a></p>
<p><a href="http://syndikalismusforschung.wordpress.com">http://syndikalismusforschung.wordpress.com</a></p>
<p><a href="http://www.syndikalismusforschung.info">http://www.syndikalismusforschung.info</a></p>
<p><a href="http://de-de.facebook.com/pages/Institut-f%C3%BCr-Syndikalismusforschung/15016822837273" target="_blank">http://de-de.facebook.com/pages/Institut-f%C3%BCr-Syndikalismusforschung/15016822837273</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/syndikalismusforschung.wordpress.com/654/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/syndikalismusforschung.wordpress.com/654/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/syndikalismusforschung.wordpress.com/654/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/syndikalismusforschung.wordpress.com/654/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/syndikalismusforschung.wordpress.com/654/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/syndikalismusforschung.wordpress.com/654/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/syndikalismusforschung.wordpress.com/654/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/syndikalismusforschung.wordpress.com/654/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/syndikalismusforschung.wordpress.com/654/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/syndikalismusforschung.wordpress.com/654/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/syndikalismusforschung.wordpress.com/654/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/syndikalismusforschung.wordpress.com/654/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/syndikalismusforschung.wordpress.com/654/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/syndikalismusforschung.wordpress.com/654/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=654&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Walter Ruge zum Abschied</title>
		<link>http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2011/11/13/walter-ruge-zum-abschied/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Nov 2011 12:01:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Valentin Tschepego</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrufe]]></category>
		<category><![CDATA[Potsdam]]></category>
		<category><![CDATA[Walter-Ruge]]></category>
		<category><![CDATA[Nachruf]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Ruge]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Wer reitet so spät durch Nacht und Wind, sag mir, was willst du, liebes Kind?&#8221; &#8211; ein Anruf bei Walter Ruge fing immer mit einer originellen Begrüßung an, einer Begrüßung, die mal kürzer, mal länger ausfiel, aber sich so gut &#8230; <a href="http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2011/11/13/walter-ruge-zum-abschied/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=590&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p style="text-align:left;"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/11/walter-022.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-605" title="Walter 02" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/11/walter-022.jpg?w=640&#038;h=238" alt="" width="640" height="238" /></a><em>&#8220;Wer reitet so spät durch Nacht und Wind, sag mir, was willst du, liebes Kind?&#8221;</em> &#8211; ein Anruf bei Walter Ruge fing immer mit einer originellen Begrüßung an, einer Begrüßung, die mal kürzer, mal länger ausfiel, aber sich so gut wie nie wiederholte. Besuchte man ihn dann in seiner schlichten Potsdamer Plattenbauwohnung, so traf man auf eine Gastfreundschaft und Herzlichkeit, die ihresgleichen suchen. Walter hat sein Leben gelebt &#8211; im wahrsten Sinne des Wortes, und bis zum Schluss.</p>
<div id="attachment_614" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/11/imgp7609.jpg"><img class="size-medium wp-image-614" title="Miningstraße" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/11/imgp7609.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Die Miningstraße in Britz - auf der linken Seite befindet sich der &quot;Paradiesgarten&quot;</p></div>
<p style="text-align:left;">Aufgewachsen war Walter Ruge in einem kommunistischen Elternhaus. Als er elf Jahre alt war, zog seine Familie in die gerade fertiggestellte Hufeisensiedlung in Berlin Britz. Dieses von dem Architekten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Taut">Bruno Taut</a> konzipierte &#8220;Kind der sozialdemokratischen Partei&#8221;, wie Walter sagte, besaß ein sehr reges soziales Leben. Hier wohnten viele Reformpädagogen &#8211; darunter Walters Vater &#8211; und auch radikale Revolutionäre, wie der anarchistische Dichter Erich Mühsam. <span id="more-590"></span>Direkt gegenüber der Miningstraße 58, in der die Ruges wohnten, befand sich der &#8220;Paradiesgarten&#8221; &#8211; eine Parkanlage in der häufig Kundgebungen verschiedener politischer Strömungen stattfanden. Walters Vater hatte dabei aus dem Fenster der Wohnung die Gelegenheit, direkt &#8211; und oft ungebeten &#8211; Redebeiträge bei den Kundgebungen zu halten. Walter begann hier auch eine seiner Leidenschaften zu entwickeln &#8211; das</p>
<div id="attachment_615" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/11/hufeisen1-kopie.jpg"><img class="size-medium wp-image-615" title="Hufeisen1 Kopie" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/11/hufeisen1-kopie.jpg?w=300&#038;h=229" alt="" width="300" height="229" /></a><p class="wp-caption-text">Das &quot;Hufeisen&quot;</p></div>
<p>Radfahren. Rund um das markante, in Hufeisenform errichtete Hauptgebäude der Siedlung, veranstaltete er mit anderen Kindern seine ersten Radrennen. Später, in der DDR war er aktives Mitglied und Organisator der Radwandergruppe von &#8220;Turbine Potsdam&#8221;. Als ich Walter vor etwa vier Jahren das erste Mal besuchte, war er ebenfalls gerade von einer Radtour zurückgekommen.  Es waren &#8220;nur 40 Kilometer&#8221; gewesen. Walter war damals 93.</p>
<p>Walter hatte ein langes, reichhaltiges und trotz Schwierigkeiten erfülltes Leben hinter sich. Obwohl er im sowjetischen Exil jahrelang inhaftiert gewesen war, und mit der sowjetischen Realität &#8211; der &#8220;roten Inquisition&#8221; &#8211; durchaus vertraut war, blieb er Kommunist. Er blieb es auch nach der Wende, der er ablehnend gegenüberstand. Doch in Walter hatte sich eine dogmatische Meinung auf eine ganz eigene und seltene Weise mit einer offenen Wesensart verbunden. Die Meinungen, die er vertreten hat, waren von seiner Persönlichkeit her ehrlich und aufrichtig. Sie waren eben tatsächlich eine Meinung. Selbst bei völlig verschiedenen Ansichten konnte man nicht umhin, dem Respekt zu zollen. In einem unserer letzten Gespräche hatte Walter auf die Frage, ob er in seinem Leben etwas bedauert, geantwortet:</p>
<p><em>&#8220;Einerseits &#8211; ich stehe zu meinem Leben. Und andererseits gibt es eine Masse was ich bedaure. Ja, also ich stehe auch zu dem Bedauerten, dem Bedauernswerten. Darum, jetzt komm ich noch auf was Philosophisches, darum hab ich kein Verständnis dafür, dass die Kirche durch Beichte und so weiter, die Sünden abnimmt. Also, bei der Kirche geht&#8217;s ja beim Tod nur darum, dass im letzten Moment der Pfarrer kommt, und einen ohne Sünden zu Petrus lässt. Damit man also in den Himmel kommt. Ich bin der Meinung, dass die Sünden, oder das was man zu bedauern hätte, dem Menschen nicht genommen werden soll. Weil es ein Kompass ist für sein weiteres Leben. Also der Mensch muss sich die Fehler, die er gemacht hat, bekennen. Und muss sie in sich tragen. Und nicht, dass man sie ihm abnimmt. Früher gab&#8217;s ja den Ablass, da konntest du Geld bezahlen und dann warst du die Sünden los. Na ja, also soweit, meine lieben Leute, geht&#8217;s nicht. Trotzdem stehe ich zu meinem Leben. Also hundertprozentig.&#8221;</em></p>
<p>Menschen mit einem aufrechten Charakter sind selten geworden.<br />
Walter, wir werden Dich vermissen.<br />
<strong>Möge die Erde Dir leicht sein, Genosse!</strong></p>
<p>Valentin Tschepego</p>
</div>
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		<title>Vorkriegsantifa – Schwarze Scharen</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 15:29:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>warumiaa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine weitere Rezension ist zur neuesten Veröffentlichung von Helge Döhring erschienen. Gabriel Kuhn hat das Buch „Schwarze Scharen – Anarcho-Syndikalistische Arbeiterwehr (1929-1933)“ gelesen und besprochen. Seine Buchbesprechung erschien auf dem Blog „kritisch-lesen.de“. Wir geben sie hier vollständig wieder. Vorkriegsantifa – &#8230; <a href="http://syndikalismusforschung.wordpress.com/2011/11/06/vorkriegsantifa-schwarze-scharen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=syndikalismusforschung.wordpress.com&amp;blog=17795420&amp;post=581&amp;subd=syndikalismusforschung&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/ss-titel-fertig.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-221" title="SS Titel fertig" src="http://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2011/05/ss-titel-fertig.jpg?w=197&#038;h=300" alt="" width="197" height="300" /></a>Eine weitere Rezension ist zur neuesten Veröffentlichung von Helge Döhring erschienen. Gabriel Kuhn hat das Buch „Schwarze Scharen – Anarcho-Syndikalistische Arbeiterwehr (1929-1933)“ gelesen und besprochen. Seine Buchbesprechung erschien auf dem Blog „kritisch-lesen.de“. Wir geben sie hier vollständig wieder.</em></p>
<p><strong>Vorkriegsantifa – Schwarze Scharen</strong></p>
<p><strong>Helge Döhring : Schwarze Scharen &#8211; Anarcho-Syndikalistische Arbeiterwehr (1929-1933)</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Helge Döhring präsentiert ein wichtiges, jedoch oft vergessenes Kapitel anarcho-syndikalistischer Geschichte: die Schwarzen Scharen, Arbeitermilizen nahe der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD), die den Nazis bereits vor deren Machtübernahme mit militantem Widerstand begegneten.</p>
<p>Von <a title="Nutzerseite von Gabriel Kuhn anzeigen" href="http://www.kritisch-lesen.de/author/gabriel-kuhn/" target="_blank">Gabriel Kuhn</a></p>
<p style="text-align:justify;">Helge Döhring hat sich um die Geschichtsbeschreibung des Syndikalismus in Deutschland bereits mehrfach verdient gemacht, unter anderem mit ausführlichen regionalen Studien zu Württemberg und Bayern. Das historische Kapitel, das er sich diesmal vorgenommen hat, ist ausgesprochen spannend. Es geht um die Schwarzen Scharen, Arbeitermilizen, die sich um die <em>Freie Arbeiter-Union Deutschlands</em> (FAUD) Ende der 1920er Jahre im Kampf gegen die Nationalsozialisten und andere faschistische Kräfte formierten. In der Regel in achtköpfigen Gruppen organisiert, schützten die Schwarzen Scharen syndikalistische Veranstaltungen und versuchten, bewaffneten Widerstand im Falle der nationalsozialistischen Machtübernahme vorzubereiten. Bedauerlicherweise konnten sie jedoch der starken Repression nach 1933 nicht widerstehen und wurden zerschlagen bzw. lösten sich auf.</p>
<p style="text-align:justify;"><span id="more-581"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Döhring zeichnet die Geschichte der Schwarzen Scharen in mehreren regionalen Kapiteln nach, von Berlin über Schlesien, wo sie besonders aktiv waren, zu Städten wie Kassel, Bochum und Aachen. Mitgliederzahlen werden ebenso präsentiert wie die Themen geschützter Vorlesungen sowie die Veröffentlichungen und Statuten einzelner Ortsgruppen. In dem abschließenden Kapitel „Der Kampf danach“ geht Döhring dem Schicksal einiger Mitglieder der Schwarzen Scharen nach, die ihren Kampf gegen den Faschismus nach der Machtübernahme der Nazis fortsetzten. Dabei ruft er einen der größten Skandale der Bundesrepublik in Erinnerung: „Die Widerstandskämpfer wurden nicht geehrt, interviewt und schrieben auflagenstarke Bücher. Sie wurden auch nach 1945 wie selbstverständlich gedemütigt (…)“. (S. 151) Döhrings Buch beinhaltet auch interessante Abbildungen sowie eine detaillierte Mitgliederliste einiger Ortsgruppen, die auf polizeilichen Aufzeichnungen beruht.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Schwarzen Scharen waren unabhängig organisiert, aber eng mit der FAUD verbunden. Döhring betont die Tatsache, dass die Bewegung – mit der Ausnahme Berlins – dort am stärksten war, wo es keine etablierten FAUD-Strukturen gab, vor allem auch in ländlichen Gebieten. Die Erklärung des Autors ist, dass die Gründung der Schwarzen Scharen mit einer Neuorientierung der anarcho-syndikalistischen Bewegung einherging, die sich mit einem enormen Mitgliederschwund konfrontiert sah. Absicht war, „dem Stagnieren und der Marginalisierung der Bewegung im ökonomischen Sektor“ bzw. „der Nichterfüllung gewerkschaftlicher Vorstellungen in den meisten Regionen“ entgegenzuarbeiten (S. 39). Die Schwarzen Scharen bemühten sich bewusst um einen Halt in breiten Bevölkerungskreisen: „der Schritt von einer Sekte zur Massenbewegung“ war zentrales Ziel (S. 72).</p>
<p><strong>Arbeiterwiderstand gegen den Nationalsozialismus</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Eines der wesentlichen Verdienste von Döhrings Arbeit ist es, einen weiteren Beitrag zur Widerlegung des Mythos zu leisten, dass es vor 1933 keinen organisierten und militanten Arbeiterwiderstand gegen die Nazis gab. Döhring verwendet das Beispiel der Schwarzen Scharen auch dazu, für eine offensive antifaschistische Politik zu werben, die nicht wartet, bis faschistische Machtstrukturen etabliert sind, sondern präventiv zu wirken versucht. Die Parallelen, die Döhring zur gegenwärtigen antifaschistischen Bewegung zieht, sind zum Teil überzeugend: auch diese antwortet oft eher auf rechte Aktivitäten anstatt eigene politische Akzente zu setzen. Trotzdem teile ich Döhrings Kritik an der gegenwärtigen Antifa-Bewegung in ihrer Pauschalität nicht. Wenn er von der „rudimentären Substanz heutiger Antifaschisten“ (S. 9) schreibt, davon, dass diesen oft „weltanschauliche Klarheit, die Ernsthaftigkeit ihres Engagements und (…) selbstbewusstes und deutliches Auftreten“ fehlt (S. 138), ja sogar davon, dass „bürgerliche Kultur“ (unter anderem ausgezeichnet durch „Merkmale der Feigheit“) in ihren Kreisen „dominant“ ist (S. 139), so wird die Szene über einen Kamm geschert, der vielen Genoss_innen nicht gerecht wird.</p>
<p style="text-align:justify;">Auch andere Einschätzungen Döhrings kann ich nicht ganz teilen. Die präsentierte Faschismusanalyse bezieht zwar „sozialpsychologische Komponenten“ (S. 28) mit ein, fokussiert jedoch immer noch stark auf den Faschismus als „Form bürgerlicher Herrschaft“ (S. 26), was blinde Flecken klassischer linker Faschismusanalysen reproduziert. Unglücklich scheint es auch, die berechtigte Kritik an der fehlenden Erinnerung an die Novemberrevolution bzw. die Ausrufung der deutschen Republik am 9. November 1918 mit dem Verweis darauf zu illustrieren, dass die Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November 1938 „klar im Vordergrund“ stehen (S. 8). Andere Debatten jedoch, etwa jene zur „Gewaltfrage“, sind differenziert und überzeugend (S. 51ff). Hilfreich sind auch die Skizzen zu den Gründen des FAUD-Niedergangs in den späten 1920er Jahren, den Döhring auf „äußere“ ebenso wie „innere“ Faktoren zurückführt (S. 40f), sowie die Vergleiche zwischen den Schwarzen Scharen und der heutigen <em>Freien ArbeiterInnen-Union</em> (FAU), in denen er „ganz ähnliche Probleme einer typischen Minderheitenbewegung“ entdeckt (S. 141).</p>
<p style="text-align:justify;">Trotz der erwähnen Vorbehalte in Bezug auf einige der im Buch präsentierten Thesen ist „Schwarze Scharen. Anarcho-Syndikalistische Arbeiterwehr (1929-1933)“ ein wichtiger und anregender Beitrag zur Geschichte und Theorie der syndikalistischen Arbeiterbewegung in Deutschland.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Helge Döhring 2011: Schwarze Scharen. Anarcho-Syndikalistische Arbeiterwehr (1929-1933). Verlag Edition AV, Lich/Hessen. ISBN: 978-3-86841-054-9. 184 Seiten. 14.90 Euro. </em></p>
<p><a href="http://www.kritisch-lesen.de/2011/11/vorkriegsantifa/" target="_blank">http://www.kritisch-lesen.de/2011/11/vorkriegsantifa/</a></p>
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